Dies ist mein alljährliches Resümee zum Soulfire Camp, welches im Jahre 2014 zum sechsten Mal stattfand. Eines kann ich bereits vorwegnehmen: Der Ort bzw. die Zusammenkunft zeigt jedes Jahr deutlicher, das es eine ganz spezielle Gelegenheit für die Beteiligten darstellt. Untransformierte bzw. unbeachtete Dinge werden in besonderem Maße an die Oberfläche gebracht, und häufig auch geklärt (oder zumindest in notwendiger Weise angetriggert). Sei es zwischenmenschlich, oder in einem selber.

Ich tendiere deshalb dazu, das Camp jedes Jahr als eine Art Nexus für Transformation, Inspiration, neue Möglichkeiten und neue Synergien zu betrachten. Daneben aber natürlich auch als willkommenen Kurzurlaub der besonderen Art.

Ich reiste bereits am Donnerstag Mittag mit zwei Bekannten an, von denen uns einer in seinem Auto mitnahm. Das Wetter an diesem Tag war vielversprechend, besonders in Hinblick auf den Zeltaufbau. Als wir vor Ort ankamen, waren schon ungewöhnlich viele Besucher da, denn einige reisten dieses Mal bereits am Mittwoch an.

Soulfire Camp 2014 - Baumgesicht

Immer noch namenlos… Mir fiel kreativerweise “Baumgesicht” ein

Wir begrüßten die neuen und alten Bekanntschaften, und nutzen das schöne Wetter sogleich für den Zeltaufbau. Dass das, neben modernen Luxus- und Wurfzelten, manchmal auch traditionellere Varianten sein können, zeigte sich sogleich in Form eines bereits aufgebauten Tipis:

Soulfire Camp 2014 - Tipi

Für alle, die es (wirklich) ur-amerikanisch mögen

Nach dem Zeltaufbau und einigen organisatorischen Dingen, machten wir uns sogleich auf zu einer kleinen Wanderung. Dieses Mal hatte ich Unterstützung durch mein GPS-Gerät, in dem schon einige Routen und Wegpunkte vorgespeichert waren, die mich interessierten. Wir nahmen einen Pfad auf der linken Seite des Tals, welcher tolle Aussichtspunkte bereithalten sollte. So war es dann auch… :-)

Soulfire Camp 2014 - Erster Weitblick

Ein erster Weitblick über das Ehrenburgertal

Diese Ansichten sollten später noch übertroffen werden. Für diese kleine Wanderung reichte es jedoch erstmal aus, denn wir wollten noch jemanden an der Brandengrabenmühle begrüßen. Als Rückweg nahmen wir die schnellere, aber ungewissere Variante, welche uns einen steilen Schieferhang herunterführte. Irgendwo dort unten würden wir auf den Weg treffen, welcher zur Mühle führte. Unterwegs fanden wir auf dem Hang noch eine sehr kleine Höhle vor, in die ein Mensch gerade so reinpassen würde. Aber als Unterschlupf bei widrigrem Wetter durchaus vorstellbar. :-D

Soulfire Camp 2014 - Höhlchen

Für angehende Höhlenforscher, die erstmal klein anfangen wollen.

Ein Stück unterhalb der Mini-Höhle trafen wir wieder auf den Weg, der nur wenige hundert Meter vom Zeltplatz bzw. der Mühle entfernt lag. Eine “Leyline” (oder eine alte, diagonale Forstschneise?) im Wald erleichterte den Abstieg auf dem letzten Stück. Zurück auf der Zeltwiese traf ich dann auch auf den ersten, amphibischen Mitbewohner. Später sollte sich herausstellen, das es dieses Jahr von Fröschen, Kröten, Lurchen und Eidechsen nur nur so wimmelte.

Soulfire Camp 2014 - erster Frosch

Frosch-Paradies: Pfützen, Bäche, Wälder und Wiesen nah zusammen

Apropos amphibisch: Die Location verfügt bekannterweise nur über Duschen. Wer aber nicht auf eine Badewanne verzichten möchte, und wem ein bisschen Strömung und Kühle nichts ausmacht, der wird an einigen Stellen der dortigen Bäche sicherlich fündig werden. Natürliche und “nachgeholfene” Stauungen sorgen für Sammelbecken, die tief genug sind, um mal ein bisschen einzutauchen. Gerade an heißen Sonnentagen ein schönes Naturerlebnis. Und wer etwas Glück hat, sieht dabei mal die eine oder andere Bachforelle. Aber auch Flusskrebse sollen schon gesichtet worden sein.

Soulfire Camp 2014 - Badewanne

Zum sich selber reinlegen: Naturbadewanne mit Wasserfällchen

Inzwischen neigte sich der erste (halbe) Tag schon dem Ende, und wir verbrachten noch einige gemütliche Stunden an der Mühle. Dort fiel mir eine Anzahl neuer Solarlaternen auf, die unsere  Kerzenlaternen gut ergänzen, und auch etwas regenfester sind. Einige Stunden später war schon der erste, offizielle Tag des Camps angebrochen. Als ich aufwachte, bemerkte ich durch mein Zeltfenster, das es draußen noch halbdunkel war.

Soulfire Camp 2014 - Zeltfenster

Mein nächtliches und morgendliches Zeltfenster zur Soulfire-Welt

Der Grund für mein Aufwachen waren vereinzelte Regentropfen, die auf das Zeltdach plädderten, und ein wechselhaftes Wetter für dieses Camp andeuteten. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, das es erst kurz nach 5 Uhr war, weshalb ich mich nochmal hinlegte. Gegen 9 Uhr wachte ich wieder auf, und der Tag konnte beginnen. An der Mühle traf ich zuerst auf ein Katzenfrühstück (nein, nicht im ALF-Sinne ;) ), welches von einem Großteil der inzwischen 13 Mühlenkatzen (mit Gästen) gesäumt wurde. Mit Ankunft vieler Hunde der Besucher, hielt sich die Katzenpräsenz dann tagsüber (leider?) in Grenzen.

Soulfire Camp 2014 - Zeltfenster

Ein Fest für Katzen™

Nach einigen Frühstückshäppchen packte ich mein GPS-Gerät, meine Digicam und etwas zu trinken ein. Es sollte nämlich auf meine erste größere Wanderung gehen, die ich geplant hatte. Manchen erfahrenen Wanderern könnte sie als “Traumschleifen Ehrbachklamm” ein renommierter Begriff sein. Wie sich herausstellte, ist die Namensgebung in keinster Weise übertrieben…

Soulfire Camp 2014 - Echsenfelsen

Hoch durch die Soulfire-Mountains!

Neben malerischen, steilen Pfaden in den Schieferfelsen und grandiosen Aussichtspunkten, zeigten sich vor allem viele Eidechsen. Soviele, das man fast Angst hatte, aus Versehen draufzutreten. Sie sonnten sich in Gruppen auf den heißen Felsen an den höchstgelegenen Stellen der Traumschleife. Ich taufte den Bereich in meinem GPS-Gerät sogleich “Echsenfelsen”.

Soulfire Camp 2014 - Echsenfelsen

Gut getarnter Mini-Repto beim Sonnenbad

Soulfire Camp 2014 - Echse auf der Flucht

Gut getarnter Mini-Repto auf der Flucht

Gegen Ende des felsigen Höhenzuges trafen wir auf einen Überhang, von dem aus man eine grandiose Sicht auf die andere Seite des Tals hatte. Dabei bemerkte ich, das wir uns direkt über der Ehrbachklamm befanden. Man konnte das Rauschen der Wasserfälle vernehmen, aber unter dem dichten Baumbewuchs nichts davon erkennen. Ein weiterer Hinweis war jedoch die Rauschenburg-Ruine in der Ferne, welche unübersehbar auf dem steilen Hügel thronte.

Soulfire Camp 2014 - Rauscheblick

Ein ferner Blick bis rüber zur Rauschenburg-Ruine

Der Weg in die unter uns liegende Ehrbachklamm sollte aber noch eine Weile dauern, da eine Querfeldein-Möglichkeit an dieser Stelle ein bisschen steil gewesen wäre, und die körperliche Gesundheit evtl. in Mitleidenschaft gezogen hätte. Zudem hätte das eine unplanmäßige Abweichung von den traumhaften Traumschleifen bedeutet, obgleich sie die Ehrbachklamm bereits im Namen trugen. Da das Wetter jedoch finster umzuschlagen begann, beschlossen wir schließlich dennoch, einige Abkürzungen zu nehmen. Der glorreiche Kampf gegen Mücken, Bremsen und Zecken zahlte sich aus, weil wir nämlich genau zu dem Zeitpunkt im Herzen der Ehrbachklamm ankamen, als dort auch eine andere Gruppe von Camp-Besuchern verweilte.

Soulfire Camp 2014 - Feuchte Klamm

Feuchte Klamm und nasses Wasser

Nachdem sie gerade ein Bad unter dem großen Wasserfall genommen hatten, taten sich diese Camp-Besucher mit uns zusammen, und wir traten gemeinsam den Heimweg an. Zwar waren wir um ein paar Regentropfen und Schienbeinnarben reicher (ich rutschte kurz aus, und zweckentfremdete eine Schieferplatte als Käsereibe für mein Schienbein), aber wir kehrten mit vielen neuen, wunderschönen Impressionen  zur Brandengrabenmühle zurück. Auch der Regen verschwand kurz darauf wieder, und wir konnten Abends unsere stimmungsvolle “Pistenbeleuchtung” aufstellen.

Soulfire Camp 2014 - Pistenbeleuchtung

Stimmungsvolle Pistenbeleuchtung (bis mal etwas landet :D )

Nun waren schon so ziemlich alle diesjährigen Camp-Besucher eingetroffen, und wir ließen den Abend an der großen Feuerstelle ausklingen. Ein besonders extravagantes Deko-Stück stellte ein mit Kerzen besetzter Wildschweinschädel dar, welcher sogleich als Wächter der Nacht auserkoren wurde.

Soulfire Camp 2014 - Nachtwächter

Knochiger Wächter der Nacht

Als wir uns in Richtung Zelt aufmachten, um uns zur Nachtruhe zu begeben, begegneten uns wieder amphibische Wegbegleiter. Dieses Mal handelte es sich um einen kleinen, organenen Frosch und eine große, warzige Kröte. Der kleine Frosch hatte es sich auf einer vom Wind umgeblasenen Partylaternen-Tüte gemützlich gemacht.

Soulfire Camp 2014 - Minifrosch

Minifrosch auf Maxikerze

Soulfire Camp 2014 - Warzenkröte

Warziger Wegbegleiter

Am nächsten Tag stand eine weitere, große Wanderung an. Diese hatte ich selber in meinem Kartenprogramm geplant, wodurch unverhoffte Strapazen und Überraschungen (entgegen einem erprobten Wanderpfad, wie den Traumschleifen) nicht ausgeschlossen waren. Glücklicherweise stellte es sich als interessante, wenn auch etwas weitläufige Route (~20km) heraus. Sie begann an einem Nebenzulauf des Ehrbaches, und sollte um das Dörfchen Mermuth herumführen.

