Fiktive Universen, und ihre Wirkung auf uns

7. Februar 2010

Seit nunmehr fast zwei Monaten läuft James Cameron’s neuer Film “Avatar – Aufbruch nach Pandora” in den Kinos. Es ist wieder mal ein Blockbuster, welcher in finanzieller Hinsicht neue Rekorde aufstellt (sowohl die Kosten, als auch die Einnahmen). Doch abgesehen von der Vermarktung und dem Hype, scheint es für viele Menschen noch tiefere Aspekte in diesem Film zu geben. Es liegt hier offenbar eines der wenigen Werke zu vor, die eine starke, tiefergehende Resonanz in vielen Menschen auslösen. Warum das so ist, dürfte sich als komplexe Fragestellung herausstellen. Ebenso komplex, wie die Informationen, die in einem bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Film-Universum rübergebracht werden.

Viele Menschen sind von Avatar tief berührt, und haben sich regelrecht in die fiktive Welt des Planeten Pandora verliebt. Andere hingegen, können überhaupt nichts mit dem Film anfangen, und beschreiben ihn als klischeehaft, vorhersehbar und langweilig. Obwohl es leider gerne getan wird, kann man in diesem Fall die Leute nicht einfach gemäß ihren Reaktionen in Schubladen stecken (wie es vielleicht bei intellektuell anspruchsvollen Franchises funktionieren würde, wo die Massenkonsumenten nicht die erforderlriche Reife mitbringen). Was ist es also, das die Leute diesen Film auf so extrem unterschiedliche Weise wahrnehmen und beurteilen läßt? Wieso wird bei manchen sofort eine tiefe Resonanz erzeugt, und andere langweilen sich, oder erfreuen sich höchstens eine Weile an den Special Effects?

Bei genauerer Betrachtung betrifft es nicht nur das jüngste Beispiel “Avatar”, sondern diverse große Franchises. Gute Beispiele sind Star-Trek, Star-Wars, Herr der Ringe, Harry Potter, und in gewisser Weise auch Matrix. Natürlich wird in so komplexen, fiktiven Universen viel mit Archetypen und Mythologien gespielt, was an sich schon eine unterbewußte Resonanz auslöst. Ein bekanntes Beispiel ist die “Magie” von Star-Wars. Aber auch hier gibt es erstaunliche Unterschiede bei den Reaktionen. Persönlich kann ich z.B. sehr gut die Magie von Star-Wars nachempfinden, gehe aber in Sachen Idealismus und Wertevermittlung eher mit Star-Trek konform (in vielen Aspekten eine gute Blaupause für die Zukunft). Herr der Ringe hingegen, löst bei mir überhaupt keine Resonanz aus, und ich empfinde ihn ebenso überlang und uninteressant, wie andere Leute Avatar. Das gleiche gilt für Harry Potter, obwohl dort noch der Aspekt des durchschnittlich jüngeren Publikums hinzukommt. Matrix (1) finde ich ebenfalls faszinierend, aber in einer beschränkteren Art und Weise. Jedoch hat er damals viele Leute auf tiefergehende Gedanken gebracht, und zu einem gewissen Erwachen beigetragen (die Frage “Was ist Realität?”).

Mit Mythologie und Archetypen kann vieles in Menschen bewegt und entfacht werden, aber das ist für mich noch keine ausreichende Erklärung für die teils extrem unterschiedlichen Reaktionen. Vielleicht liegt die Erklärung viel tiefer, als man denken würde. Das bringt uns nämlich zu der Frage, woher die Inspiration kommt. Zum Großteil ist es sicherlich eine kunstvolle Neukomposition der vorhandenen Mythen, Archetypen und Erlebnisse im kollektiven (Unter)Bewußtsein. Zum anderen gibt es jedoch auch inoffizielle Andeutungen, das ganz gezielt Informationen von “Außerhalb” eingegeben oder verwendet wurden. “Außerhalb” steht hier für metaphysische und spirituelle Informationsquellen, die man mit seinen regulären fünf Sinnen nicht anzuzapfen vermag.

Am häufigsten wird natürlich an das berühmte “Channeling” gedacht, welches ebenso geheimnisvoll, wie umstritten ist. Beim Channeln nimmt eine Person in einer Art Trancezustand Verbindung mit nicht-physischen Wesen auf, und übermittelt die empfangenen Informationen physisch. Das heißt, verbal, schriftlich oder manchmal zeichnerisch (bis hin zu Musikkompositionen). Gerüchten zufolge hat Gene Roddenberry, der Schöpfer von Star-Trek, bei einem Medium Informationen channeln lassen, die ihm als Basis für seine Serie dienten. Die Quelle soll der so genannte “Rat der Neun” gewesen sein. Vor allem der Aspekt einer interplanetaren Föderation, die aus verschiedensten Spezies besteht, schien dort eine große Bedeutung gehabt zu haben.

