Archiv für August 2014

Soulfire Camp 2014

Dies ist mein alljährliches Resümee zum Soulfire Camp, welches im Jahre 2014 zum siebenten Mal stattfand. Eines kann ich bereits vorwegnehmen: Der Ort bzw. die Zusammenkunft zeigt jedes Jahr deutlicher, dass es eine ganz spezielle Gelegenheit für die Beteiligten darstellt. Untransformierte bzw. unbeachtete Dinge werden in besonderem Maße an die Oberfläche gebracht, und häufig auch geklärt (oder zumindest in notwendiger Weise angetriggert). Sei es zwischenmenschlich, oder in einem selber.

Ich tendiere deshalb dazu, das Camp jedes Jahr als eine Art Nexus für Transformation, Inspiration, neue Möglichkeiten und neue Synergien zu betrachten. Daneben aber natürlich auch als willkommenen Kurzurlaub der besonderen Art.

Ich reiste bereits am Donnerstag Mittag mit zwei Bekannten an, von denen uns einer in seinem Auto mitnahm. Das Wetter an diesem Tag war vielversprechend, besonders in Hinblick auf den Zeltaufbau. Als wir vor Ort ankamen, waren schon ungewöhnlich viele Besucher da, denn einige reisten dieses Mal bereits am Mittwoch an.

Soulfire Camp 2014 - Baumgesicht

Immer noch namenlos… Mir fiel kreativerweise „Baumgesicht“ ein

Wir begrüßten die neuen und alten Bekanntschaften, und nutzen das schöne Wetter sogleich für den Zeltaufbau. Dass das, neben modernen Luxus- und Wurfzelten, manchmal auch traditionellere Varianten sein können, zeigte sich sogleich in Form eines bereits aufgebauten Tipis:

Soulfire Camp 2014 - Tipi

Für alle, die es (wirklich) ur-amerikanisch mögen

Nach dem Zeltaufbau und einigen organisatorischen Dingen, machten wir uns sogleich auf zu einer kleinen Wanderung. Dieses Mal hatte ich Unterstützung durch mein GPS-Gerät, in dem schon einige Routen und Wegpunkte vorgespeichert waren, die mich interessierten. Wir nahmen einen Pfad auf der linken Seite des Tals, welcher tolle Aussichtspunkte bereithalten sollte. So war es dann auch… 🙂

Soulfire Camp 2014 - Erster Weitblick

Ein erster Weitblick über das Ehrenburgertal

Diese Ansichten sollten später noch übertroffen werden. Für diese kleine Wanderung reichte es jedoch erstmal aus, denn wir wollten noch jemanden an der Brandengrabenmühle begrüßen. Als Rückweg nahmen wir die schnellere, aber ungewissere Variante, welche uns einen steilen Schieferhang herunterführte. Irgendwo dort unten würden wir auf den Weg treffen, welcher zur Mühle führte. Unterwegs fanden wir auf dem Hang noch eine sehr kleine Höhle vor, in die ein Mensch gerade so reinpassen würde. Aber als Unterschlupf bei widrigrem Wetter durchaus vorstellbar. 😀

Soulfire Camp 2014 - Höhlchen

Für angehende Höhlenforscher, die erstmal klein anfangen wollen.

Ein Stück unterhalb der Mini-Höhle trafen wir wieder auf den Weg, der nur wenige hundert Meter vom Zeltplatz bzw. der Mühle entfernt lag. Eine „Leyline“ (oder eine alte, diagonale Forstschneise?) im Wald erleichterte den Abstieg auf dem letzten Stück. Zurück auf der Zeltwiese traf ich dann auch auf den ersten, amphibischen Mitbewohner. Später sollte sich herausstellen, dass es dieses Jahr von Fröschen, Kröten, Lurchen und Eidechsen nur nur so wimmelte.

Soulfire Camp 2014 - erster Frosch

Frosch-Paradies: Pfützen, Bäche, Wälder und Wiesen nah zusammen

Apropos amphibisch: Die Location verfügt bekannterweise nur über Duschen. Wer aber nicht auf eine Badewanne verzichten möchte, und wem ein bisschen Strömung und Kühle nichts ausmacht, der wird an einigen Stellen der dortigen Bäche sicherlich fündig werden. Natürliche und „nachgeholfene“ Stauungen sorgen für Sammelbecken, die tief genug sind, um mal ein bisschen einzutauchen. Gerade an heißen Sonnentagen ein schönes Naturerlebnis. Und wer etwas Glück hat, sieht dabei mal die eine oder andere Bachforelle. Aber auch Flusskrebse sollen schon gesichtet worden sein.