Soulfire Camp 2014 - Ehrbach-Zulauf

Einer der vielen Ehrbach-Zuläufe

In den langgezogenen und steilen Bachtälern führte uns die Route auf einigen Trampelpfaden entlang, die offenbar schon länger nicht mehr benutzt worden waren. Dennoch fanden wir dort diverse kleine Sehenswürdigkeiten, wie Steinbruchreste, Metallteile und eine Art Stollen im Fels. Zuerst spekulierten wir, ob es sich um eine natürliche Höhle handelt, bemerkten dann aber beim Betreten das abrupte Ende und den eher künstlich wirkenden Aufau des kurzen Ganges. Ob hier mal Werkzeug oder Material gelagert wurde?

Soulfire Camp 2014 - Stollen

Künstlich oder natürlich?

Ein bisschen höher gelegen entdeckten wir dann die Quelle, oder besser gesagt den Quelltopf des Bachlaufes, den wir bereits mehrere Kilometer gefolgt waren. Laut GPS-Gerät würden wir bald vom Tal auf das flache Land gelangen, wo wir das Dörfchen Mermuth durchqueren sollten.

Soulfire Camp 2014 - Quelltopf

Deshalb heißt ein Quelltopf wohl Quelltopf…

Auf dem Land bot sich eine weite Rundumsicht, welche nur durch die Wälder eingeschränkt wurde, aus denen wir gekommen waren, und zu denen wir noch hinwollten. Inzwischen war knapp die Hälfte der Wanderung geschafft, was dafür sorgte, das sich unsere Mägen langsam bemerkbar machten. Allerdings hatten wir noch ein paar langgezogene Waldwege vor uns, die ab dort jedoch besser ausgebaut waren, als die vorherigen Trampelpfade.

Soulfire Camp 2014 - Landschaft

Die aussichtsreiche Landschaft jenseits der Täler

Besser ausgebaute Wege bieten natürlich auch mehr touristische Punkte, vor allem aber Infotafeln. Dabei fiel uns eine täuschend echte, holografische Schautafel auf, die mit einer unglaublich plastischen 3D-Darstellung eine junge Baumanpflanzung zeigte. Ironischerweise befand sich dahinter ebenfalls eine junge Baumanpflanzung, die genauso aussah, weshalb man sich die Kosten für diese teure Bildwiedergabemethode hätte sparen können. :-P

Soulfire Camp 2014 - Holotafel

Täuschend echte 3D-Holografie für Naturfreunde

Weiter ging es durch die Wälder, welche nun wieder langsam aber sicher in die tiefen Täler führten. Dort kamen wir auch am belebten Dieler Hauptbahnhof vorbei, einem der berüchtigsten Umschlagplätze für Waldbeeren und andere Substanzen. Wir schlüpften diskret und unauffällig daran vorbei…

Soulfire Camp 2014 - Dieler Hbf

Zwischen Bachidylle und Drogensumpf: Der Dealer Hauptbahnhof!

Eine Weile später, tief im Herzen eines weiteren Bachtals, fanden wir den Schönecker Stahlbrunnen, der laut einem meiner Begleiter sehr bitter und eisenhaltig schmeckte. Darauf deutete auch das auffällig rote Wasser, bzw. dessen Ablagerungen hin. Für Leute mit Eisenmangel aber sicherlich ein Geheimtipp!

Soulfire Camp 2014 - Stahlbrunnen

Ein Stahlbrunnen voller Eisen

Sich langsam einer gewissen körperlichen Erschöpfung nähernd, beschlossen wir Rast an der Daubesberger Mühle zu machen. Dort gönnten sich ausnahmslos alle Mitwanderer das dickste Eis auf der Karte und ein erfrischendes Getränk. Das eine oder andere Doppelwürstchen mit Brot ging auch noch über den Ladentisch. Dann wurde noch obligatorisch am Mühlrad gespielt, dessen Wasserlauf durch interessierte Besucher beeinflusst werden kann.

Soulfire Camp 2014 - Mühlrad

Auch 2014 noch ein fleißig’ Mühlrad, das nicht einfriert

Die letzte Etappe dieser ausgedehntesten Wanderung des Camps bildete abermals die Ehrbachklamm. Diese wurde aber, in heißer Erwartung von abendlicher Lagerfeuergemütlichkeit und Entspannung für’s geschundene Gebein, im Rekordtempo durchquert. Bei Einbruch der Nacht wurde uns eine mystische (Fast)Vollmondstimmung bescherrt, welche nicht nur eine besondere Atmosphäre erzeugte, sondern auch die Beleuchtung des Geländes unterstütze. Einer unserer Camp-Besucher hielt gegen Mitternacht noch einen kleinen Vortrag über das wenig bekannte und hochinteressante Otherkin-Phänomen.

Soulfire Camp 2014 - Moonlight-Avenue

Temporäre Taufe der Mühlenstraße in “Moonlight Avenue”

Soulfire Camp 2014 - Wolfsmond

In der Stunde des Wolfes?

Soulfire Camp 2014 - Fastvollmond

Ein fast voller Vollmond…

Soulfire Camp 2014 - Brennendes Krokodil

Kaltblütige Reptilienhasser: Wer hat Kroko ins Feuer geschmissen?

Der folgende Tag gestaltete sich wettermäßig wieder sehr launisch. Bei den starken Regenschauern hoffte man auf die strukturelle Integrität der Zelte (die meines Wissens nach wohl auch alle standhielten), und vertrieb sich die Zeit bei einigen Kicker-Turnieren. Auch der gemütliche Vorraum der Bar wurde wieder ausgiebig für einen interessanten und inspirierenden Austausch benutzt.

Soulfire Camp 2014 - Regenwolke

Wer schon immer mal eine Regenwolke aus der Nähe sehen wollte…

Zwei Irre (darunter ich :D ) begaben sich bei diesem instabilen Wetter sogar auf eine spontane Wanderung, und zwar ohne Jacken, sondern nur im T-Shirt. Das Ziel war nah, und doch so fern: Es war ein weiterer Versuch, den seit dem Earthfiles Sommercamp 2008 vermissten “geheimen Wasserfall” wiederzufinden (siehe auch Soulfire Camp 2011). Der Versuch blieb nicht unbelohnt…

Soulfire Camp 2014 - Geheimer Wasserfall 2008

Der “geheime Wasserfall” in 2008…

Soulfire Camp 2014

…wiedergefunden im Jahre 2014!

Die Neugier bewegte uns dazu, dem Bachlauf des Wasserfalls noch soweit wie möglich nach oben zu folgen. Laut GPS-Gerät wären wir dort irgendwann auf den Aussichtspunkt getroffen, welchen wir schon am ersten Tag des Camps bewanderten. Allerdings setzte jetzt nicht nur (wieder) ein starker Regenschauer ein, sondern auch ein Gewitter bewegte lautstark unsere Richtung. Daher beschlossen wir, uns wieder schnellstmöglich bergab zu begeben. Das Gewitter hielt sich in Grenzen, aber bei unserer Ankunft an der Mühle waren wir völlig durchnässt, und unser Vorrat an frischer Kleidung neigte sich langsam dem Ende. Die Kletterei und das Wandertempo zuvor hielten uns aber noch eine ganze Weile warm. Abends bot sich uns dann ein Himmelsschauspiel der besonderen Art, als der Sonnenuntergang die noch verbliebenen Regenwolken in rosarotes Licht tauchte.

Soulfire Camp 2014 - Bindfädenregen

Feuchte Bindfäden im Sonnenuntergang

Soulfire Camp 2014 - Stimmungslicht

Stimmungsvolles Farbenspiel zwischen Regen und Sonne

Soulfire Camp 2014 - Himmelsglut

Himmelsglut (mit freundlicher Unterstützung der Farbverstärkung)

Kurz nach dem Sonnenuntergang eroberten die Regenschauer jedoch das Talwetter zurück. Doch die Feuchtigkeit treibt auch einige der (subjektiv) schönsten Bewohner dieses Ortes auf die Wege, darunter wieder unsere alten Lurchi-Freunde…

Soulfire Camp 2014 - Lurchi

Wieder mal auf der Durchreise zum Schuhkongress: Lurchi

Am nächsten Morgen (die Zelte hielten erstaunlicherweise immer noch) waren nach wie vor feuchte Bewohner der lokalen Natur anzureffen. Eine sehr imposante und sehr warzige Kröte erregte sogar die Neugier von einem unserer Hunde. Aber im letzten Moment verhinderte Frauchen einen direkteren Kontakt zwischen den Beiden (besonders schmackhaft sollen die ja eh nicht sein…).

Soulfire Camp 2014 - Megakröte

Der Krötenkönig unter den Warzenträgern

Soulfire Camp 2014 - Megakröte-Vorne

Küss mich, ich bin ein Prinz!

Die Zeltwiese hat bekannterweise auch einige parasitärere Bewohner zu bieten (unabhängig von der Feuchtigkeit). So wandelte eine ausgewachsene Zecke fröhlich über meine Ausrüstung, und steuerte auch zielsicher auf meinen Finger zu, sobalt ich ihn hinhielt. Die sensorischen Fähigkeiten dieser kleinen Blutsauger sind schon ziemlich effizient. Ob die eigentlich irgendwelche Fressfeinde auf der Wiese haben (z.B. unseren warzigen Krötenkönig)?

Soulfire Camp 2014 - Zecke

Zeck McZecken auf der Suche nach einer Blutmahlzeit

Der letzte Tag, für mich inzwischen zwei Tage nach dem offiziellen Camp-Ende, bot nochmal wunderschönes Wetter bei Sonnenschein und blauem Himmel. Ich nutzte diese Gelegenheit für eine kleine Solo-Wanderung, die mich an einer Stelle vorbeiführte, welche ich mir näher anschauen wollte. Besonders idyllisch fand ich dabei die Bäche, welche im Sonnenschein glitzerten, obgleich sie durch den Regen der letzten Tage sehr viel schlammiges Wasser führten.

Soulfire Camp 2014 - Bach-Idylle

Glitzernde Bach-Idylle im Sonnenschein

Nach einem etwas langgezogenen, steilen Aufstieg traf ich nochmal auf den Aussichtspunkt der allerersten Wanderung. Von dort bot sich mir ein letzter, imposanter Blick ins Tal (jedenfalls für dieses Camp). Man könnte von dort aus eigentlich die Brandengrabenmühle erkennen, aber sie ist gut getarnt zwischen hohen, altehrwürdigen Bäumen. Klar erkennbar sind jedoch der alte Steinbruch neben-, und die auffällige Waldschneise hinter der Mühle.

Soulfire Camp 2014 - Talblick

Imposanter Talblick zur “getarnten” Brandengrabenmühle

Ich wusste, das der reguläre Rückweg eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde, aber da wir bald abfahren wollten, drängte ebendiese Zeit etwas. So beschloss ich, auf schnellstmöglichem Wege ins Tal zurückzukehren, nämlich querfeldein den Hang runter. Ein Blick in den Abgrund mahnte dabei zur ausreichenden Vorsicht.

Soulfire Camp 2014 - Abgrund

Wenn man mal wieder keinen Gleitschirm dabei hat…

Der Rückweg an den steilen Schieferhängen wurde dann eher zu einer rauhen Rutschpartie auf den Schuhen (zeitweise auch auf dem Hintern :D ), statt einem herabwandern. Aber bis auf ein paar härtere Ausrutscher und mit Rücksicht auf die dortige Natur, erreichte ich nach gefühlten 3000 (eher 150) Höhenmetern den Ehrbach.