Der gewaltige Nachteil von Channelings liegt beim übermittelnden Medium. Sämtliche Informationen (sofern sie von Außen kommen) werden durch die Vorlieben und Ansichten des Mediums unterbewußt gefiltert, verzerrt und verschnörkelt. In manchen Fällen scheint eine Nachricht so von Licht und Liebe-Phrasen überzogen zu sein, das die eigentliche Aussage völlig entstellt oder verschwunden ist. Deshalb wird diese Methode in ausgeglicheneren Grenzwissen-Kreisen nur sehr bedingt als nützliche Informationsgewinnung gesehen. Was meist bleibt, ist warscheinlich nur die Inspiration, die der Leser aus den Inhalten ziehen kann, ohne sie zu wörtlich zu nehmen.

Im Fall von “Herr der Ringe” gibt es Erzählungen, das dessen Schöpfer J.R.R. Tolkien (bewußt oder unbewußt) Erinnerungen aus einer anderen Inkarnation seiner selbst als Grundlage genommen haben soll. Erinnerungen an andere Inkarnationen können ebenfalls subjektiv verzerrt sein, und sind nicht objektiv nachprüfbar, sofern die Inkarnation nicht zeitnah auf der Erde stattfand, wo noch physische Charakteristika aus der Zeit jener Inkarnation vorzufinden sind (oder in Einzelfällen sogar Dokumente mit Personendaten). Aber sie haben offenbar die Eigenschaft, intensiver und vor allem persönlicher zu sein, als andere Informationsquellen (abgesehen von AKEn).

Ein weiteres, interessantes Gerücht gibt es bezüglich Star-Wars. Der Grundaufbau soll auf einem realen, interstellaren Konflikt basieren, welcher vor mehreren Millionen Jahren stattfand, und als “Orion-Kriege” bezeichnet wird. Wie genau George Lucas (der Schöpfer von Star-Wars) an diese Informationen gekommen sein soll, ist mir nicht bekannt. Aber interessant ist in dem Zusammenhang, das er die geheimnisvolle und auch umstrittene “Federazione di Damanhur” in Norditalien besucht haben soll. Es handelt sich dabei um eine spirituelle Gemeinschaft, die (ohne Nachdrücklichkeit oder offensichtliche PR-Methodik) behauptet, über eine alternative, auf nicht-physischer Energie basierende Technologie zu verfügen, und damit sogar Zeitreisen zu unternehmen. Neben George Lucas sollen auch viele andere Autoren dort angereist sein, um sich inspirieren zu lassen. Das eröffnet natürlich viel Raum für interessante Spekulationen.

Wie es diesbezüglich mit dem aktuellen Beispiel “Avatar” aussieht, weiß ich nicht. Aber der Film bewirkt auf jeden Fall in vielen Menschen die Sehnsucht nach einer stärkeren Verbindung zur Natur und mehr Lebendigkeit. Zweifellos Dinge, die in unserer “zivilisierten” Welt fast verschwunden sind. Viele, die erstmals wieder diese Sehnsucht verspüren (und vorher für diese Empfindung unbewußt oder verschlossen waren) verfielen durch den Film sogar in eine Depression, da ihnen ihr wirkliches Leben plötzlich grau und sinnlos vorkam (“Post Pandora-Depression” oder “Na’vi-Blues” genannt *g*). Andere, die sich schon länger dieses Naturaspekts bewußt sind, sind bewegt von der oppulenten Darbietung des Films, und der Personifizierung von Aspekten, die in unserer Gesellschaft meist garnicht oder nur geringfügig zu finden sind (durch die Na’vi, insbesondere Neytiri).

Es ist das Gegenteil der Oberflächlichkeit, die unsere Konsumgesellschaft durchdringt, und viele Leute eine falsche Identität leben läßt. In dem Bezug hat der Film scheinbar wirklich Aufweckpotential (wenn auch recht schmerzhaft für Neulinge auf dem Gebiet der Selbsterkenntnis und Bewußtwerdung). Solange es diesen Effekt ausübt, ist James Cameron hier wirklich ein guter Wurf gelungen (ob absichtlich oder unbewußt). Und solange das Individuum die gewonnene Inspiration für die eigene Entwicklung verwendet, und nicht in die fiktive Welt flüchtet, weil das reale Leben zu trist wirkt (was es nicht ist, wenn man wirklich unter die Oberfläche schaut). Der negative Effekt ist ja von MMORPG-Süchtigen bekannt. Diese haben vermutlich angefangen, Aspekte ihres realen Lebens als leer und illusionär zu verstehen, aber verkriechen sich dann in die bunte Onlinewelt, über die sie volle Kontrolle haben (statt konsequent weiterzugehen, und das reale Leben bzw. ihre Persönlichkeit authentischer zu leben). So oder so, die Auswirkungen solcher speziellen Franchises können äußerst komplex sein, und uns eine nützliche, aber vor allem auch freudige Inspiration bieten. Der Aspekt der Inspiration selbst bietet zudem für den Bewußtseins-Interessierten spannende Forschungsmöglichkeiten.