Soulfire Camp 2014 - Badewanne

Zum sich selber reinlegen: Naturbadewanne mit Wasserfällchen

Inzwischen neigte sich der erste (halbe) Tag schon dem Ende, und wir verbrachten noch einige gemütliche Stunden an der Mühle. Dort fiel mir eine Anzahl neuer Solarlaternen auf, die unsere  Kerzenlaternen gut ergänzen, und auch etwas regenfester sind. Einige Stunden später war schon der erste, offizielle Tag des Camps angebrochen. Als ich aufwachte, bemerkte ich durch mein Zeltfenster, dass es draußen noch halbdunkel war.

Soulfire Camp 2014 - Zeltfenster

Mein nächtliches und morgendliches Zeltfenster zur Soulfire-Welt

Der Grund für mein Aufwachen waren vereinzelte Regentropfen, die auf das Zeltdach plädderten, und ein wechselhaftes Wetter für dieses Camp andeuteten. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es erst kurz nach 5 Uhr war, weshalb ich mich nochmal hinlegte. Gegen 9 Uhr wachte ich wieder auf, und der Tag konnte beginnen. An der Mühle traf ich zuerst auf ein Katzenfrühstück (nein, nicht im ALF-Sinne 😉 ), welches von einem Großteil der inzwischen 13 Mühlenkatzen (mit Gästen) gesäumt wurde. Mit Ankunft vieler Hunde der Besucher, hielt sich die Katzenpräsenz dann tagsüber (leider?) in Grenzen.

Soulfire Camp 2014 - Zeltfenster

Ein Fest für Katzen™

Nach einigen Frühstückshäppchen packte ich mein GPS-Gerät, meine Digicam und etwas zu trinken ein. Es sollte nämlich auf meine erste größere Wanderung gehen, die ich geplant hatte. Manchen erfahrenen Wanderern könnte sie als „Traumschleifen Ehrbachklamm“ ein renommierter Begriff sein. Wie sich herausstellte, ist die Namensgebung in keinster Weise übertrieben…

Soulfire Camp 2014 - Echsenfelsen

Hoch durch die Soulfire-Mountains!

Neben malerischen, steilen Pfaden in den Schieferfelsen und grandiosen Aussichtspunkten, zeigten sich vor allem viele Eidechsen. Soviele, dass man fast Angst hatte, aus Versehen draufzutreten. Sie sonnten sich in Gruppen auf den heißen Felsen an den höchstgelegenen Stellen der Traumschleife. Ich taufte den Bereich in meinem GPS-Gerät sogleich „Echsenfelsen“.

Soulfire Camp 2014 - Echsenfelsen

Gut getarnter Mini-Repto beim Sonnenbad

Soulfire Camp 2014 - Echse auf der Flucht

Gut getarnter Mini-Repto auf der Flucht

Gegen Ende des felsigen Höhenzuges trafen wir auf einen Überhang, von dem aus man eine grandiose Sicht auf die andere Seite des Tals hatte. Dabei bemerkte ich, dass wir uns direkt über der Ehrbachklamm befanden. Man konnte das Rauschen der Wasserfälle vernehmen, aber unter dem dichten Baumbewuchs nichts davon erkennen. Ein weiterer Hinweis war jedoch die Rauschenburg-Ruine in der Ferne, welche unübersehbar auf dem steilen Hügel thronte.

Soulfire Camp 2014 - Rauscheblick

Ein ferner Blick bis rüber zur Rauschenburg-Ruine

Der Weg in die unter uns liegende Ehrbachklamm sollte aber noch eine Weile dauern, da eine Querfeldein-Möglichkeit an dieser Stelle ein bisschen steil gewesen wäre, und die körperliche Gesundheit evtl. in Mitleidenschaft gezogen hätte. Zudem hätte das eine unplanmäßige Abweichung von den traumhaften Traumschleifen bedeutet, obgleich sie die Ehrbachklamm bereits im Namen trugen. Da das Wetter jedoch finster umzuschlagen begann, beschlossen wir schließlich dennoch, einige Abkürzungen zu nehmen. Der glorreiche Kampf gegen Mücken, Bremsen und Zecken zahlte sich aus, weil wir nämlich genau zu dem Zeitpunkt im Herzen der Ehrbachklamm ankamen, als dort auch eine andere Gruppe von Camp-Besuchern verweilte.