Soulfire Camp 2014 - Hänge

In den Schieferhängen des Ehrenburgertals

Da ich an einer ziemlich stark bewachsenen Stelle landete, arbeitete ich mich noch eine Weile über die Felsen, bis ich wieder an unserem “geheimen Wasserfall” ankam. Von dort aus war es relativ leicht, wieder auf den Wanderweg zu kommen, und nach wenigen hundert Metern die Brandengrabenmühle zu erreichen. Nachdem die letzten Sachen verpackt waren (das meiste davon erledigte ich bereits am Vorabend), verabschiedeten wir uns, und traten unsere Heimreise vom Löfer Hauptbahnhof aus an.

Soulfire Camp 2014 - Heimwärts

Zurück ins hektische Alltagsgewusel am Löfer Hauptbahnhof

Was lässt sich abschließend sagen? Natürlich wieder nur meine persönliche Meinung aufgrund meiner subjektiven Eindrücke. Um dabei an die Einleitung dieses Resümees anzuschließen: Das Soulfire Camp 2014 spiegelte in allen Belangen (sogar im Wetter und der Natur) die Unruhe und Polarisierung des Jahres 2014 wieder. Es konnten einige würzige Streits, polarisierende Weltbild-Diskussionen, persönliche Bewältigungsprozesse und mächtige Transformationsanstöße erlebt werden. Aber auch alte Ungeklärtheiten, die teilweise mehrere Jahre auf Eis lagen, konnten mit inzwischen dazugewonnener Lebensreife harmonisiert werden.

Baumgesicht - 2008 bis 2014

Ein hölzerner Bekannter im Laufe der bisherigen Camps ;-)

Kurz gesagt: Dass Soulfire Camp 2014 tat das, was es tun soll. Und ich hoffe, das es in dieser Tradition genauso im Jahre 2015 weitergehen wird. Ihr seid wieder alle eingeladen, an dieser Zusammenkunft mitzuwirken, ob alte Veteranen, oder neue Gesichter. Ich freue mich auf euch! :)

Soulfire Camp 2013
Soulfire Camp 2012

Soulfire Camp 2011
Soulfire Camp 2010
Soulfire Camp 2009

Soulfire Camp – Website
Video-Impressionen

Autor: Wingman

Die Software des Thetawaves-Blogs wurde aktualisiert. Ein paar kosmetische Kleinigkeiten bzw. Angleichungen alter Beiträge stehen noch aus, aber ansonsten ist der Blog voll funktionsfähig.

Autor: Wingman

Hier ein längerer Kommentar, den ich mal irgendwo in einer Evolution vs. Kreationismus-Debatte im Infokrieger-Umfeld gepostet hatte. Da man dort leider häufig auf religiöse Fanatiker, Schubladendenker und Scientisten (Leute, die Naturwissenschaft als Ersatzreligion pervertieren bzw. nach Gutdünken verzerren) antrifft, poste ich es hier nochmal als Blog-Artikel. Wäre sonst schade, zuviele Perlen vor die Säue zu werfen… :D

Kreationismus oder Evolutionstheorie? Was wäre, wenn so gesehen beides richtig ist, oder (in der bisher theoretisierten Form) keines davon? Man könnte es z.B. “Involution” nennen. Vielleicht hier mal ein Ansatz, der das scheinbar Unvereinbare vereinen kann:

Wie wäre es, wenn die Grundsubstanz des Univerums an sich Bewusstsein ist, und sich daraus erst alles andere “verdichtet” (inklusive des physischen, für uns teilweise messbaren Teils des Universums)? Bewusstsein als “Ur-Substrat”, ohne dazu gleich notwendigerweise einen personifizierten “Gott” benötigen zu müssen.

Wie kam aber nun das (physische) Universum mit seiner Materie und Energie zustande? Vielleicht wurde irgendwann mal beschlossen, das man neue Möglichkeiten der Existenz ausprobieren möchte, und so wurde ein neuer Teil des multidimensionalen Universums erschaffen, der so stark “verdichtet” wurde, das dort jegliche Interaktion nur noch sehr beschränkt und unter strikten, physikalischen Natugesetzen ablaufen kann. In dem Sinne, das Bewusstsein, bzw. Teile des Gesamtbewusstseins im Universum (nennt es meinetwegen “Gott”, wenn jemand diese Vereinfachung braucht) sich in einzelne “Erfahrungseinheiten” abspalten, und in physische Körper inkarnieren, um Erfahrungen in dieser dichten Materie machen zu können. Die physischen Körper dienen hierbei als biologische Vehikel, die auf der gleichen Ebene und nach den gleichen Gesetzen funktionieren, wie das physische Universum. Sie sind sozusagen unsere “Avatare” in diesem Raum / Zeit-Rollenspiel.

Erst durch die Abwesenheit von “Allmacht”, bzw. völliger Kontrolle / Formbarkeit seiner umgebenden Realität, und der damit einhergehenden Beschränktheit, bieten sich dem Individuum Herausforderungen und Selbsterkenntnis-Effekte, die anders nicht möglich sind. Dazu gehört dann auch das (fast) völlige Vergessen der metaphysischen Herkunft seines Bewusstseins, um sich selbst in diesem temporären Rollenbewusstsein als Mensch voll entfalten zu können. Man MUSS für eine uneingeschränkte Erfahrung glauben, das man Herr / Frau / Wesen XY ist, und nicht nur ein inkarniertes, aber in seiner Urform körperloses / inmaterielles Bewusstsein. Ob das für alle physischen Spezies im Universum gilt, sei in diesem Artikel mal dahingestellt, da ich es aus Perspektive der menschlichen Rollenerfahrung darlegen möchte.

Dass dieser Rollenspielmechanismus aber nicht immer 100% funktioniert, zeigen für das jeweillige Individuum oft verifizierbare Erinnerungen an andere Leben, oder Verbindungen dazu (z.B. durch im aktuellen Leben unerklärbare Affinitäten, Ängste etc…). Wenn man darüber gründlich und vorurteilsfrei recherchiert, oder es (besser noch) selbst erlebt, kann man teils Erstaunliches zutage fördern. Das geht z.B. durch Rückführungen (mit Aufzeichnung der Sitzung, um Suggestionen auszuschließen). Aber vor allem die Selbsterkenntnis ist (nicht nur) dort ein wichtiges Werkzeug, wenn man bemerkt, das man sich durch viel mehr definiert, als man durch die bisherigen Lebenserfahrungen oder Genetik erklären könnte (siehe wiederum Affinitäten etc…).

Und vergesst mal alle Eso-Freaks, die in ihren “früheren” Leben (das ist nicht auf eine lineare Zeitlinie begrenzt) Pharaonen, Könige, Priester, Geschichtspersönlichkeiten oder sonstwas Besonderes gewesen sein wollen. Solche kriegen es meist durch vermeindliche “Medien” gesagt, die das angeblich bei ihnen zu spüren glauben. Aber es basiert dann eben nicht auf Selbsterfahrung. Die Realität stellt sich in der Regel viel nüchterner dar, denn die meisten, bei Rückführungen entdeckten Leben sind äußerlich betrachtet durchschnittlich bis langweilig (tiefgründiger betrachtet enthält jedoch jedes noch so triviale Leben Erfahrungen, die uns in unserer Entwicklung weiterbringen – daraus ergibt sich auch eine ganz neue, authentische Wertschätzung des Lebens). Und das sind nur einige der Aspekte, die sich unter der Oberfläche der physischen Welt befinden.

Nichts davon, genau wie alle anderen BEWUSSTEN Beschäftigungen mit Grenzthemen, legitimiert Passivität oder das Abschieben von Eigenverantwortung. Das Gegenteil ist der Fall, denn man erkennt die größeren Zusammenhänge, und das somit auch jedes einzelne Individuum auf Wegen wirkt, die eigentlich viel mehr Eigenverantwortung und Bewusstheit erfordern, als sie die durchschnittliche Menschheit bisher annimmt. Das ist eine große Herausforderung, jenseits vom bequemen Schubladendenken, Denkabkürzungen, Selbst-Entmächtigung oder Opferrollen.

Aber das Wichtigste an der ganzen Sache: Man muss überhaupt nicht irgendwelche Phänomene erleben, oder in dieser Rollenerfahrung ALLES über sich selbst wissen (über dieses Leben hinaus – weiß ich bei mir natürlich auch nicht), sondern nur starke Wurzeln zu sich selbst entwickeln. Alles, ohne sein menschliches Ego zu verleugnen, wie es manche verdrehten New Age’ler tun (aber es auch nicht übermächtig werden zu lassen), scheinheilig zu werden, unangenehme Facetten seiner selbst zu verdrängen (mangelnde “Schattenarbeit”) oder durch Vergeistigung jegliche Erdung zu verlieren. Der Blick nach Innen sollte genauso scharf werden, wie der Blick nach Außen. Alles im Gleichgewicht…

Um wieder den großen Bogen zurück zum eigentlichen Thema zu machen: Die Evolution hat also in der physischen Welt, in diesem biologischen System durchaus seine Gültigkeit. Aber es ist nur eine untergeordnete Funktionssystematik innerhalb des großen Ganzen. Kreationismus stimmt demnach sozusagen auch, aber natürlich nicht in der engstirnigen, naiven und beschränkten Version, wie es seitens fundamentalistischer Glaubenssystem-Anhänger propagiert wird. Probleme wie “missing links“ lassen sich durch Involution insofern erklären, als das sich die Natur beobachtbar zwar immer auf pragmatische Weise anpasst und weiterentwickelt, aber die “Programmierarbeit“ der DNA nicht durch biochemische Zufälle alleine erklärbar ist, sondern eine intelligente, metaphysische Quelle erfordert. Das könnten letztlich wir alle (im Sinne unserer höheren Selbste / Ich-Dorts) sein, oder spezielle Bewusstseinsgruppen, die die Aufgabe haben, Leben zu konstruieren, zu programmieren und im physischen Universum manifestieren zu lassen. Der Begriff “Weltenbauer“ kommt mir da in den Sinn…

So oder so (oder anders :D)… Wichtig ist letztlich eigentlich nur, dass wir eigenverantwortliche Schöpfer unserer Realität sind, und je bewusster wir das tun, desto weniger frustrierend wird das Rollenspiel / Lernsystem, welches wir “Menschheit” nennen.

Multidimensionales Bewusstseinsuniversum
Kosmische Ausmaße

Autor: Wingman

Wieder eine neue Partnerseite:

The Others: Eine der wenigen deutschsprachigen Communities, die sich mit der Otherkin- und Therianthropen-Thematik befasst.