Warum gibt es jetzt aber die unterschiedlichen Auffassungen über solche Werke? Dort steigt man wohl wirklich tief in den Grenzbereich, wenn normale Erklärungen unzureichend sind. Hat es mit unserer persönlichen, spirituellen Herkunft bzw. inkarnationsübergreifenden Lebenserfahrung zu tun, ob wir dort eine Resonanz erfahren? Finden wir es nur ansprechend, wenn wir vertraute Aspekte (bewußt oder unterbewußt) wiedererkennen? Ist es vielleicht eine Art Nostalgie oder Sehnsucht, die sich auf längst entschwundene Erlebnisse und (positive) Erfahrungen bezieht? Wie kommt es z.B., das manche Leute eine grundsätzliche Abneigung gegen (fiktive) Aliens jeder Art haben, und sich auch sonst nicht für das physische Weltall interessieren, und andere (wie ich) ungemein fasziniert sind? Liegt es vielleicht an dem Interessensfokus, den wir in unseren bisherigen Erfahrungen entwickelt haben?

Ich könnte mir durchaus vorstellen das jemand, der zum ersten Mal physisch inkarniert, und bisher nur in nicht-physischen Welten existiert hat, eine gewisse Abneigung bzw. Desinteresse für den physischen Variantenreichtum (darunter natürlich auch andere Planeten und Lebensformen) hat. Jemand, der hingegen schon lange physisch unterwegs ist, und vielleicht schon viele Planeten bewohnt hat, könnte dadurch eine große Faszination mit diesen Aspekten entwickelt haben. Allerdings kann man dort auf keinen Fall pauschalisieren, denn die Gesamtheit einer Existenz ist einfach zu komplex, um das aus dem aktuellen Bezugsrahmen heraus beurteilen zu können. Es wird warscheinlich ein unglaublich komplexer Mix aus positiven und negativen Erfahrungen, Schlussfolgerungen und Vorlieben sein. Nur schade für die besonders ernsten Filmkritiker, die ein subjektives Empfinden objektivieren wollen, was letztlich nicht zielführend sein kann… ;-)

CROPfm-Sendungen mit Bezügen zum Thema:

CROPfm – The truth is out there
CROPfm – Realitätscheck mit Bernhard und Dr. Nachtstrom

Autor: Wingman

Selbsterfahrung

22. November 2009

Als Anknüpfung an das Thema “Glaubenssysteme“, mal eine detailliertere Betrachtung zur “Selbsterfahrung”:

Der besagte Artikel ging in einer allgemeinen Art auf Glaubens- und grundsätzliche Einordungssysteme ein. Nun möchte ich den Aspekt der Selbsterfahrung noch etwas näher beleuchten. Denn aus der Selbsterfahrung kann ohne rationale Ordnungs- bzw. Betrachtungsprinzipien auch schnell wieder eine unzureichende oder dogmatische Schlussfolgerung entstehen.

Ein Beispiel dazu, welches eine Bekannte von mir kürzlich brachte: Könnte man ins Mittelalter gelangen, und hätte ein Flugzeug dabei, das man den Einheimischen vorführen würde, so würden diese es höchstwarscheinlich für Magie halten.

Aber warum würden sie es für Magie halten?  Weil ihnen das Wissen, die Vorstellungskraft und somit erstmal auch dass Bewußtsein fehlt, das so etwas auf naturwissenschaftlich-technologische Weise erreicht werden könnte. Ähnlich würde es vielleicht aussehen, wenn Menschen aus unserer Zeit z.B. mit unvorstellbar hochentwickelter Alien-Technologie in Kontakt kämen, oder gar mit Entitäten, die ohne Technologie zu Dingen in der Lage sind, die den uns bekannten und gewohnten Naturgesetzen widersprechen (z.B. physische Teleportation durch Geisteskraft).

