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…oder: Wieviel Bewusstheit verträgt eigentlich die Wahrheitsbewegung?

Passend zu diesem turbolenten Thread (EDIT: Wurde scheinbar nach einem Forenumzug entfernt – ich finde ihn jedenfalls nicht mehr) im Recentr-Forum, bei dem ich mitgemischt habe, hier eine kleine Abhandlung über die Problematik von Grenzthemen bzw. inneren, geistigen Themen generell in der Wahrheitsbewegung. An Betonköpfigkeit, Kleingeistigkeit und Furcht ist der verlinkte Thread kaum zu überbieten (zumindest, was einige der User betrifft).

Meine Meinung bezieht sich jedoch nicht speziell auf die Plattform Recentr oder die dortige Community, sondern auf den sichtbaren Trend in der gesamten Wahrheitsbewegung (nicht nur im deutschsprachigen Raum). Ich halte die Bewegung auf jeden Fall für unterstützenswert, und verfolge sie daher seit Jahren regelmäßig bzw. helfe bei der Vernetzung mit.

Nun aber zum Thema…

Wer sich in der Infokrieger-Szene / Wahrheitsbewegung etwas auskennt, wird schonmal die Undifferenziertheit erlebt haben, mit der dort alle Arten von Grenzthemen bzw. sogar Bewusstseinsthemen an sich in pauschale Schubladen gesteckt werden. Auch unter dem Begriff “Esoterik-Bashing” bekannt geworden, werden alle Arten von Phänomenen, Philosophien und Herangehensweisen über einen Kamm gescherrt, und als Halluzinationen (meist durch Drogenmißbrauch), Wunschdenken, Realitätsflucht, oder großes Manipulationskonstrukt der “globalen Elite” abgetan.

Man hat dort offenbar Angst vor Bereichen, welche über die eigene mentale “Komfortzone” hinausreichen könnten, brüstet sich aber zugleich damit, die “harten Themen” der Wahrheitsbewegung (9/11, Weltverschwörungen, NWO…) “ertragen” zu können. Das geht parallel zu der Angst vor geistiger Manipulation aller Art, bei der jedoch jene, die die Manipulation am meisten fürchten, oft zu den größten Manipulatoren ihrer selbst werden (mehr dazu weiter unten).

Desinformation, Unterwanderung und Pervertierung im Grenzwissen-Bereich gibt es auf jeden Fall, keine Frage (wie in ALLEN Bereichen, womit sich Menschen beschäftigen). Man denke nur an die leichtgläubigkeits- und konsumgestütze “Fast Food”-Esoterik oder die haarsträubenden  Auswüchse der New Age-Bewegung.  Aber in der Infokrieger-Szene wird sich frappierend oft und reflexartig engstirniger Weltbild-Schubladen gegen alle Arten von Bewusstseinsthemen bedient. Und jene, die daran rütteln (vor allem z.B. sachlich von Selbsterfahrungen berichten, seriöses Material aufzeigen etc…), werden schnell als Lügner, Spinner, Sektierer oder “Abwerber” verdächtigt. So braucht man sich offenbar nicht mit unbequemen Grenzbereichen abgeben, die das eigene, bequem gewordene Weltbild relativieren könnten (siehe auch HIER).

Dieser Umstand bietet aber auch ein interessantes Studienfeld über die “alternative Szene” allgemein. Es stellt sich nämlich gerade im Infokrieg interessant dar, weil dort das Spektrum der Mentalitäten und Bewusstheiten sehr breit gefächert ist. Da ist von fundamentalistischen Christen, die hunderte Seiten lang Threads damit “beglücken”, warum nur Jesus der Weg sein kann, über normale freiheitsliebende Leute, der mehr Eigenverantwortung für sich übernehmen wollen, bis hin zu hochintelligenten Akademikern mit einer hyperaktiven linken Gehirnhälfte, alles denkbare an Geisteshaltungen vertreten.