Autor: Wingman

Hier ist also mein persönliches Resümee zum diesjährigen Soulfire Camp. Um das Wesentliche vorweg zu nehmen: Es war in meinen Augen ein grandioses und äußerst ergiebiges Camp! Wir hatten einige Monate zuvor eine Remote Viewing-Session gemacht, um das optimale Wochenende bezüglich Wetter, Ablauf und höchstmöglicher Zufriedenheit aller Beteiligten zu ermitteln. Offenbar waren wir “on target”, wie man beim Remote Viewing so schön sagt. Aber kommen wir doch gleich zum Ablauf und zu den interessantesten Details… ;)

Dieses Mal bin ich alleine angereist, und habe mich zu Fuß durch das Ehrenburgertal gemacht. Kurz vor dem Ziel wurde ich dann per Auto aufgegabelt, was aber bei den zarten 40kg Gepäck doch nicht nötig gewesen wäre :D. Aber trotzdem nochmal danke an dieser Stelle! Nach der Ankunft und den ersten Begrüßungen (einige Besucher waren schon zwei Tage zuvor angereist) fiel mir auf, das die kahlen Hänge um die Brandengrabenmühle vom letzten Jahr sich wieder gut begrünt haben. Wie ich erst jetzt erfuhr, mussten sie damals wegen einer Borkenkäfer-Invasion abgeholzt werden. Der Vorteil ist allerdings, das wir auch dieses Jahr noch genug Brennholz aus den Resten zur Verfügung haben würden.

Regeneration an einem regenerativen Ort

Ich begab mich schnellstmöglich mit einem bereits angereisten Kumpel zum Zeltaufbau, um die handwerklichen Tücken des Zeltens zu reduzieren und mich rechtzeitig der Organisation und Betreuung unserer Gäste widmen zu können. Dabei füllte sich auch schon stetig und schnell die Campingwiese mit bunten Naturbehausungen, und ich konnte zugleich Einweisungen rund um die Location und Abläufe für Erstbesucher geben (bei optimalen Temperaturen und Sonnenschein, versteht sich ;)).

Ein buntes Zeltdorf

Nach dem Zeltaufbau ging es zurück zur Mühle. Im Zentrum des Mühlengeländes trafen wir zugleich einen alten, hölzernen Bekannten wieder, der inzwischen ein Hut-Upgrade erhalten hat. Dort zentrierten sich auch die ersten “offiziellen” Begrüßungsrunden und Neuvorstellungen. Man könnte die Stelle auch als “Sonnendeck” der Mühle bezeichnen, da sie besonders gerne bei starkem Sonnenschein am Morgen zum Frühstück genutzt wird.

Soulfire Camp 2013 - Baumgesicht mit Hut

Passend zur NSA-Affäre: Mit identitätsverschleierndem Hut!

Bei all den neuen Eindrücken und organisatorischen Aufgaben verging die Zeit dieses ersten Nachmittags natürlich wie im Flug, so das es langsam Zeit für ein abendliches Feuer wurde. Dazu holten wir in rauher (und zum Teil auch blutiger) Manier dicke Baumstämme aus den alten Resten der gerodeten Hänge. Das diese inzwischen von neuem Grün durchwachsen und umschlungen waren, machte die Sache natürlich noch herausfordernder. Doch als Lohn stand uns nun eine große Menge Brennmaterial zur Verfügung, womit die Abendstimmung beginnen konnte.

Lagerfeuer frei! G(l)ut gerüstet für die kommenden Abende…

Währenddessen wurden noch einige praktische Modifikationen an der Campingwiese vorgenommen. So stand u.a. an einem schamanisch gestalteten Tarp eine Wäscheleine zur Verfügung, und eine Stelle des Ehrbaches wurde mittels eines kleinen Staudamms zum Naturkühlschrank bzw. erfrischenden Pool umfunktioniert (alles naturharmonisch und abfallfrei, versteht sich ;)).

Kühle Gestränke aus dem Naturkühlschrank™

Wenige Stunden später fanden wir uns auch schon am Lagerfeuer ein, und der interessante Austausch konnte beginnen. Es war dieses Jahr sofort eine Tendenz zu lösungsorientierten Themenbereichen zu erkennen, was vor allem Autarkie und neue Konzepte des Zusammenlebens Gleichgesinnter mit einschloss. Aber auch eine Auffrischung bzw. Weiterführung von Themen der vergangenen Camps fand statt. Hier sah man sehr gut, das sich unter der Oberfläche seit 2012 einiges getan hat (jedenfalls was neue Denkdimensionen und Möglichkeiten betrifft).

Ein Seelenfeuer für Bewusstsein und neue Möglichkeiten

Natürlich stellten wir wieder die obligatorische Pistenbeleuchtung vom Feuerplatz bis zum Zeltplatz auf, damit jeder Besucher seinen erleuchteten Weg ins Schlafgemach findet. Erstmals benutzen wir neue Faltlaternen, in die auch große Teelichter passten, welche etwa dreimal so lange brannten, wie die kleinen Teelichter in unseren bisherigen Brötchentüten (ja, wortwörtlich :D). Dadurch stand man bis zum ersten Morgengrauen nicht völlig in der Dunkelheit, falls man seine Taschenlampe vergessen hatte.

Into Darkness – aber mit stimmungsvollem Licht

Apropos Anspielungen auf aktuelle Science Fiction-Filme: Der Neumond und das schöne Wetter gaben dieses Jahr einen epischen Ausblick auf den Sternenhimmel frei. Sogar der Orion-Arm unserer Galaxie (volkstümlich auch einfach “Milchstraße” genannt) war zu erkennen, was ja im alltäglichen Großstadtleben eher ein in Vergessenheit geratener Anblick ist. Ich habe natürlich versucht das mit einer Langzeitbelichtung meiner Digitalkamera einzufangen, aber es wird dem tatsächlichen Anblick natürlich kaum gerecht.

Sternenpracht und Telefonleitung in Harmonie – möglicherweise eine exopolitische Metapher?

Einige Sternschnuppen, darunter wohl auch ein dicker Bolide, wurden von mehreren Leuten gesichtet. Aber auch von fernen Lichtern mit ungewöhnlichem Flugverhalten wurde berichtet. Leider sind diese Ereignisse meist zu klein oder zu schnell, um sie mit normalen Digitalkameras abbilden zu können. Aber was letztlich zählt, ist natürlich die Aufmerksamkeit bei der Selbsterfahrung.

Sternenpracht – noch ein Versuch

Bald darauf ging ich auch schon zum Zelt, da es ein langer Tag war, und am nächsten Vormittag wieder einige organisatorische Arbeit wartete. Wie entspannend doch eine Zeltwiese mitten im Wald an einem rauschenden Bach sein kann, im Gegensatz zur städtischen Geräuschkulisse bei geschlossenen (!) Fenstern. Ich stelle jedes Jahr fest, das ich dort durchschnittlich zwei Stunden weniger schlafe, aber frischer und harmonischer in den Tag gehe, als im Alltag. Vor allem aber zerfließt das Zeitgefühl an diesem Ort in einen zwanglosen Fluss, ohne sich jedoch in Passivität zu verlieren. Die äußeren und vor allem inneren Vorgänge sind dort stets inspirierend und transformierend.

Waldidylle am Zeltplatz

Nachdem die Zahlungs- und Anmeldungsformalitäten weitestgehend erledigt waren, und die letzten Gäste an der Mühle eintrafen, kündigte ich noch einen Remote Viewing-Vortrag an, welchen ich an diesem Abend halten wollte. Bisher gab es seit 2008 erst zwei Vorträge auf dem Camp, also ich dachte mir, das man diese Zahl doch mal erhöhen könnte. Warum also nicht mit einem meiner Fachgebiete? Zuvor fuhren wir jedoch noch in eines der Nachbardörfer zum Einkaufen, um Nachschub an Leckereien und Teelichtern zu besorgen. Bis auf eine würfelförmige (aber dennoch wohlschmeckende) Käseverwechselung und die Nicht-Verfügbarkeit von Hafermilch, lief das auch ganz gut. Zurück an der Mühle, begab ich mich in mein Zelt, um nochmal in Ruhe meinen Vortrag durchzugehen. Danach konnte ich mein Vortrags-Equipment in dem neu eingerichteten Medien- bzw. Heimkinozimmer im Dachgeschoss der Mühle anschließen.

Zeltliche Generalprobe meines Remote Viewing-Vortrags

Bevor es dann aber gegen 20 Uhr mit dem Vortrag losgehen sollte, gab es noch Essen und einige sehr interessante Gespräche zu genießen. Zwischendurch hüpfte uns auch noch ein (nicht allzu) kleiner, grüner Besucher über den Weg, welcher sogar die Geduld für eine Portraitaufnahme aufzubringen schien. Daraufhin verschwand er halb hüpfend und halb fliegend auf der nahegelegenen Wiese, so schnell wie er gekommen war.

Kein veganes Gemüse, auch wenn er so aussieht. ;-)

Nun sollte aber der Vortrag beginnen. Eine stattliche Anzahl an Interessierten füllte den Vortragsraum gut aus (teilweise sogar auf Matratzen auf dem Boden sitzend), und ich hoffte, die komplexen und fachlichen Sachverhalte des Themas verständlich und halbwegs interessant rüberbringen zu können. Da die Materie, zumindest aber die Erklärung des Remote Viewing-Protokolls, sehr theoretisch und trocken sein kann, hatte ich dahingehend einige Befürchtungen. Doch die stellten sich als unnötig heraus, als ich schon während des Vortrags mit begeisterten Fragen und anekdotischen Ergänzungen bombardiert wurde.

Inhalt des Remote Viewing-Vortrages

Ich musste den Enthusiasmus sogar bremsen und auf die “Fragestunde” nach dem Vortrag verweisen. “Fragestunde” in Anführungszeichen, da ich dafür eigentlich nur 15-30 Minuten eingeplant hatte, aber daraus letztlich vor lauter Begeisterung und spannendem Austausch etwa fünf Stunden (!) wurden. Für den nächsten Tag meldeten sich auch Freiwillge für Schnuppersessions, um Selbsterfahrung mit Remote Viewing zu sammeln. Als wir schließlich wieder runter kamen, war es schon tiefste Nacht, und wir ließen uns für die restliche Zeit am wärmenden Feuer nieder, bis schon die Morgendämmerung am Himmel zu erahnen war.

Der Letzte macht das Feuer aus

Inzwischen war es Sonntag (auch wenn das Zeitgefühl es bei vielen nicht mehr eindeutig zu definieren vermochte), und für einen Teil der Besucher der Abreisetag. Mehr als die Hälfte beschloss jedoch, noch ein paar Tage dranzuhängen, soweit es urlaubstechnisch möglich war. Am frühen Nachmittag ging ich mit einigen der Teilnehmer des Remote Viewing-Vortrages (und auch einigen, die nicht dabei waren) in das Medien-Zimmer, um Schnuppersessions zu machen. Die erste Teilnehmerin legte auch gleich eine sehr detaillierte Session bis Stufe 3 hin. Dass Target war kreativerweise die Feuerstelle des Camps, und zwar in der vergangenen Nacht um 4 Uhr (kurz bevor die letzten Leute zu den Zelten gingen). Die Viewerin beschrieb dabei akkurat die runde Stelle, welche innen heiß und außen kühl war, und generierte allerlei konkrete Sinneseindrücke des Feuers und der geometrischen Strukturen. Zudem beschrieb sie ihre Eindrücke von der chilligen und meditativen Stimmung im Target.

Eine hervorragende Schnuppersession

Am folgenden Tag, also nachdem das Camp offiziell vorbei war, gab es einen fast unmittelbaren Wetterumschwung, und es fing in Strömen zu regnen an. Ein perfektes Wetter-Timing, wenn man so will. Obgleich der Boden einiger Zelte von den restlichen Besuchern etwas feucht geworden sein soll, zauberte der Regen dennoch eine schöne Regenwaldstimmung auf die bewaldeten Hänge des Tals, und sorgte für eine gemütliche und angeregte Gesprächsstimmung im Innenbereich und in der Bar.