Dank der Naturwissenschaft und auch Science Fiction herrscht in gewissen Kreisen warscheinlich eine größere Offenheit für unglaublich wirkende Technologien, als etwa im Mittelalter (obwohl ich das mangels Zeitmaschine auch nicht verifizieren kann *g*). Die Einstellung wäre vermutlich “Es ist definitiv technologisch, aber wir wissen noch nicht, wie es funktioniert.”. Bei den rein geistigen Fähigkeiten, deren offizielle Erforschung in unserer Zeit noch in den Kinderschuhen steckt, wäre die Verwunderung aber vielleicht ähnlich groß, wie bei der mittelalterlischen Flugzeugbegegnung. Allerdings würde man es bei dem heutigen Zeitgeist wohl eher für einen raffinierten Trick oder Fake halten, statt unerklärliche Magie.

Wie auch immer, beide Einstellungen sind letztlich dogmatisches Schubladendenken (letzteres oft unter dem Vorwand der Skepsis), um das Unerklärliche irgendwie einordnen zu können. So wird aus direkter Selbsterfahrung in dem Fall wieder Dogmatik. Aber wie kann man dieses Schubladendenken effektiv vermeiden, wenn man völlig unbekannte Bereiche erforscht?

Es ist auf jeden Fall immer eine Gratwanderung, wenn solche Grenzbereiche angegangen werden, da sich das eigene Bewußtsein in einer Extremsituation befindet. Man muß damit rechnen, dass sich das eigene Weltbild ständig um 180° drehen könnte. Ich bevorzuge als Methode den “Neutral Point of View” (“neutraler Standpunkt”), oder wie ich es oft nenne, die “neutrale Ecke”. Man könnte es auch vereinfacht als “Kann sein, kann aber auch nicht sein”-Prinzip beschreiben.

Meiner Meinung nach ist es möglich, Informationen zu sammeln, ohne dieses sofort in vordefinierte Schubladen stecken zu müssen. Wenn z.B. die eigene Erfahrung noch nicht ausreicht, um etwas authentisch einzuordnen, und man dann im Rahmen der Selbsterfahrung auf solche völlig neuen Aspekte stößt, kann man sie in der “neutralen Ecke” ablegen. Mit wachsender Erfahrung und Wissen ergibt sich vielleicht eines Tages ein Gewißheitengebäude, das eine authentische Einordnung des erfahrenen Aspektes zuläßt. Bis dahin kann man die Erfahrung neutral verwahren, ohne sie direkt in Schubladen stecken zu müssen (quasi eine Art entkoppelte “ToDo-Liste”).

Viele Menschen scheinen mit dieser Art des Denkens ein großes Problem zu haben (zumindest meiner subjektiven Beobachtung nach). Vielleicht ist das zum Teil auf gesellschaftliche Konditionierung (“Ja und nein”-Denken ohne “vielleicht” bzw. “sowohl, als auch”), oder auf die stark dualistische Natur unseres physischen Lebenssystems selbst zurückzuführen (letzteres nur oberflächlich, da es z.B. in der Quantenwelt auch die “Superposition” gibt). Oder es ist gezielt so konstruiert, damit die Masse sich wie eine brave Schafsherde verhält, und leichter zu kontrollieren ist. Da kommen wir aber schon in den Bereich düsterer “Verschwörungstheorien” (obwohl ich letzteren Begriff für die Thematik nicht mag).

Wie auch immer, sich mit dem neutralen Standpunkt vertraut zu machen, kann meiner Meinung nach nicht schaden. Er ist ein wichtiges Werkzeug, um sich bei der eigenen Entwicklung nicht unnötig zu behindern. Das ist jedoch natürlich nur meine persönliche Meinung, und ich weiß, das es zu dem Thema noch ganz andere gibt. Jedoch ist es für mich ein unabdingbarer Bestandteil des Entwicklungsmotors.

Autor: Wingman

Beobachtungen zur Zeitqualität (II)

1. November 2009

Es ist mal wieder Zeit für eine (selbstverständlich subjektive) Betrachtung der Zeitqualität…

Die Transformation geht offenbar unaufhaltsam weiter.  Alte, unbewußte Muster werden in die Bewußtheit getrieben, was nicht immer ein bequemer oder angenehmer Prozess ist. Durch die starke Mustertransformation, die unausweichlich Selbstreflektion  erzwingt (da sonst Stagnation), treten anscheinend auch “vakuumartige” Zustände auf, die neu gefüllt werden wollen. Man merkt es vielerorts in den Communities, und auch im persönlichen Bereich. Sogar alte, jahrelange Bindungen scheinen sich in manchen Fällen zu lösen, um dadurch entstandene Entwicklungsbehinderungen zu entknoten.