Markant ist jedoch wie gesagt die Betonköpfigkeit, welche dort teilweise stark dominiert, und bei näherer Betrachtung aus tiefsitzenden Ängsten herzurühren scheint. Ängsten, den letzten Halt am sicheren Weltbild zu verlieren, das schon durch die hintergrundpolitischen Themen der Szene kompromittiert wurde? Zumindest scheint man besser mit “äußeren” Themen zurechtzukommen, als mit inneren Aspekten (wie Selbsterkenntnis). Doch wenn man die inneren Aspekte außen vor läßt, bedingt das in der Regel eine Unbewusstheit und Reflexartigkeit, die Differenzierungsvermögen bzw. eine vernünftige Trennung zwischen emotionalen Reaktionen und rationalem, analythischen Denken torpediert.

Im schlimmsten Fall kommt es zu nahezu neurotischen “Mindfucks”, bei denen jemand seine unbewußten Ängste und die damit vermengten Schlussfolgerungen in die Außenwelt projiziert (auf Themen wie Grenzwissen, aber auch Personen, die gefürchtete Aspekte repräsentieren). Denn wenn die eigenen Reaktionsmuster unbewusste Ursachen haben (im Gegensatz zu reflektierten, bewussten Mustern), verliert man die Souveränität über den eigenen Geist, und wird somit ein Spielball seiner unbewussten Ängste, selbstgebauter Schutzmechanismen und unreflektierter Vorurteile.

Diejenigen, welche die größte Angst vor Mind Control haben, werden also ironischerweise zu den größten Mind Controllern ihrer selbst. Deshalb wird ein Großteil der Wahrheitsbewegung sicherlich noch als ungefährlich betrachtet, weil die Leute sich selbst kontrollieren und durch kleinlische Konflikte untereinander spalten, statt auf die Gemeinsamkeiten und Stärken zu bauen. Wozu eine Szene bekämpfen, die sich aufgrund mangelnder Selbsterkenntnis, Unbewusstheit und unreflektierer Ängste schon selber bekämpft? Da sollte man erstmal auf breiter Basis sein mentales Rüstzeug trainieren (geistige Stärke, Bewusstheit und Selbsterkenntnis kultivieren, Differenzierungsvermögen lernen etc…), bevor man im Außen etwas erreichen will. Sonst steht man sich buchstäblich selbst im Weg…

In der Realität wird dieser Prozess wohl parallel bzw. fließend ablaufen. Sprich, die Szene hat mit den Fehlern der Unbewusstheit zu kämpfen, versucht aber dennoch (teilweise erfolgreich) etwas für die äußere Freiheit zu tun. Aber ohne innere Freiheit ist die äußere Freiheit gefährdet, weil man unreflektierte Muster, die schon früher Systeme und Konzepte pervertiert haben, irgendwann wiederholt. Sollte die Bewusstwerdung ein gewisses Niveau nicht überschreiten, wird man nicht aus dem Teufelskreis “Tyrannei – Rebellion – Tyrannei – Rebellion” (…) ausbrechen können.

“Wer aus sich selbst nicht lernt, ist verdammt, sich selbst erkennen zu müssen, bis er es tut.” ;)

Autor: Wingman

Diese Frage mag auf dem ersten Blick seltsam klingen, aber bei näherer Betrachtung eröffnen sich dadurch einige interessante Aspekte bezüglich außerkörperlicher Erfahrungen, Träume und anderer Bewußtseinsphänomene. Ist unser Bewußtsein bei Bewußtlosigkeit wirklich ausgeschaltet, oder ist es einfach nur woanders unterwegs, und wir erinnern uns im Wachzustand nicht daran? Diverse Beobachtungen und Erfahrungsberichte deuten auf die letztere Möglichkeit hin.

Aber wenn es so ist, warum können wir uns im physischen Wachbewußtsein nur so schwer bzw. garnicht daran erinnern? Und was tun wir die ganze Zeit, während eben jenes physische Wachbewußtsein inaktiv ist? Natürlich gibt es den REM-Schlaf mit Träumen (an die sich die meisten Menschen größtenteils nicht erinnern), aber daneben existiert noch der tiefe, traumlose Delta-Schlaf. Und da wird es wirklich interessant…

Zwischen den Traumphasen
Gibt es Bewußtlosigkeit?