Soulfire Camp 2014 - Feuchte Klamm

Feuchte Klamm und nasses Wasser

Nachdem sie gerade ein Bad unter dem großen Wasserfall genommen hatten, taten sich diese Camp-Besucher mit uns zusammen, und wir traten gemeinsam den Heimweg an. Zwar waren wir um ein paar Regentropfen und Schienbeinnarben reicher (ich rutschte kurz aus, und zweckentfremdete eine Schieferplatte als Käsereibe für mein Schienbein), aber wir kehrten mit vielen neuen, wunderschönen Impressionen  zur Brandengrabenmühle zurück. Auch der Regen verschwand kurz darauf wieder, und wir konnten Abends unsere stimmungsvolle „Pistenbeleuchtung“ aufstellen.

Soulfire Camp 2014 - Pistenbeleuchtung

Stimmungsvolle Pistenbeleuchtung (bis mal etwas landet 😀 )

Nun waren schon so ziemlich alle diesjährigen Camp-Besucher eingetroffen, und wir ließen den Abend an der großen Feuerstelle ausklingen. Ein besonders extravagantes Deko-Stück stellte ein mit Kerzen besetzter Wildschweinschädel dar, welcher sogleich als Wächter der Nacht auserkoren wurde.

Soulfire Camp 2014 - Nachtwächter

Knochiger Wächter der Nacht

Als wir uns in Richtung Zelt aufmachten, um uns zur Nachtruhe zu begeben, begegneten uns wieder amphibische Wegbegleiter. Dieses Mal handelte es sich um einen kleinen, organenen Frosch und eine große, warzige Kröte. Der kleine Frosch hatte es sich auf einer vom Wind umgeblasenen Partylaternen-Tüte gemützlich gemacht.

Soulfire Camp 2014 - Minifrosch

Minifrosch auf Maxikerze

Soulfire Camp 2014 - Warzenkröte

Warziger Wegbegleiter

Am nächsten Tag stand eine weitere, große Wanderung an. Diese hatte ich selber in meinem Kartenprogramm geplant, wodurch unverhoffte Strapazen und Überraschungen (entgegen einem erprobten Wanderpfad, wie den Traumschleifen) nicht ausgeschlossen waren. Glücklicherweise stellte es sich als interessante, wenn auch etwas weitläufige Route (~20km) heraus. Sie begann an einem Nebenzulauf des Ehrbaches, und sollte um das Dörfchen Mermuth herumführen.

Soulfire Camp 2014 - Ehrbach-Zulauf

Einer der vielen Ehrbach-Zuläufe

In den langgezogenen und steilen Bachtälern führte uns die Route auf einigen Trampelpfaden entlang, die offenbar schon länger nicht mehr benutzt worden waren. Dennoch fanden wir dort diverse kleine Sehenswürdigkeiten, wie Steinbruchreste, Metallteile und eine Art Stollen im Fels. Zuerst spekulierten wir, ob es sich um eine natürliche Höhle handelt, bemerkten dann aber beim Betreten das abrupte Ende und den eher künstlich wirkenden Aufau des kurzen Ganges. Ob hier mal Werkzeug oder Material gelagert wurde?

Soulfire Camp 2014 - Stollen

Künstlich oder natürlich?

Ein bisschen höher gelegen entdeckten wir dann die Quelle, oder besser gesagt den Quelltopf des Bachlaufes, den wir bereits mehrere Kilometer gefolgt waren. Laut GPS-Gerät würden wir bald vom Tal auf das flache Land gelangen, wo wir das Dörfchen Mermuth durchqueren sollten.