Der vielzitierte Wandel findet in der Tat statt, und wird immer stärker spürbar. Aber warscheinlich anders, als es sich Einige vorgestellt haben. Es geht nicht darum, das wir (egal wie schlecht und unreif wir uns verhalten) von Außen in makellose Licht und Liebe™-Wesen verwandelt werden. Tatsächlich sind WIR selbst der Wandel! Niemand kann uns das abnehmen, da es sonst keine Entwicklung gibt, denn Entwicklung geht immer von einem Individuum selbst aus. Selbstreflektion ist der Weg, und das Ziel ist Selbsterkenntnis. Meiner Meinung nach, um uns letztlich immer neu selbst zu erfahren, und daraus völlig neue Perspektiven entwickeln. Der Spruch “Der Weg ist das Ziel” offenbart dabei seine wahre Essenz.

Soviel wieder mal zur (subjektiven) Betrachtung der Zeitqua(ä)lität. Genießt diese großartige Reise, trotz der Strapazen! Denn große Abenteuer und Strapazen gehören zusammen.

Zeitqualität 2009-Thread

Autor: Wingman

Animalisches Sub-Selbst, Ego und Selbstreflektion

19. Oktober 2009

Viele spüren zur Zeit eine besonders ausgeprägte Tendenz, bei der alte, unbewußte Muster an die Oberfläche des Bewußtseins gelangen. Dazu können alte Konflikte, Traumata, Dogmen oder sonstige “Leichen im Keller” gehören. Bisweilen wird man von der Intensität dieser Muster überwältigt, und läßt sich vom Ego steuern. Das Ego ist dabei in einer Art Alarmzustand, bei dem verschiedene psychische Verteidigungs- bzw. Vermeidensmuster verwendet werden. Daraus erwächst in erster Linie Zündstoff für Streits und Konflikte zwischen den Menschen. In Extremfällen treffen  bei beiden Konfliktparteien ähnliche, alte Muster aufeinanderzutreffen, so das jeder Teilnehmer mit einer Art verzerrtem Spiegelbild konfrontiert wird. Was er darin erkennt, wird folglich als Gefahr eingestuft, denn es springt auf die eigenen, unreflektierten Konfliktmuster an.

Es stellt sich allerdings die grundsätzliche Frage, wie solche Konfliktmuster entstehen, oder zumindest, warum sie so zerstörerisch werden können. Eine Möglichkeit könnte das Konzept des “animalischen Sub-Selbst” (ASS) sein, wie es von Robert Monroe in seinem dritten Buch beschrieben wurde. Das ASS setzt sich aus den instinktiven Bereichen unseres Gehirns zusammen, und beinhaltet immer noch die Instinktmuster aus Urzeiten (der Bereich wird auch manchmal als “Reptiliengehirn” bezeichnet). Während diese Muster für weniger komplexe Lebensformen eine überlebensnotwendige und vollkommen verläßliche Lösung bieten, entstehen im menschlichen Geist hingegen extreme Widersprüche.

So kann der Herdentrieb der individuellen Vernunft im Wege stehen, wenn man es vorzieht, ohne Eigenverantwortung und Selbstdenken dem Gruppenkonsens zu folgen. Dieser kann geradewegs ins Verderben führen, was durch ein individuelles Selbstdenken der Gruppenmitglieder hätte verhindert werden können. Der eine, ausschlaggebende Gruppenimpuls wurde nicht hinterfragt, und somit keine Selbstreflektion betrieben. Ein anderes Beispiel ist die Gier und der Glaube an endlose Expansion. Während der grundlegende Impuls sicherlich mal eine vernünftige Einrichtung zum Überleben war (z.B. Vorräte für den Winter anlegen), ist er in unserer Gesellschaft völlig verzerrt und bis zur Absurdität pervertiert worden.

Der lebensnotwendige Instinkt von früher wurde mit der Zeit zu Materialismus und Geldgier, und leider sogar zu einem erstrebenswertem und anerkannten Ziel in der Gesellschaft. Es ist der Trieb, der Milliardäre, die sich nie wieder Geldsorgen machen müßten, mit rücksichtslosen Mitteln immer noch mehr Kapital anhäufen läßt. Zur Rechtfertigung wird dann gerne dass “Survival of the fittest”-Prinzip herangezogen (mündend in Sozialdarwinismus), damit die millionen Verhungernden, welche keine derartigen Möglichkeiten (“Intelligenz”, Umstände…) oder die passende Rücksichtslosigkeit hatten, nicht das Gewissen des “Gewinners” belasten. Ein vernichtender Teufelskreis, bestehend aus  absurder Aneignung und ungerechter Verteilung, ist entstanden. Weitere Beispiele wären Staatenbildung, Kontrollbedürfnisse und disharmonischer Raubbau an der Natur. Kurz gesagt; Leben im Ungleichgewicht.