Ein vorrübergehender Regenwald

Trotz der feuchten Glitschigkeit, in die sich nun der Wald gehüllt hatte, und der inzwischen hereinbrechenden Dämmerung, wollten wir wieder ein Lagerfeuer machen. Dazu besorgten wir uns noch etwas Holz im merkwürdigen Regenwald-Zwielicht der Dämmerung, dessen Entzündung eine langwierige Herausforderung darstellte. Obwohl es die Mehrheit letzlich bevorzugte, im Haus zu bleiben, übernahm dennoch mindestens ein tapferer Besucher die Aufgabe des Feuerwächters.

In die feuchte Finsternis für trockenes Feuer

Nach vielen interessanten Diskussionen, darunter auch einem würzigeren Meinungsaustausch über freien Willen, energetische Extrovertiertheit und Komfortzonen, näherte sich fast schon wieder der Morgen. Bevor ich mich jedoch in meinen (zum Glück nur äußerlich) feuchten Wiesenunterschlupf begab, lief uns noch ein lurchiger kleiner Gast über den Weg, welcher mit seinen Farben bunte Abwechselung in die Dunkelgrauheit dieser Regennacht brachte. Wenige Sekunden später ließen wir ihn natürlich wieder in sein angestammtes Waldreich laufen.

Teilzeit im Schuh-Business tätig: Lurchi

Der nächste Morgen zeigte sich wieder von einer sonnigeren Seite, auch wenn es bis zum Nachmittag recht kühl blieb. Ich führte im Laufe des Tages noch ein paar tiefgehende Fachgespräche und machte zwei Schnuppersessions, während andere schon ihre Zelte abbauten und sich zur Abfahrt bereitmachten. Anschließend haben wir sie noch verabschiedet, als sie entgültig aufbrachen.

Sonniger Morgen nach regnerischer Nacht

Da ich das Wandern und Erkunden der Umgebung dieses Jahr sträflich vernachlässigt hatte, kam ich noch mit auf eine abendliche Wanderung zu einer Mühle, die jenseits der Ehrbachklamm liegt. Dort aßen wir eine Kleinigkeit und schauten uns mit einem GPS-Gerät Höhenprofile und Wetterdaten an. Auf dem Rückweg brauchten wir schon unsere Taschenlampen, was auch mal eine interessante Variante ist, die Klamm zu durchqueren. Weitere Unterstützung zur Orientierung bot das zuvor erwähnte GPS-Gerät, welches uns zugleich verriet, das man in einem Bereich der Klamm regelrecht im Kreis läuft, bevor man wirklich näher auf sein Ziel zukommt. Oder anders ausgedrückt, die Distanz wird kurzzeitig länger, als sie Anfangs vor der Klamm angezeigt wird. Nach dieser Wanderung brach auch die letzte, gemütliche Nacht für uns an, da wir am nächsten Tag ebenfalls aufbrechen würden.

Rotlicht – für chillige Nachtstimmung (ja, nur das! ;))

Morgens ging es dann in aller Frühe und aller Kühle aus den Federn (oder in dem Fall aus den Schlafsäcken), und die letzten Gepäckstücke wurden zusammengepackt. Die frisch-feuchten Temperaturen, welche für diesen Ort des Nachts typisch sind, wichen an diesem Morgen sehr schnell einer brennenden Sonne bei 30°C, in der man noch ein schnelles Sonnenbad genießen konnte.

Frisch: Das Ehrenburgertal ist für seine kühlen Außentemperaturen am Morgen bekannt

Ein optimistisches, energetisierendes Setting für den diesjährigen Abschied vom Soulfire Camp. Abschied? Vielleicht ist das Konzept des Abschieds eine überflüssige, gar nihilistische Illusion? Ich denke, sehen wird man sich sowieso immer wieder. Ob an diesem Ort nächstes Jahr, oder woanders in Raum und Zeit. Ob in dieser Form, oder in einer anderen…

Der Weg nach Hause – oder einem davon

Also, vielleicht sehen wir uns alle wieder auf dem Soulfire Camp 2014 (inkl. ein paar neuer Gesichter)? Man muss sich nur die Zeit und Aufmerksamkeit dafür nehmen und seinen Weg finden. Ich freue mich jedenfalls darauf. :)

Soulfire Camp 2012
Soulfire Camp 2011
Soulfire Camp 2010
Soulfire Camp 2009

stevenblack – Soulfire Camp 2013

Soulfire Camp – Website

Autor: Wingman

…oder: Wieviel Bewusstheit verträgt eigentlich die Wahrheitsbewegung?

Passend zu diesem turbolenten Thread (EDIT: Wurde scheinbar nach einem Forenumzug entfernt – ich finde ihn jedenfalls nicht mehr) im Recentr-Forum, bei dem ich mitgemischt habe, hier eine kleine Abhandlung über die Problematik von Grenzthemen bzw. inneren, geistigen Themen generell in der Wahrheitsbewegung. An Betonköpfigkeit, Kleingeistigkeit und Furcht ist der verlinkte Thread kaum zu überbieten (zumindest, was einige der User betrifft).

Meine Meinung bezieht sich jedoch nicht speziell auf die Plattform Recentr oder die dortige Community, sondern auf den sichtbaren Trend in der gesamten Wahrheitsbewegung (nicht nur im deutschsprachigen Raum). Ich halte die Bewegung auf jeden Fall für unterstützenswert, und verfolge sie daher seit Jahren regelmäßig bzw. helfe bei der Vernetzung mit.

Nun aber zum Thema…

Wer sich in der Infokrieger-Szene / Wahrheitsbewegung etwas auskennt, wird schonmal die Undifferenziertheit erlebt haben, mit der dort alle Arten von Grenzthemen bzw. sogar Bewusstseinsthemen an sich in pauschale Schubladen gesteckt werden. Auch unter dem Begriff “Esoterik-Bashing” bekannt geworden, werden alle Arten von Phänomenen, Philosophien und Herangehensweisen über einen Kamm gescherrt, und als Halluzinationen (meist durch Drogenmißbrauch), Wunschdenken, Realitätsflucht, oder großes Manipulationskonstrukt der “globalen Elite” abgetan.

Man hat dort offenbar Angst vor Bereichen, welche über die eigene mentale “Komfortzone” hinausreichen könnten, brüstet sich aber zugleich damit, die “harten Themen” der Wahrheitsbewegung (9/11, Weltverschwörungen, NWO…) “ertragen” zu können. Das geht parallel zu der Angst vor geistiger Manipulation aller Art, bei der jedoch jene, die die Manipulation am meisten fürchten, oft zu den größten Manipulatoren ihrer selbst werden (mehr dazu weiter unten).

Desinformation, Unterwanderung und Pervertierung im Grenzwissen-Bereich gibt es auf jeden Fall, keine Frage (wie in ALLEN Bereichen, womit sich Menschen beschäftigen). Man denke nur an die leichtgläubigkeits- und konsumgestütze “Fast Food”-Esoterik oder die haarsträubenden  Auswüchse der New Age-Bewegung.  Aber in der Infokrieger-Szene wird sich frappierend oft und reflexartig engstirniger Weltbild-Schubladen gegen alle Arten von Bewusstseinsthemen bedient. Und jene, die daran rütteln (vor allem z.B. sachlich von Selbsterfahrungen berichten, seriöses Material aufzeigen etc…), werden schnell als Lügner, Spinner, Sektierer oder “Abwerber” verdächtigt. So braucht man sich offenbar nicht mit unbequemen Grenzbereichen abgeben, die das eigene, bequem gewordene Weltbild relativieren könnten (siehe auch HIER).

Dieser Umstand bietet aber auch ein interessantes Studienfeld über die “alternative Szene” allgemein. Es stellt sich nämlich gerade im Infokrieg interessant dar, weil dort das Spektrum der Mentalitäten und Bewusstheiten sehr breit gefächert ist. Da ist von fundamentalistischen Christen, die hunderte Seiten lang Threads damit “beglücken”, warum nur Jesus der Weg sein kann, über normale freiheitsliebende Leute, der mehr Eigenverantwortung für sich übernehmen wollen, bis hin zu hochintelligenten Akademikern mit einer hyperaktiven linken Gehirnhälfte, alles denkbare an Geisteshaltungen vertreten.

Markant ist jedoch wie gesagt die Betonköpfigkeit, welche dort teilweise stark dominiert, und bei näherer Betrachtung aus tiefsitzenden Ängsten herzurühren scheint. Ängsten, den letzten Halt am sicheren Weltbild zu verlieren, das schon durch die hintergrundpolitischen Themen der Szene kompromittiert wurde? Zumindest scheint man besser mit “äußeren” Themen zurechtzukommen, als mit inneren Aspekten (wie Selbsterkenntnis). Doch wenn man die inneren Aspekte außen vor läßt, bedingt das in der Regel eine Unbewusstheit und Reflexartigkeit, die Differenzierungsvermögen bzw. eine vernünftige Trennung zwischen emotionalen Reaktionen und rationalem, analythischen Denken torpediert.

Im schlimmsten Fall kommt es zu nahezu neurotischen “Mindfucks”, bei denen jemand seine unbewußten Ängste und die damit vermengten Schlussfolgerungen in die Außenwelt projiziert (auf Themen wie Grenzwissen, aber auch Personen, die gefürchtete Aspekte repräsentieren). Denn wenn die eigenen Reaktionsmuster unbewusste Ursachen haben (im Gegensatz zu reflektierten, bewussten Mustern), verliert man die Souveränität über den eigenen Geist, und wird somit ein Spielball seiner unbewussten Ängste, selbstgebauter Schutzmechanismen und unreflektierter Vorurteile.

Diejenigen, welche die größte Angst vor Mind Control haben, werden also ironischerweise zu den größten Mind Controllern ihrer selbst. Deshalb wird ein Großteil der Wahrheitsbewegung sicherlich noch als ungefährlich betrachtet, weil die Leute sich selbst kontrollieren und durch kleinlische Konflikte untereinander spalten, statt auf die Gemeinsamkeiten und Stärken zu bauen. Wozu eine Szene bekämpfen, die sich aufgrund mangelnder Selbsterkenntnis, Unbewusstheit und unreflektierer Ängste schon selber bekämpft? Da sollte man erstmal auf breiter Basis sein mentales Rüstzeug trainieren (geistige Stärke, Bewusstheit und Selbsterkenntnis kultivieren, Differenzierungsvermögen lernen etc…), bevor man im Außen etwas erreichen will. Sonst steht man sich buchstäblich selbst im Weg…

In der Realität wird dieser Prozess wohl parallel bzw. fließend ablaufen. Sprich, die Szene hat mit den Fehlern der Unbewusstheit zu kämpfen, versucht aber dennoch (teilweise erfolgreich) etwas für die äußere Freiheit zu tun. Aber ohne innere Freiheit ist die äußere Freiheit gefährdet, weil man unreflektierte Muster, die schon früher Systeme und Konzepte pervertiert haben, irgendwann wiederholt. Sollte die Bewusstwerdung ein gewisses Niveau nicht überschreiten, wird man nicht aus dem Teufelskreis “Tyrannei – Rebellion – Tyrannei – Rebellion” (…) ausbrechen können.