Soulfire Camp 2014 - Quelltopf

Deshalb heißt ein Quelltopf wohl Quelltopf…

Auf dem Land bot sich eine weite Rundumsicht, welche nur durch die Wälder eingeschränkt wurde, aus denen wir gekommen waren, und zu denen wir noch hinwollten. Inzwischen war knapp die Hälfte der Wanderung geschafft, was dafür sorgte, dass sich unsere Mägen langsam bemerkbar machten. Allerdings hatten wir noch ein paar langgezogene Waldwege vor uns, die ab dort jedoch besser ausgebaut waren, als die vorherigen Trampelpfade.

Soulfire Camp 2014 - Landschaft

Die aussichtsreiche Landschaft jenseits der Täler

Besser ausgebaute Wege bieten natürlich auch mehr touristische Punkte, vor allem aber Infotafeln. Dabei fiel uns eine täuschend echte, holografische Schautafel auf, die mit einer unglaublich plastischen 3D-Darstellung eine junge Baumanpflanzung zeigte. Ironischerweise befand sich dahinter ebenfalls eine junge Baumanpflanzung, die genauso aussah, weshalb man sich die Kosten für diese teure Bildwiedergabemethode hätte sparen können. 😛

Soulfire Camp 2014 - Holotafel

Täuschend echte 3D-Holografie für Naturfreunde

Weiter ging es durch die Wälder, welche nun wieder langsam aber sicher in die tiefen Täler führten. Dort kamen wir auch am belebten Dieler Hauptbahnhof vorbei, einem der berüchtigsten Umschlagplätze für Waldbeeren und andere Substanzen. Wir schlüpften diskret und unauffällig daran vorbei…

Soulfire Camp 2014 - Dieler Hbf

Zwischen Bachidylle und Drogensumpf: Der Dealer Hauptbahnhof!

Eine Weile später, tief im Herzen eines weiteren Bachtals, fanden wir den Schönecker Stahlbrunnen, der laut einem meiner Begleiter sehr bitter und eisenhaltig schmeckte. Darauf deutete auch das auffällig rote Wasser, bzw. dessen Ablagerungen hin. Für Leute mit Eisenmangel aber sicherlich ein Geheimtipp!

Soulfire Camp 2014 - Stahlbrunnen

Ein Stahlbrunnen voller Eisen

Sich langsam einer gewissen körperlichen Erschöpfung nähernd, beschlossen wir Rast an der Daubesberger Mühle zu machen. Dort gönnten sich ausnahmslos alle Mitwanderer das dickste Eis auf der Karte und ein erfrischendes Getränk. Das eine oder andere Doppelwürstchen mit Brot ging auch noch über den Ladentisch. Dann wurde noch obligatorisch am Mühlrad gespielt, dessen Wasserlauf durch interessierte Besucher beeinflusst werden kann.

Soulfire Camp 2014 - Mühlrad

Auch 2014 noch ein fleißig‘ Mühlrad, das nicht einfriert

Die letzte Etappe dieser ausgedehntesten Wanderung des Camps bildete abermals die Ehrbachklamm. Diese wurde aber, in heißer Erwartung von abendlicher Lagerfeuergemütlichkeit und Entspannung für’s geschundene Gebein, im Rekordtempo durchquert. Bei Einbruch der Nacht wurde uns eine mystische (Fast)Vollmondstimmung bescherrt, welche nicht nur eine besondere Atmosphäre erzeugte, sondern auch die Beleuchtung des Geländes unterstütze. Einer unserer Camp-Besucher hielt gegen Mitternacht noch einen kleinen Vortrag über das wenig bekannte und hochinteressante Otherkin-Phänomen.

Soulfire Camp 2014 - Moonlight-Avenue

Temporäre Taufe der Mühlenstraße in „Moonlight Avenue“

Soulfire Camp 2014 - Wolfsmond

In der Stunde des Wolfes?

Soulfire Camp 2014 - Fastvollmond

Ein fast voller Vollmond…

Soulfire Camp 2014 - Brennendes Krokodil

Kaltblütige Reptilienhasser: Wer hat Kroko ins Feuer geschmissen?

Der folgende Tag gestaltete sich wettermäßig wieder sehr launisch. Bei den starken Regenschauern hoffte man auf die strukturelle Integrität der Zelte (die meines Wissens nach wohl auch alle standhielten), und vertrieb sich die Zeit bei einigen Kicker-Turnieren. Auch der gemütliche Vorraum der Bar wurde wieder ausgiebig für einen interessanten und inspirierenden Austausch benutzt.