Man kann durch Selbstbeobachtung feststellen, dass alle Schichten des Wachbewußtseins ausnahmslos das ASS durchlaufen, und durch dessen Impulse beeinflußt werden. Was für Tiere lebensnotwendig ist, hat sich für die Menschen zum warscheinlich größten Problem (oder am Ende zum größten Entwicklungsmotor; wie man es nimmt) entwickelt. Es kann nicht abgeschaltet werden, weil es fester Bestandteil unseres Wachbewußtseins und des Egos ist. Aber man kann versuchen, den Einfluss auf sich selbst zu verringern. Dazu hilft allerdings nur Selbstreflektion und Selbsterkenntnis. Warum reaigere ich in Situation X auf die Weise Y? Wieso löst Muster Z bei mir Konfliktreaktionen aus?

Sind die mir legitim erscheinenden Reaktionen wirklich berechtigt, oder entpuppen sie sich bei objektiver Betrachtung als Irrtum? Solche Fragen sollte man sich in konflikthaften Situationen stellen, und versuchen, den eigenen Standpunkt aus einer komplett anderen Sicht wahrzunehmen. Auch Schuldzuweisungen und Wertungen führen in eine Sackgasse, selbst wenn sie erstmal legitim erscheinen. Das Ego besteht in der Regel auf Geltung und die Zuerkennung des eigenen Rechts. Dies ist auch ein wichtiger Schutzmechanismus in unserer Welt, aber man sollte ihn stets hinterfragen, und schauen, ob man sich im Kreis bewegt. Wenn ewig nach dem “Auge um Auge”-Prinzip vorgegangen wird, ist die Menschheit am Ende völlig blind.

Das Ego ist also scheinbar immer noch ein effektiver und (mit Vorbehalt) “notwendiger” Wachhund in unserer Zeit. Es kann (wenn es ungehindert agieren kann) verdammt hart und ungerecht zubeißen, weshalb es immer an der Hundeleine namens “Selbstreflektion” gehalten werden sollte. Ansonsten wird das Lernspiel namens “Irdisches Lebenssystem” frustrierend und kommt letztlich zum Stillstand (was in letzter Konsequenz wohl auch das Ende der menschlichen Spezies bedeuten würde).

Zum Schluss noch ein spezieller Dank an eine bestimmte Person, die mich zu diesem Artikel inspirierte.

Autor: Wingman

Prometheus-Magazin Vol. 2

15. September 2009

Heute wurde die zweite Ausgabe des Prometheus-Magazins veröffentlicht.  Die Inhalte sind wieder gewohnt vielfältig ausgefallen, und decken verschiedenste Grenzbereiche ab.

Inhalt:

  • Die Reise
  • Naturmagie – Oder: Die Kunst nicht nackt im Wald zu tanzen
  • Radler (Comic)
  • Erinnerungen – Wollt ihr sie wirklich zurück?
  • Die Rückkehr der Dodos
  • Das Chaos
  • Bester Freund und schlimmster Feind
  • Der Tod – Ein Tabuthema der heutigen Gesellschaft
  • Die Feen – Teil 1
  • Flügeleisen (Comic)
  • Was sind Vampire?
  • Der Chupacabra – ein mythisches Wesen der heutigen Zeit?
  • Das Phänomen der ausserkörperlichen Erfahrung

Als Neuerung hat das Magazin jetzt ein individuelles Layout bekommen, welches zusätzlich durch Comics aufgelockert wird.

Downloadseite des Prometheus-Magazins

Autor: Wingman

Persönliche Freiheit

13. September 2009

Es ist der Leitsatz ganzer Bewegungen, und auch ein oft zitiertes Anliegen aufgeweckter Individuen: Die Freiheit.  Entweder als gesellschaftliches Attribut, oder im individuellen Fall als persönliche Freiheit. Doch gibt es überhaupt eine eindeutige Definition davon? Sicherlich, es bedeutet erstmal, frei von fremden Zwängen zu sein, oder die Möglichkeit zu haben, dagegen anzukämpfen. Doch ist das schon wirklich persönliche Freiheit? Oder gerät man nur von einem geistigen Gefängnis ins nächste?

Das diese Frage garnicht so leicht zu beantworten ist, zeigt dieser aktuelle Thread im Forum:

Persönliche Freiheit

Autor: Wingman

Soulfire Camp 2009

18. August 2009

Es war mal wieder soweit: Das Soulfire Camp 2009 hat stattgefunden, und zwar vom 14. bis 16. August. Erstmals im Jahre 2008 unter dem Namen “Earthfiles Sommercamp” veranstaltet, bietet es seitdem eine community-übergreifende Treff- und Austauschmöglichkeit. Als Ort stand uns abermals die Brandengrabenmühle im idyllischen Ehrenburgtal an der Mosel zur Verfügung, welches eine beeindruckende Naturkulisse bietet.