“Wer aus sich selbst nicht lernt, ist verdammt, sich selbst erkennen zu müssen, bis er es tut.” ;)

Autor: Wingman

Diese simple Frage ist von größerer Tragweite, als sie auf den ersten Blick hin erscheinen mag. Ich beobachte nun schon seit fast zehn Jahren die Grenzwissen-Szene (virtuell und “real life”), und habe bestimmte Muster festgestellt:

Jemand kommt in die Grenzwissen-Szene und ist erstmal voller Neugier, Erstaunen, Ausprobierdrang  und vielleicht auch etwas eingeschüchtert. Dann wird alles verschlungen (konsumiert), was sich bietet, oder was zumindest den spezifischeren Interessen dieser Person entspricht. Bei manchen mag das Magie, Spiritualität, Lichtarbeit, Channeling etc. sein, bei anderen PSI, UFOlogie / Exopolitik, neue Energietechnologien, alternative Medizin, Wahrheitsbewegung usw. (oder in beliebig anderen Konstellationen). Das kann sich vom passiven Informationskonsum (Internet, Fachpublikationen, Videos…), über den Besuch von Stammtischen / Vorträgen / Kongressen, bis hin zur Teilnahme an verschiedensten Workshops erstrecken.

Doch was ist, wenn man eines Tages mal alles konsumiert und ausprobiert hat, was die Szene bis dato zu bieten hatte, und neues Material eigentlich immer nur noch ein Neuaufguss des alten ist? Ab diesem Punkt bleibt man entweder ein passiver Konsument, oder wird ein aktiver Macher. Viele verspüren inzwischen den letzteren Wunsch, jedoch steht ihnen da oft die größtmögliche Hürde im Weg: Sie selbst! Man sollte sich dieser Weggabelung daher ganz ernsthaft folgende Fragen beantworten:

  • Was will ich überhaupt konkret (für mich und für andere)?
  • Was kann ich beitragen / welche Fertigkeiten kann ich einbringen?
  • Wo sind meine Fachgebiete? Wo will ich mich weiterbilden?
  • Bin ich eher ein passiv Beteiligter (bis hin zum reinen Konsumenten) oder ein aktiver Macher?

Und da gibts meist erstmal ratlose Gesichter. Denn konkret stellen sich die Wenigsten diese Fragen, bzw. versuchen sie gar unbewusst zu umschiffen. Ich kenne es leider von inzwischen knapp einem dutzend ambitionierter Projekte, bei denen ich mitgemacht habe: Die meisten Beteiligten wissen nicht wirklich, was sie damit konkret für sich und für andere erreichen wollen. So hat man dann die Situation, dass alle darauf warten, bis irgendwer aus der Gruppe etwas macht bzw. den Ton angibt (erinnert das nicht irgendwie an eine Schafsherde?), statt das jedes Individuum selbst aktiv wird, und sein Ding durchzieht. Dass Ergebnis davon ist, das am Ende keiner etwas Konkretes macht, und alle ratlos fragend dastehen, warum das Projekt nicht in Gang kommt. Im besten Fall hat man ein oder zwei Alpha-Wesen, die konkret was in die Tat umsetzen. Aber dafür hätten diese dann auch keine große, passive Gruppe drumherum benötigt (die stellt sich dann in der Praxis sogar oft als Ballast heraus). Kurz darauf stagnieren und sterben solche Projekte dann auch wieder.

Doch die Gruppe will dann nicht selten auch was vom Kuchen abhaben, zu dem sie aber faktisch nichts beigetragen hat, sondern sich nur mit den fremden Federn schmücken will. Eine Konstellation, die man oft in großen Foren beobachtet (Forderung nach Demokratie / Mitspracherecht), obwohl diese Forderer weder rechtlich für das Forum haften, noch irgendeine signifikante Arbeit (Moderation, Pflege, Webdesign, Spenden…) dazu beigetragen haben. Man will Freiheit haben, ohne jedoch auch die Eigenverantwortung, welche mit echter Freiheit einhergeht, auf sich zu nehmen. Durch diesen Trugschluss (Abschieben von Eigenverantwortung) entsteht nämlich ironischerweise wieder Unfreiheit oder sogar freiwillige Versklavung.

Wo ist nun aber der konkrete Knackpunkt bei der Sache? Der Knackpunkt ist Selbstehrlichkeit. Will man ein aktiver Macher sein, oder ein passiver Konsument? Letzteres ist garnicht schlimm, wenn man es sich ehrlich eingesteht, und damit glücklich sein kann. Man braucht sogar einen gewissen Anteil an Konsumenten, bzw. jeder Neuling in der Grenzwissen-Szene ist zwangsläufig erstmal ein (Informations)Konsument. Aber wenn man so ein reiner Konsument ist, sollte man nicht glauben, zu dem Zeitpunkt etwas Anderes zu sein, sondern sich selbst realitisch betrachten. Und da hakt es leider bei vielen Leuten, aufgrund mangelnder Selbstehrlichkeit. Man muss sich erstmal selber konkret beantworten können, was man will. Solange dass nicht klappt, weiß man, das man sich selbst erstmal “konkretisieren” muss, oder eben mit der passiven Rolle vorlieb nimmt. Egal welchen Weg man da wählen mag; es erfordert Mut, denn man muss dazu selbstehrlich sein.

Dort kommt auch der Punkt “Authentizität” ins Spiel. Denn früher oder später merken die Leute, ob man selber wirklich weiß, was man will, und die Dinge Substanz haben, die man vertritt, oder ob man nur ein imposantes Luftschloss gebaut hat (und es dann nichtmal selber merkt bzw. merken will). Die einen leben ihr Thema durch Selbsterfahrung und aktive Auseinandersetzung authentisch, die anderen rezitieren nur (oft unkritisch) angelesene Informationen, oder verbreiten unreflektierte, bequeme Glaubenssätze, welche ihnen gerade in den Kram passen. Qualität und Produktivität kommt letztlich von den authentischen Machern, und das wird dann auch schnell erkannt.

Der alte Satz “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!” ist da sehr treffend. Zugleich tauchen dann oft noch Kritiker oder Nörgler auf, die aber selbst nichts Substanzielles beizutragen haben. Offenbar wird das durch Neid genährt, weil sie selbst nicht die Courage aufbringen, authentische, aktive Macher, oder zumindest selbstehrliche Konsumenten auf ihren Gebieten zu sein. Zu diesem Aspekt fällt mir noch eine sehr passende bzw. schlicht geniale Szene aus “Rocky Balboa” (Rocky VI) ein:

Rocky Balboa – Filmzitat (YouTube)

Fazit: Wer also an diesem Punkt seiner “Grenzwissen-Karriere” angekommen ist, sollte die Selbstehrlichkeit nicht vernachlässigen, denn davon hängt letztlich alles in der eigenen Entwicklung ab. Ohne Selbstehrlichkeit gibt es nämlich letztlich auch keine Selbsterkenntnis, und ohne Selbsterkenntnis lebt man mit einer falschen Identität vor sich hin. Umso bitterer wird dann eines Tages die “rote Pille”, wenn der Selbstbetrug bzw. die Unauthentizität nicht mehr funktioniert. Und dafür wird die eigene Seele sorgen, denn Stagnation liegt nicht in ihrem Interesse.

Mein persönlicher Tipp: Macht einfach euer Ding und zieht es so durch, wie ihr euch das vorstellt, ohne zu deligieren oder darauf zu warten, das irgendjemand für euch den Startschuss gibt! Wenn die Sache Hand und Fuß hat, werdet ihr damit Resonanz auslösen, und die richtigen Leute zur Zusammenarbeit anziehen. Und wenn es diese Leute momentan nicht gibt, macht ihr es eben alleine. Aber hauptsache, ihr macht was, und wartet nicht nur, das die gewünschte Veränderung von außen herbeigeflogen kommt! ;)

Autor: Wingman

In diesem ominösen Jahr 2012 feierte unser Soulfire Camp zugleich sein 5. Jubiläum. Spiegelten sich die Beobachtungen der Zeitqualität auch im diesjährigen Camp wieder? Wichtig war auf jeden Fall, das wieder Entspannung, Austausch und Naturerlebnisse im Vordergrund standen.

So nahmen die Dinge ihren Lauf…

Das Wetter war uns wohlgesonnen. Warm, aber immer mit einer erfrischenden Brise, und auch nicht zu wechselhaft. Selbst der spätabendliche Gewitter-Wolkenbruch am dritten Tage wirkte da irgendwie passend. Aber dazu später mehr…

Warm und sonnig, aber dank Brise sehr erträglich

Als wir, nach einer ersten Feuertaufe (der Hund einer Besucherin wurde leider angefahren – von hier aus gute Besserung! – Update: Der Hund ist wieder wohlauf und war auch beim Soulfire Camp 2013 ;)), an der Brandengrabenmühle ankamen, fiel uns zuerst eine große Veränderung auf: Weite Teile der bewaldeten Hügel auf der westlichen Seite waren abgeholzt. Dadurch wurde einem erstmal klar, wie groß, ausgedehnt und steil die Talhänge dort eigentlich sind. Neben dem ungewohnten Ersteindruck von “Verwüstung”, kam aber zugleich die positive Betrachtungsmöglichkeit auf, diese kahlen Hänge zu beteigen, um den Umstand für eine grandiose Aussicht auf das Tal zu nutzen.

Kahl ist das Tal (zum Glück nur teilweise)

Vor der (Wieder)Erkundung der Umgebung stand aber erstmal die Begrüßung der bereits zahlreich angereisten Besucher an. Zugleich wurde auch schon das obgligatorische Feuer entzündet (durchaus auch symbolisch zu verstehen :)). Das Tageslicht schied langsam mit einem sanften Abendrot dahin, welches die dünnen Wolkenfetzen über uns boten. Eine schöne Untermalung für die kommenden Tage.

Soulfire - Skyfire?

Als die Sonne sich gänzlich abgewandt hatte, gesellte sich fast unmittelbar ein (Fast-)Vollmond dazu, welcher für eine natürliche Minimalbeleuchtung sorgte, und unsere aufgestellten Kerzen entlang des Mühlengeländes ergänzte. Die Funken des Lagerfeuers, sowie die Gespräche der Besucher, mischten sich mit der vom Mondlicht erhellten Himmelsecke, was für eine mystische Stimmung an diesem ersten Abend sorgte.

Mystische Stimmung im Feuer- und Mondlicht

Am nächsten Morgen packte uns die Erkundungsneugier bezüglich der kahlen Hügel. Wir hatten keinen weiten Weg, mußten aber eine tiefere Stelle des Baches neben der Brandengrabenmühle überwinden. Dazu erwählten wir kurzerhand einen Baumstamm, welcher sich über den Bach erstreckte. Durchaus eine kleine Herausforderung für den im Alltag so sträflich unterforderten Gleichgewichtssinn. Doch der Weg über den Baumstamm wurde gemeistert, ohne mit der Schwerkraft und dem Wasser in nähere Bekanntschaft zu treten.

