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Glaubenssysteme

Das Thema „Glaubenssysteme“ stellt einen wesentlichen Aspekt bei grenzwissenschaftlichen Herangehensweisen dar. Denn die Linie zwischen Glaubenssatz und Wissen ist dort noch viel dünner, als in den auf Empirik basierenden Naturwissenschaften (wo es solche Glaubenssätze idealerweise garnicht geben dürfte, aber sie wird ebenfalls von Menschen betrieben, und Menschen schaffen manchmal Dogmen). Hilfreich ist eine grundlegende Einteilung in konkrete Bewertungskategorien, um ein unbedachtes Vermischen zwischen unmittelbar erlebter Gewißheit, statistischer Warscheinlichkeit, Annahme oder gar Dogma zu verhindern. Denn sowas endet unweigerlich in so genannter „Fast Food“-Esoterik, und hat mit grenzwissenschaftlichem Vorgehen („wissen schaffen“) nicht mehr viel zu tun. Folgendes Dreier-Modell aus den Naturwissenschaften kann meiner Meinung nach auch bei den Grenzwissenschaften ungemein hilfreich sein:

Empirisch: Empirische (wiederholbare) bzw. messbare Erkenntnisse (z.B. physikalische Energieeffekte). Müssen der naturwissenschaftlichen Methodik zur Falsifizierung / Verifizierung standhalten.

Theoretisch: Theoretische Inhalte, die auf verifizierten Erkenntnissen aufbauen, oder statistische Erhebungen (mit gewisser Signifikanz) zu Grunde legen. Letzteres gilt vor allem für Fachgebiete, bei denen keine oder nur unzureichende Empirik erreicht werden kann (z.B. grenzwissenschaftliche Bewußtseinsthemen).

Hypothetisch: Spekulative Inhalte ohne vorherige Grundlagen bzw. ohne Grundlagen, die den empirischen / theoretischen Klassifizierungen entsprechen. Meist anzuwenden bei subjektiven Erfahrungen in Einzelfällen oder bei geringer Stückzahl (statistisch noch nicht signifikant). Ebenso bei Denkansätzen für neue Perspektiven, die noch völlig außerhalb von Herangehensweisen mit vorhandenen Grundlagen ansetzen (z.B. intuitive Ideen).

Neben diesen Einteilungen, die bei einer gemeinsamen Wissensaufbereitung möglichst berücksichtigt werden sollten, gibt es im Grenzbereich noch einen weiteren Bereich, der wiederum in rein empirischen Herangehensweisen keinen Platz findet, aber zur Gewißheitengewinnung bei Grenzthemen (vor allem im Bereich von Bewußtseinsphänomenen) unabdingbar erscheint. Nämlich die Selbsterfahrung.

Der Punkt daran ist folgender: Ein Individuum kann noch so viele übereinstimmende Berichte aus noch so vertrauenswürdiger Quelle hören, oder noch so signifikante Statistiken auswerten; ohne die unmittelbare Selbsterfahrung bleibt es nur ein Glaubenssatz, oder (mit optimaler Neutralität betrachtet) eine weitere hypothetische Möglichkeit in der persönlichen „Kann sein, kann aber auch nicht sein“-Schublade. Nur die unmittelbare Selbsterfahrung mit Verifikation, überführt eine Annahme oder einen Glaubenssatz in eine Gewißheit.

Eine Verifikation kann beispielsweise so aussehen, das man in einem anderen Bewußtseinszustand Informationen enthält, die man nicht hätte wissen können, welche sich dann aber später als korrekt herausstellen (z.B. das Sehen von Orten in AKEn, die man erst später physisch erlebt und verifiziert). Dadurch wäre die Gewißheit entstanden, das es sich z.B. nicht um sowas wie  fehlinterpretierte Sinneseindrücke bzw. Halluzinationen handelte (stark vereinfachtes Beispiel – in der Praxis gestalten sich Verifikationsketten oft deutlich komplexer).

Denkt man dieses Thema konsequent weiter, gelangt man irgendwann zu der berühmt-berüchtigten „Gedanken erschaffen die Realität“-Sache. Dieses übergreifende, und scheinbar auch oft falsch verstandene Konzept, führt zu wirklich interessanten Überlegungen. Zum Beispiel die Auswirkungen persönlicher Glaubenssätze auf die Realitätsgestaltung in entsprechend formbaren, nicht-physischen Ebenen. Himmel und Höllen für jeden Geschmack? Folgt dem Link…

Diskussion zum Thema „Glaubenssysteme“

Autor: Wingman