Hier nun einige Impressionen aus meiner Sicht:

Freitag, der 14. August
Nachdem es am Vortag kräftig geschüttet hatte, begann sich nun die Sommersonne durchzusetzen und die Feuchtigkeit hinweg zu trocknen. Das Organisationsteam erledigte die letzten Vorbereitungen, und am Vormittag trafen auch schon die ersten Besucher ein. Nach einiger Konversation am Terrassentisch der Brandengrabenmühle, schloß ich mich drei weiteren Leuten an, welche die Umgebung bewandern wollten. Unser Weg führte uns zuerst durch den Wald, dann an einer weiteren Mühle vorbei, und schließlich in die imposante Ehrbachklamm. Dort bewegten wir uns schnellen Schrittes an der Seite eines Baches über Felsen, Pässe, Holzbrücken und Metallsprossen. Ich selbst habe dabei die Aufgabe des Fotografen gewählt, was es hin und wieder wegen der Fotos und der Ausrüstung schwierig machte, Schritt zu halten. Doch trotz einiger heikler Stellen lief die Wanderung reibungslos, und hat ein erinnerungswürdiges Naturerlebnis spendiert.

Soulfire Camp 2009 - Ehrbachklamm

Ehrbachklamm

Am frühen Abend begannen wir mit dem Sammeln von Feuerholz für das nächtliche Lagerfeuer. Um auch ausreichend Brennmaterial zu haben, waren ein paar dicke Stämme dabei. Gleichzeitig traf auch der Großteil der Thetawaves-Teilnehmer ein, die sogleich ihr Lager auf der großen Campingwiese errichteten. Kurz darauf wurde das Lagerfeuer am Feuerplatz vor der Brandengrabenmühle entzündet, wo sich die inzwischen zahlreich gewordenen Besucher nach und nach einfanden. Es bot einen willkommenen Wärmekontrast zur aufkommenden Nacht, die in diesem Tal sehr kühl ausfallen kann. Zusätzlich gab es noch Köstlichkeiten vom Grill.

Soulfire Camp 2009 - Lagefeuer

Lagerfeuer am Freitag Abend

Zwischenzeitlich stellten Juvi und ich noch Teelichter-Laternen zwischen der Brandengrabenmühle und der Campingwiese auf, damit jeder zeltende Besucher seinen Weg durch die finstere Nacht findet. Schließlich begab ich mich gegen 3 Uhr Nachts Richtung Zelt und ließ diesen ersten Tag des Soulfire Camps 2009 meinen schlafbringenden Theta- und Deltawellen weichen.

Samstag, der 15. August
Um kurz vor 10 Uhr morgens brach für mich der zentrale Tag des Camps an. Nach Dusche und Frühstück ging es zu einem kleinen Einkaufs- und Sightseeing-Ausflug durch verschiedene Dörfer entlang des Mosel-Ufers.

Mosel-Sightseeing

Sightseeing an der Mosel

Danach gestaltete sich der weitere Nachmittag sehr chillig. Neben einer Liegeaktivität auf der Campingwiese, gab es noch einen kurzen Waldausflug. Am Abend wurden dann gleich zwei Lagerfeuer entfacht; eines am gewohnten Feuerplatz, und ein anderes an einer Feuerstelle der Campingwiese. Ich besuchte zuerst abwechselnd beide Stellen, und hörte Diskussionen zu diversen Themen. Danach blieb ich längere Zeit am Feuerplatz und hatte eine sehr interessante Unterhaltung mit nette_nachbarin über künstlerische Digitalfotografie und Co.

Lagerfeuer am Samstag Abend

Später, schon tief in der Nacht, begab ich mich nochmal zur Feuerstelle auf der Campingwiese, wo wir den Tag entspannt ausklingen ließen. Um das Feuer noch eine Weile zu speisen, suchte ich per Taschenlampe aus mehreren Ecken Brennholz zusammen. Den Sternenhimmel über dieser dunklen Wiese zu beobachten war eine begeisternde Sache, denn so klare  Nächte  abseits der Lichtverschmutzung findet man relativ selten in Deutschland. Nach einer Weile war auch das letzte Brennholz heruntergebrannt, und der Schlafsack erwartete mich abermals um 3 Uhr herum.

Sonntag, der 16. August
Um kurz nach 9 Uhr morgens begann für mich der letzte Tag des diesjährigen Camps. Das Packen wurde  langsam begonnen, und es fanden noch einige interessante Dialoge an der Brandengrabenmühle statt. Zwischendurch wurden letzte Formalitäten geregelt. Nachmittags baute ich mit Abbadon mein Zelt ab, und wir versuchten es passend einzupacken (oder wie ein gewisser Regor es ausdrückte; “kompakt falten” *g*). Das stellte sich dank Glutofen-Hitze auf der sonnigen Wiese als ziemlich anstrengend heraus, weshalb wir das Zeug in den Schatten brachten, und dort solange falteten, bis es paßte (hab ich schon erwähnt, das ich solche Fummelfalterei nicht zu meinen Lieblingsaktivitäten gehört?).