Schwächt bei ungeschickter Anwendung den Stammbaum

Dann begann der steile und schräge Aufstieg über spitzes Geäst, Baumstumpfe und Fragmente von Schieferplatten. Vor uns lag eine imposante, lange Schneise, die bis zur Spitze des Tals führte. Wir beschlossen, darauf zuzusteuern, und uns kamen spontan Analogien zu Ski-Schanzen in den Sinn (wobei das hier sicherlich einige, schwindelerregende Größenordnungen mehr hatte).

Himmelsleiter...

Zwischen der Schneise klaffte jedoch überraschenderweise eine große Schlucht, die von unten aus nicht zu sehen war. Ein gutes Beispiel, das vieles eine Frage der Perspektive ist (nicht nur geografisch ;)).

...oder Ski-Schanze des Wahnsinns?

Wir wurden bezüglich der Aussicht auch nicht enttäuscht: Der weite Blick, der sehr klein gewordene Bach und die Teile der Mühle, welche durch die Bäume zu sehen waren, zeigten uns, das wir sehr hoch und sehr steil geklettert waren.

Eine erhöhte Sicht der Dinge

Der Blick in die Gegenrichtung hatte es auch in sich, und führte uns gut vor Augen, wie steil oder gar überhängend einige der bewaldeten Schieferfelsstrukturen im Ehrenburgertal sind.

Epochale Aussichten epischer Epik

Nach dieser Kletteraktion fuhren wir in ein benachbartes Dorf (eher das Übernächste), um Besorgungen für das Camp zu machen. Darunter erfrischende Getränke, fleischiges und vegetarisches Grillgut und keksartige Knabbereien. Inzwischen waren noch mehr Leute eingetroffen, die sich in interessanten Gesprächsrunden zusammenfanden. Sowohl um das permanent brennende Lagerfeuer, als auch in der Bar, deren gemütlichen Vorraum und dem hinteren Platz beim berühmten Baumgesicht.

Verschwörungstheoretiker-Easter Egg inside!

Irgendwann wurde ein Vortrag für den späten Nachmittag angekündigt, aber keiner wußte sorecht, von wem er kommen sollte und zu welchem Thema es sich handeln wird. Da sich noch nichts tat, beschlossen wir auf einem neuen Pfad wandern zu gehen, der zu einer guten Aussichtsstelle führen sollte.

Wandernde Schatten auf Wanderschaft

Wir hatten uns schon vor dem Camp vorgenommen, den Sonnenuntergang zu fotografieren, was taltechnisch bedingt aber nur von oberhalb gehen würde. Der sehr lange Pfad führte bis an die Spitze des Tals, und darüber hinaus auf das “flache” Land. Der unerwartete bzw. abrupte Landschaftswechsel hatte schon was für sich. Wir erkundeten ein bisschen die dortige Gegend, welche hauptsächlich aus Bauernhöfen und Landstraßen bestand. Die fast absolute Stille und der nicht vorhandene Verkehr waren ein ungewohntes Ambiente. Man hätte quasi minutenlang auf der Mitte der Landstraße wandern können, ohne irgendein Fahrzeug in der Ferne zu sehen. Nur ein Spaziergänger mit Hund (oder ein Hund mit Spaziergänger?) kreuzte unseren Weg.

Land in Sicht!

Nach ein paar Minuten zogen dichtere Wolken am Horizont auf, welche sich in weiter Ferne schon als Regen zu entladen schienen. Es sah so aus, als würden sie unseren Sonnenuntergang vereiteln. Die Wolken blieben aber letztlich doch auf Abstand, und gaben später im richtigen Moment den Blick frei.

Ferner Erguss der Naturgewalten

Auf dem Rückweg bewegten wir uns entlang der Schieferhänge, und fanden schließlich einen vielversprechenden Aussichtspunkt. Dort ließen wir uns auf den durchaus bequemen Schieferfelsen nieder, und genossen die nun doch freiliegende, untergehende Abendsonne. Nebenbei wurden natürlich Fotos gemacht, aber auch GPS-Koordinaten genommen, um die Stelle eines Tages eventuell wiederzufinden.

Ein zu erkletternder Sonnenuntergang

Die Akustik dort oben zwischen den Talwänden bot sogar einen interessanten Hall-Effekt, und irgendeine weit entfernte Kuh steuerte ihre lautstarken Laute bei. Unsere akustischen Reaktionen darauf schienen sogar teilweise erwidert zu werden. Offenbar dachte sich auch der Pilot einer kleinen Maschine, das eine sehenswerte Abendstimmung herrschte, und flog sogleich durch den Sonnenuntergang (relativistisch gesehen, versteht sich ;)).

Flieger, grüß' mir die Sonne!

Kurz danach beschlossen wir, unseren Abstieg einzuleiten, da das abendliche Licht im tiefen Wald schnell schwindet. Wir wählten dieses Mal wieder den unkonventionellen Weg (wie schon 2011), und kletterten die steilen Schieferhänge herunter, bis sie wieder zu normalen Waldboden wurden.

Es gibt nicht nur schroffe Aufstiege im Leben

Von da aus gelangten wir noch mit etwas Mühe über einen tiefen, verwinkelten Bachgraben. Zuerst wollten wir dem Bachlauf nach unten folgen, jedoch gab es kein Ufer, sondern nur klaffende Hänge und Vertiefungen. Auf der anderen Seite kamen wir aber wieder auf den Wanderweg, welcher uns letztlich zurück zur Mühle führte.

Die Schneise der Strapazen

Sehr weit vor uns bemerkten wir eine der schwarzen Mühlenkatzen, welche aber schnell außer Sichtweite lief. Mir “gelang” aber noch ein unscharfes Foto auf Maximalzoom, welches sich sicherlich gut in weniger differenzierten, kryptozoologischen Artikeln machen würde (“Die Bestie vom Ehrenburgertal”, oder so ähnlich :D…).

Krypto-Cat oder Hypno-Cat?

Als wir an der Mühle ankamen, war der angekündigte Vortrag gerade zuende, und wir begannen, die abendliche Kerzenbeleuchtung aufzustellen. Die Stimmungsvollen Teelichter und das Lagerfeuer leuchteten abermals den Weg durch den dunkler werdenden Waldabend.

Pfad der Erleuchtung

Der nächste Tag wurde gleich mit angeregtem und interessanten Informationsaustausch begonnen, welcher garkein Ende nahm. Da wünscht man sich manchmal, mehrere Wochen Zeit zu haben, oder eine schnellere Kommunikationsform zu beherrschen. Am frühen Nachmittag konnten wir uns dann doch aufraffen, und begaben uns auf die (inzwischen) traditionelle Wanderung zur Ehrbachklamm (manchmal abfällig “Pandora für Arme” genannt). Es waren auch Neulinge dabei, die diesen spektakulären Ort noch nicht kannten, und für die ich mit Freude Touristenführer spielte.

Pandora für Arme? Nein, nur etwas kleiner...

Bei der Gelegenheit erkundeten wir auch gleich eine mysteriöse Höhle, welche sich atemberaubend tief in den Felsen hineinschlängelte (ca. 50cm) und seltsame Artefakte barg. Von diesem Ausflug noch ganz perplex, legten wir Rast beim großen Wasserfall ein, und diskutierten dabei über Theorien der frühen Erdgeografie (Superkontinent Pangea etc…). Auch das kontroverse “Hohle Erde”-Thema entfaltete sich, was ja nach der verwinkelten Höhlentour nicht hätte passender kommen können.

Reise zum Mittelpunkt der Ehrbachklamm

Nun war es Zeit für eine Stärkung. Statt den steilen Pfad zur Rauscheburg-Ruine zu nehmen, beschlossen wir dieses Mal zu erkunden, was sich jenseits der Klamm befindet. Nach einer Weile trafen wir auf eine Mühle die zu unserem Erstaunen sogar ein Mühlrad hatte.

Ein fleißig' Mühlrad friert nicht ein

Dort gönnten wir uns ein erfrischendes Eis, schauten uns Tafeln mit Höhendiagrammen an, und führten unsere interessanten Diskussionen fort. Ein kleiner, facettenaugiger Gast kümmerte sich zwischenzeitlich um die Abschmelzprodukte des Eises.

Schlürfi die Mühlenfliege, frönt ihrer Berufung

Da es zeitlich schon in Richtung Sonntag Abend ging, reisten einige Gäste bei unserer Rückkehr ab.  Der Rest machte es sich wieder am Feuer gemütlich. Dabei bot der Himmel ein Schauspiel aus dichten Wolken und Lichtstrahlen, welche durch die untergehende Sonne dahinter hervorkamen.

Strahlend blauer Himmel

Als Verköstigung bereiteten wir uns Würstchen und Grillkäse zu. Kurz nachdem wir uns verköstigt hatten, zog sich der Himmel zu, und ein gewaltiger Wolkenbruch mit Gewitter fand statt. Das Timing hätte nicht besser sein können. Die meisten Leute begaben sich, mangels Regenschutz, nach innen. Aber wir blieben noch eine Weile unter dem großen Schirm am Feuerplatz, und genossen das Spektakel. Es fand ein epischer Kampf zwischen Wolkenbruch-Schauer und dem Feuer statt. Am Ende waren die Flammen quasi erloschen, aber die Glut glühte unter den verbliebenen Holzstücken noch weiter.

Der Rauch qualmt immer noch!

Wir begaben uns noch für eine Weile in die Bar der Mühle, und tranken dort was. Dann ging es ins Bett, denn am nächsten Tag stand die Abreise bevor. Die gute Luft erzeugt einen tiefen Schlaf, und durch die Umgewöhnung möchte man manchmal kaum aufstehen. Der kommende Tag bot klares, leicht abgekühltes Wetter, was die Fluten aus der Nacht fast schon wieder gänzlich hinweggetrocknet hatte.

Solar-Trockner 2012™ in Action

Etwas später als geplant, konnten wir uns dann doch von den fesselnden Gesprächen losreißen, und als letze Gruppe vom Soulfire Camp 2012 abreisen. Wir alle wären gerne noch viel länger geblieben, doch die Zeit ist bekanntlich das Feuer, in dem wir verbrennen. Aber gerade aus diesem Grund werde ich mir nächstes Jahr wohl mehrere Extra-Tage gönnen. Denn jedes Jahr gibt es nur einmal. ;-)

Das Ende vom Anfang

Fazit: Es war für mich persönlich erstaunlich zu sehen, wie sich die empfundene Zeitqualität über das Jahr hinweg in vielen Besuchern bestätigte, die ich seit 2011 (oder gar länger) nicht mehr gesehen hatte. Was immer an 2012 dran sein mag, es scheint uns richtig durchzuspülen, und verhilft zu Transformationsprozessen von Aspekten, die bisher in den unbeachteten Tiefen des Unbewußten schlummerten. Das kann sehr anstrengend sein, aber es lohnt sich ausnahmslos. Auch wenn man einigen Besuchern die Strapazen ansah, so schloss sich am Ende wieder der Soulfire-Kreis. Für mich persönlich war es das bisher innerlich ausgeglichendste Camp, und ich konnte dabei auch meine bescheidenen Erfahrungen zu so manchem Transformationsaspekt beisteuern.