Soulfire Camp 2014 - Regenwolke

Wer schon immer mal eine Regenwolke aus der Nähe sehen wollte…

Zwei Irre (darunter ich 😀 ) begaben sich bei diesem instabilen Wetter sogar auf eine spontane Wanderung, und zwar ohne Jacken, sondern nur im T-Shirt. Das Ziel war nah, und doch so fern: Es war ein weiterer Versuch, den seit dem Earthfiles Sommercamp 2008 vermissten „geheimen Wasserfall“ wiederzufinden (siehe auch Soulfire Camp 2011). Der Versuch blieb nicht unbelohnt…

Soulfire Camp 2014 - Geheimer Wasserfall 2008

Der „geheime Wasserfall“ in 2008…

Soulfire Camp 2014

…wiedergefunden im Jahre 2014!

Die Neugier bewegte uns dazu, dem Bachlauf des Wasserfalls noch soweit wie möglich nach oben zu folgen. Laut GPS-Gerät wären wir dort irgendwann auf den Aussichtspunkt getroffen, welchen wir schon am ersten Tag des Camps bewanderten. Allerdings setzte jetzt nicht nur (wieder) ein starker Regenschauer ein, sondern auch ein Gewitter bewegte sich lautstark in unsere Richtung. Daher beschlossen wir, uns wieder schnellstmöglich bergab zu begeben. Das Gewitter hielt sich in Grenzen, aber bei unserer Ankunft an der Mühle waren wir völlig durchnässt, und unser Vorrat an frischer Kleidung neigte sich langsam dem Ende. Die Kletterei und das Wandertempo zuvor hielten uns aber noch eine ganze Weile warm. Abends bot sich uns dann ein Himmelsschauspiel der besonderen Art, als der Sonnenuntergang die noch verbliebenen Regenwolken in rosarotes Licht tauchte.

Soulfire Camp 2014 - Bindfädenregen

Feuchte Bindfäden im Sonnenuntergang

Soulfire Camp 2014 - Stimmungslicht

Stimmungsvolles Farbenspiel zwischen Regen und Sonne

Soulfire Camp 2014 - Himmelsglut

Himmelsglut (mit freundlicher Unterstützung der Farbverstärkung)

Kurz nach dem Sonnenuntergang eroberten die Regenschauer jedoch das Talwetter zurück. Doch die Feuchtigkeit treibt auch einige der (subjektiv) schönsten Bewohner dieses Ortes auf die Wege, darunter wieder unsere alten Lurchi-Freunde…

Soulfire Camp 2014 - Lurchi

Wieder mal auf der Durchreise zum Schuhkongress: Lurchi

Am nächsten Morgen (die Zelte hielten erstaunlicherweise immer noch) waren nach wie vor feuchte Bewohner der lokalen Natur anzureffen. Eine sehr imposante und sehr warzige Kröte erregte sogar die Neugier von einem unserer Hunde. Aber im letzten Moment verhinderte Frauchen einen direkteren Kontakt zwischen den Beiden (besonders schmackhaft sollen die ja eh nicht sein…).

Soulfire Camp 2014 - Megakröte

Der Krötenkönig unter den Warzenträgern

Soulfire Camp 2014 - Megakröte-Vorne

Küss mich, ich bin ein Prinz!

Die Zeltwiese hat bekannterweise auch einige parasitärere Bewohner zu bieten (unabhängig von der Feuchtigkeit). So wandelte eine ausgewachsene Zecke fröhlich über meine Ausrüstung, und steuerte auch zielsicher auf meinen Finger zu, sobalt ich ihn hinhielt. Die sensorischen Fähigkeiten dieser kleinen Blutsauger sind schon ziemlich effizient. Ob die eigentlich irgendwelche Fressfeinde auf der Wiese haben (z.B. unseren warzigen Krötenkönig)?