Heißer Zeltabbau

Glühendheißer Zeltabbau

Als auch das endlich geschafft war, brachten wir unser schwergewichtiges Gepäck nach vorne und unterhielten uns mit den noch anwesenden Besuchern. Schließlich, am späten Nachmittag, kam die Verabschiedung, und ich machte mich mit Grimoire und woodentiger auf den Weg in Richtung Heimat.

Bereit zur Abreise

Bereit zur Abreise

Nach einer Reise über Autobahnen und noch ein relativ kurzes Stück Gleise, kam ich am Abend gegen 21 Uhr zu Hause an, und begann sogleich die Nachbereitung (Fotos, Berichte etc…) dieser erinnerungswürdigen Veranstaltung.

Fazit: Ein klasse Erlebnis, das ich noch lange aktiv im Gedächnis behalten werde. Auf das es im Jahr 2010 wieder so wird, oder sogar eine Steigerung erlebt… :-)

Soulfire Camp 2009-Thread

Autor: Wingman

Gibt es Bewußtlosigkeit?

10. August 2009

Diese Frage mag auf dem ersten Blick seltsam klingen, aber bei näherer Betrachtung eröffnen sich dadurch einige interessante Aspekte bezüglich außerkörperlicher Erfahrungen, Träume und anderer Bewußtseinsphänomene. Ist unser Bewußtsein bei Bewußtlosigkeit wirklich ausgeschaltet, oder ist es einfach nur woanders unterwegs, und wir erinnern uns im Wachzustand nicht daran? Diverse Beobachtungen und Erfahrungsberichte deuten auf die letztere Möglichkeit hin.

Aber wenn es so ist, warum können wir uns im physischen Wachbewußtsein nur so schwer bzw. garnicht daran erinnern? Und was tun wir die ganze Zeit, während eben jenes physische Wachbewußtsein inaktiv ist? Natürlich gibt es den REM-Schlaf mit Träumen (an die sich die meisten Menschen größtenteils nicht erinnern), aber daneben existiert noch der tiefe, traumlose Delta-Schlaf. Und da wird es wirklich interessant…

Zwischen den Traumphasen
Gibt es Bewußtlosigkeit?

Autor: Wingman

Experimentierfreudig?

31. Juli 2009

Wie die meisten Leser und Schreiber von Thetawaves wissen, mangelt es in der Regel nicht an Forscherdrang und Experimentierfreudigkeit. Daher entstehen gerade erste Überlegungen für ein neues AKE-Experiment der Community (und eventuell darüber hinaus).

Hauptziel wird es natürlich wieder sein, sich auf nicht-physischer Ebene zu treffen, und Erinnerungen daran zu behalten. So könnte sich für jeden Teilnehmer die Möglichkeit eröffnen, durch Selbsterfahrung die Echtheit des Phänomens zu erleben. Ein weiteres Anliegen des Experimentes ist es, eine möglichst repräsentative Evidenz zu erreichen, die im Fall von äußerem Skeptiker-Interesse verwendet werden kann. Aber natürlich auch, um offenen Neulingen interessantes und spannendes Material bieten zu können.

Da die Planung noch in den Kinderschuhen steckt, ist noch kein Durchführungszeitraum bekannt. Auch die Methodik wird sich von den vorherigen beiden Experimenten unterscheiden, oder eine Art Kombination daraus werden. Man darf also gespannt sein…

AKE-Experiment #2 (2008)
AKE-Experiment #1 (2007)

Autor: Wingman

Prometheus-Magazin Vol. 1

15. Juli 2009

Ein neues Projekt namens “Prometheus” hat das Licht der Netzwelt erblickt. Dabei handelt es sich um ein PDF-Magazin, in dem verschiedene, nicht-alltägliche Themen behandelt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Bewußtseinsforschung, Selbstfindung und dem noch relativ unbekannten Otherkin-Phänomen. Des Weiteren finden sich in jeder Ausgabe News und Ankündigungen zu geplanten Veranstaltungen, sowie Hinweise und Tipps zu anderen Projekten und Webseiten.

Das Prometheus-Magazin ist ein Projekt des Otherkin-Forums, aber zukünftig auch als community-übergreifende Publikation geplant. Man darf also auf vielseitige Inhalte gespannt sein.

Downloadseite des Prometheus-Magazins

Autor: Wingman