Ich wünsche uns allen eine fortwährende Bewusstseinsentwicklung voller Neugier, Verwunderung und Freude, und freue ich auf ein Wiedersehen im Sommer 2013! :D

Soulfire Camp 2011
Soulfire Camp 2010
Soulfire Camp 2009

stevenblack – Soulfire Camp 2012
Soulfire Camp – Website

Autor: Wingman

Sehr oft erlebt man in der Grenzwissen-Szene (und auch generell) verbissene Diskussionen um den eigenen Standpunkt, bzw. um Glaubenssätze. Denn selten basieren die Diskussionspunkte auf eigenen Erfahrungen, sondern stellen nur “Meinungen” dar, die nicht durch einen Erkenntnisprozess entstanden sind. Man erlebt dabei zwei Schubladen: “Glauben” und “Nicht-Glauben”. Wird beispielsweise ein neuer Erfahrungsbericht gepostet, oder eine vermeindlich paranormale Aufnahme, so liest man schnell undifferenzierte “Glaub ich!” oder “Fake!”-Äußerungen. Jedoch hat man selten wirkliche Nachforschungen dahinter, sondern es wird sich der Wertung mit der größten, persönlichen Bequemlichkeit angeschlossen. Doch was bringt dieser reine Meinungsaustausch? Wo bringt es die Beteiligten weiter, außer das es vielleicht eine zweifelhafte Unterhaltsamkeit bietet, da man “auch mal was sagen darf”, bzw. sich mit Bedeutsamkeit aufladen kann?

Zum einen könnte man das behandelte Thema unvoreingenommen im Rahmen der Möglichkeiten erforschen (ein Aufwand, der aber meist gescheut wird). Wenn dieses Thema jedoch (noch nicht) verifiziert / falsifiziert werden kann, bringt es keinen Fortschritt, sich um persönliche Glaubenssätze diesbezüglich zu streiten. Soll man es dann grundsätzlich fallenlassen und ignorieren? Ich denke nicht, denn wenn man nicht hinter den aktuellen Horizont blickt, hat man auch kein Substrat mehr, um neue Möglichkeiten und Schlussfolgerungen in Betracht zu ziehen (man beachte Einsteins Zitat “Fantasie ist wichtiger als Wissen”!). Es können dann keine Hypothesen bzw. Theorien mehr entstehen, die mögliche Erkenntniskanäle und Forschungsmethoden überhaupt erst ermöglichen. Doch wie gestaltet sich so ein neuer Erkenntnisprozess, wenn er zugleich wieder von dem Beharren auf eigenen Meinungen bzw. Glaubenssätzen blockiert wird?

An dem Punkt kommt das Prinzip der Neutralität ins Spiel. Diese setzt die Erkenntnis vorraus, das es noch mehr Betrachtungsmöglichkeiten gibt, als “Wissen”, “Glauben” oder “Nicht-Glauben”. Die Neutralität versteht sich hier als wertungsfreie Position des “Kann ich nicht wissen”, bzw. des “Kann sein, kann aber auch nicht sein”. Und doch ist es damit möglich, über ein Thema zu diskutieren bzw. Hypothesenarbeit leisten, ohne in den einen oder anderen Meinungspol zu rutschen, um dort unnötigerweise festzustecken. Es ist der dritte Pol zwischen Gewißheiten und Glaubenssätzen (“Glaub ich nicht” bzw. eine unfundierte Skeptiker-Meinung ist auch ein Glaubenssatz!). Von dieser neutralen “Superposition” aus ist ein unbefangeneres, sinnvolleres und lösungsorientierteres Arbeiten an einer Thematik möglich.

Neutralität

Das Prinzip der Neutralität

Neutralität ist hier nicht mit Gleichgültigkeit oder Ignoranz gleichzusetzen, denn der Entwicklungsmotor wird am Laufen gehalten. Manchmal wird der Begriff “Neutralität” leider auch vorgeschoben, um sich eben per genannter Gleichgültigkeit bzw. Ignoranz aus der Eigenverantwortung (z.B. einer Stellungnahme) zu ziehen. Oder es wird zur Kritik an der Neutralität benutzt, wenn das Prinzip nicht richtig verstanden wurde, oder unbequem ist.

Leider scheint die Konditionierung in der dualen bzw. “binären” Denkweise in unserer Gesellschaft sehr stark zu sein, so dass das Prinzip der Neutralität selten angewandt oder verstanden wird. Dieser Umstand ist ein starker Hemmschuh der Entwicklung, welcher den “Anwender” immer zwischen den Polen hin und her reißt, und somit keine Perspektive einnehmen läßt, aus der sich das zur Diskussion stehende Thema möglichst unvoreingenommen überschauen läßt. Siehe auch hier:

Gleichgewichtsprinzip (Parität)
Gleichtgewicht – Fluss – Ganzheit

Differenzierungsvermögen

Selbsterfahrung

Autor: Wingman

Nun ist es also da, das ominöse Jahr 2012. Zu den Geschichten, Annahmen, Befürchtungen und Erwartungen, die dazu in der Grenzwissen-Szene (und inzwischen auch darüber hinaus) kusieren, brauche ich an dieser Stelle sicherlich nicht mehr viel schreiben. Doch wie sieht es abseits davon, mit der “wirklich” beobachtbaren Zeitqualität aus, mit der sich das noch junge Jahr 2012 bisher auszeichnet? Zumindest aus meiner subjektiven Sicht kann ich einige Beobachtungen und Neuerungen gegenüber 2011 (und davor) schildern. Doch es ist in der Regel nicht als abrupter Bruch zu verstehen, sondern als fließender Übergang (wobei einige Aspekte wirklich sehr abrupt einzutreten schienen). Natürlich kann ich nur über mein Resonanzfeld sprechen (persönlich, Online-Kontakte, Beobachtungen anderer…), und diese Beobachtungen nicht auf die gesamte Menschheit pauschalisieren.

Auffällig ist vor allem die enorme Verdichtung in Bewußtseinsprozessen, die inzwischen immer mehr Leute zu spüren scheinen (Zitat: “Es ist alles so dicht auf einmal!”). Das schon in den vergangenen Jahren zu beobachtende Phänomen der Transformation unterdrückter bzw. verdrängter Muster hat sich noch intensiviert, und eine neue Komplexität angenommen. Frappierend ist dabei, wie viele Leute jetzt unmittelbar von den Auswirkungen betroffen sind, was sich in psychischen und physischen Effekten äußert. Nicht nur, dass die geistige Erdung stark kompromittiert wird, sondern das auch die physische Gesundheit akute Tiefs erreicht (z.B. gleichzeitige, krankenhausreife Erkrankungen, wenn auch mit unterschiedlichen, symptomatischen Ursachen). Des Weiteren ist eine Aufreibung in Freundschaften und Beziehungen zu beobachten, so als wenn jetzt jede kleine Nuance an Ungeklärtheiten, Mißverständnissen, Dissonanz und Selbstwahrnehmung innerhalb von Gruppen ins Licht gerückt wird und geklärt werden will. Das endet dabei nicht selten in der überraschenden Auflösung jahrelanger Beziehungen / Freundschaften. Es macht sich das Gefühl breit, als trenne sich die Spreu immer mehr vom Weizen, was viel Schmerz, aber auch neue Möglichkeiten, und optimalere Verbindungen generiert. Altes, blockierendes wird weggeräumt, um für die neuen (kurz zuvor noch ungeahnten) Möglichkeiten Platz zu schaffen.

Auch in angewandter, metaphysischer Hinsicht scheint sich einiges zu tun. Das betrifft vor allem neue Möglichkeiten der Informationsgewinnung und der Selbsterkenntnis. Viele Leute werden sich dadurch ihrer wahren Berufung bewußter, was natürlich zu Hinterfragungen des aktuellen Lebensweges führt. Und auch in dem Zusammenhang werden neue Verbindungen geschaffen, die vorher ungeahnte Möglichkeiten der Erkenntnis und Entwicklung bereitstellen. Manchmal so schnell, das diese neuen Realitätsaspekte garnicht so schnell realisiert werden können, wie sie sich manifestieren. Während jene Aspekte der Zeitqualität in den letzten Jahren noch “irgendwo” unter der Oberfläche zu schlummern schienen (oder zumindest nicht direkt greifbar waren), scheint es in diesem Jahr so, als würden sie jetzt nach und nach, aber schnell und überraschend an der Oberfläche auftauchen. Diese Prozesse sind offenbar ziemlich fordernd, was sich bei vielen Leuten in Müdigkeit, Ausgebranntheit, übersteigerten Energiebedarf und (siehe oben) physischen Symptomen bzw. psychischen Erdungsverlust (inkl. vermehrter Inanspruchnahme von psychiatrischer Hilfe) auszudrücken scheint.

Rein subjektiv sehe ich darin viele Chancen der Veränderung und Transformation. Doch es stellt sich, wie es sich schon abzeichnete, als sehr anstrengend und herausfordernd heraus. Meine Position in dieser Zeitqualität ist momentan so, das ich die Vorgänge eher als Beobachter von Außen betrachte, aber natürlich stellenweise auch von ihnen affektiert werde (so wie jeder seine mehr oder weniger unfertigen Baustellen hat). Ich versuche auf meine Art zu helfen, und Inspiration zu liefern. Doch halte ich es auch für notwendig, das die Leute die stattfindenden Prozesse vollbewußt durchleben, ohne das man ihnen etwas abnimmt. Denn wenn es um die eigene Transformation geht, kann und sollte einem nichts von Außen abgenommen werden. Es sollten höchstens Fingerzeige bzw. Inspirationen gegeben werden, wozu diese Prozesse einem dienen könnten. Und zwar in dem Sinne, die Leute damit anzuregen, ihre Wahrhaftigkeit in sich selbst zu finden, und soveräne, authentische Individuen zu werden, statt sich von Fremderwartungen, Konditionierungen und sonstigen äußeren Prägungen definieren zu lassen. Wenn man den Blick nach innen schärft, und dabei gut geerdet bleibt, schärft sich dadurch zugleich der Blick nach Außen, und so kann eine balancierte Transformation stattfinden.

Ob 2012 nun umfangreich und perfide durch gewisse “Interessensgruppen” instrumentalisiert wird (im ideologischen, kommerziellen und manipulativen Sinne wird es das sicherlich schon), bleibt abzuwarten. Manche Leute halten 2012 für ein einziges, riesiges Ablenkungsmanöver, um eine Agenda der Massenmanipulation und totalitären Vereinheitlichung durchzusetzen. Andere sehen es als eine Art Countdown der Erlösung™ (in den altbekannten archaisch-religiösen Varianten, Weltuntergangsprophetien, durch Alien-Kontakt, höhere Lichtwesen, äußere Schwingungsanhebung etc…). Ich persönlich plädiere bei all der Hysterie und Verwirrung für mehr Differenzierungsvermögen, und stehe auf dem Standpunkt, das jeder die ultimative Wahrheit nur in sich selbst finden kann. Das scheint sowieso die letzte Grenze im Universum zu sein, und nicht etwa irgendwas im Außen, das räumlich oder zeitlich entfernt ist. Ihr werdet es erleben… – WIR werden es erleben! ;-)

Beobachtungen zur Zeitqualität (II)
Beobachtungen zur Zeitqualität (I)
Zeitqualität 2009-Thread
Zeitqualität 2008-Thread
2012 und der Mayakalender


Autor: Wingman