Soulfire Camp 2014 - Zecke

Zeck McZecken auf der Suche nach einer Blutmahlzeit

Der letzte Tag, für mich inzwischen zwei Tage nach dem offiziellen Camp-Ende, bot nochmal wunderschönes Wetter bei Sonnenschein und blauem Himmel. Ich nutzte diese Gelegenheit für eine kleine Solo-Wanderung, die mich an einer Stelle vorbeiführte, welche ich mir näher anschauen wollte. Besonders idyllisch fand ich dabei die Bäche, welche im Sonnenschein glitzerten, obgleich sie durch den Regen der letzten Tage sehr viel schlammiges Wasser führten.

Soulfire Camp 2014 - Bach-Idylle

Glitzernde Bach-Idylle im Sonnenschein

Nach einem etwas langgezogenen, steilen Aufstieg traf ich nochmal auf den Aussichtspunkt der allerersten Wanderung. Von dort bot sich mir ein letzter, imposanter Blick ins Tal (jedenfalls für dieses Camp). Man könnte von dort aus eigentlich die Brandengrabenmühle erkennen, aber sie ist gut getarnt zwischen hohen, altehrwürdigen Bäumen. Klar erkennbar sind jedoch der alte Steinbruch neben-, und die auffällige Waldschneise hinter der Mühle.

Soulfire Camp 2014 - Talblick

Imposanter Talblick zur „getarnten“ Brandengrabenmühle

Ich wusste, dass der reguläre Rückweg eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde, aber da wir bald abfahren wollten, drängte ebendiese Zeit etwas. So beschloss ich, auf schnellstmöglichem Wege ins Tal zurückzukehren, nämlich querfeldein den Hang runter. Ein Blick in den Abgrund mahnte dabei zur ausreichenden Vorsicht.

Soulfire Camp 2014 - Abgrund

Wenn man mal wieder keinen Gleitschirm dabei hat…

Der Rückweg an den steilen Schieferhängen wurde dann eher zu einer rauhen Rutschpartie auf den Schuhen (zeitweise auch auf dem Hintern 😀 ), statt einem herabwandern. Aber bis auf ein paar härtere Ausrutscher und mit Rücksicht auf die dortige Natur, erreichte ich nach gefühlten 3000 (eher 150) Höhenmetern den Ehrbach.

Soulfire Camp 2014 - Hänge

In den Schieferhängen des Ehrenburgertals

Da ich an einer ziemlich stark bewachsenen Stelle landete, arbeitete ich mich noch eine Weile über die Felsen, bis ich wieder an unserem „geheimen Wasserfall“ ankam. Von dort aus war es relativ leicht, wieder auf den Wanderweg zu kommen, und nach wenigen hundert Metern die Brandengrabenmühle zu erreichen. Nachdem die letzten Sachen verpackt waren (das meiste davon erledigte ich bereits am Vorabend), verabschiedeten wir uns, und traten unsere Heimreise vom Löfer Hauptbahnhof aus an.

Soulfire Camp 2014 - Heimwärts

Zurück ins hektische Alltagsgewusel am Löfer Hauptbahnhof

Was lässt sich abschließend sagen? Natürlich wieder nur meine persönliche Meinung aufgrund meiner subjektiven Eindrücke. Um dabei an die Einleitung dieses Resümees anzuschließen: Das Soulfire Camp 2014 spiegelte in allen Belangen (sogar im Wetter und der Natur) die Unruhe und Polarisierung des Jahres 2014 wieder. Es konnten einige würzige Streits, polarisierende Weltbild-Diskussionen, persönliche Bewältigungsprozesse und mächtige Transformationsanstöße erlebt werden. Aber auch alte Ungeklärtheiten, die teilweise mehrere Jahre auf Eis lagen, konnten mit inzwischen dazugewonnener Lebensreife harmonisiert werden.

Baumgesicht - 2008 bis 2014

Ein hölzerner Bekannter im Laufe der bisherigen Camps 😉

Kurz gesagt: Dass Soulfire Camp 2014 tat das, was es tun soll. Und ich hoffe, dass es in dieser Tradition genauso im Jahre 2015 weitergehen wird. Ihr seid wieder alle eingeladen, an dieser Zusammenkunft mitzuwirken, ob alte Veteranen, oder neue Gesichter. Ich freue mich auf euch! 🙂

Soulfire Camp 2013
Soulfire Camp 2012

Soulfire Camp 2011
Soulfire Camp 2010
Soulfire Camp 2009

Soulfire Camp – Website
Video-Impressionen

Autor: Wingman