Autor: Wingman

Das Thema “Glaubenssysteme” stellt einen wesentlichen Aspekt bei grenzwissenschaftlichen Herangehensweisen dar. Denn die Linie zwischen Glaubenssatz und Wissen ist dort noch viel dünner, als in den auf Empirik basierenden Naturwissenschaften (wo es solche Glaubenssätze idealerweise garnicht geben dürfte, aber sie wird ebenfalls von Menschen betrieben, und Menschen schaffen manchmal Dogmen). Hilfreich ist eine grundlegende Einteilung in konkrete Bewertungskategorien, um ein unbedachtes Vermischen zwischen unmittelbar erlebter Gewißheit, statistischer Warscheinlichkeit, Annahme oder gar Dogma zu verhindern. Denn sowas endet unweigerlich in so genannter “Fast Food”-Esoterik, und hat mit grenzwissenschaftlichem Vorgehen (“wissen schaffen”) nicht mehr viel zu tun. Folgendes Dreier-Modell aus den Naturwissenschaften kann meiner Meinung nach auch bei den Grenzwissenschaften ungemein hilfreich sein:

Empirisch: Empirische (wiederholbare) bzw. messbare Erkenntnisse (z.B. physikalische Energieeffekte). Müssen der naturwissenschaftlichen Methodik zur Falsifizierung / Verifizierung standhalten.

Theoretisch: Theoretische Inhalte, die auf verifizierten Erkenntnissen aufbauen, oder statistische Erhebungen (mit gewisser Signifikanz) zu Grunde legen. Letzteres gilt vor allem für Fachgebiete, bei denen keine oder nur unzureichende Empirik erreicht werden kann (z.B. grenzwissenschaftliche Bewußtseinsthemen).

Hypothetisch: Spekulative Inhalte ohne vorherige Grundlagen bzw. ohne Grundlagen, die den empirischen / theoretischen Klassifizierungen entsprechen. Meist anzuwenden bei subjektiven Erfahrungen in Einzelfällen oder bei geringer Stückzahl (statistisch noch nicht signifikant). Ebenso bei Denkansätzen für neue Perspektiven, die noch völlig außerhalb von Herangehensweisen mit vorhandenen Grundlagen ansetzen (z.B. intuitive Ideen).

Neben diesen Einteilungen, die bei einer gemeinsamen Wissensaufbereitung möglichst berücksichtigt werden sollten, gibt es im Grenzbereich noch einen weiteren Bereich, der wiederum in rein empirischen Herangehensweisen keinen Platz findet, aber zur Gewißheitengewinnung bei Grenzthemen (vor allem im Bereich von Bewußtseinsphänomenen) unabdingbar erscheint. Nämlich die Selbsterfahrung.

Der Punkt daran ist folgender: Ein Individuum kann noch so viele übereinstimmende Berichte aus noch so vertrauenswürdiger Quelle hören, oder noch so signifikante Statistiken auswerten; ohne die unmittelbare Selbsterfahrung bleibt es nur ein Glaubenssatz, oder (mit optimaler Neutralität betrachtet) eine weitere hypothetische Möglichkeit in der persönlichen “Kann sein, kann aber auch nicht sein”-Schublade. Nur die unmittelbare Selbsterfahrung mit Verifikation, überführt eine Annahme oder einen Glaubenssatz in eine Gewißheit.

Eine Verifikation kann beispielsweise so aussehen, das man in einem anderen Bewußtseinszustand Informationen enthält, die man nicht hätte wissen können, welche sich dann aber später als korrekt herausstellen (z.B. das Sehen von Orten in AKEn, die man erst später physisch erlebt und verifiziert). Dadurch wäre die Gewißheit entstanden, das es sich z.B. nicht um sowas wie  fehlinterpretierte Sinneseindrücke bzw. Halluzinationen handelte (stark vereinfachtes Beispiel – in der Praxis gestalten sich Verifikationsketten oft deutlich komplexer).

Denkt man dieses Thema konsequent weiter, gelangt man irgendwann zu der berühmt-berüchtigten “Gedanken erschaffen die Realität”-Sache. Dieses übergreifende, und scheinbar auch oft falsch verstandene Konzept, führt zu wirklich interessanten Überlegungen. Zum Beispiel die Auswirkungen persönlicher Glaubenssätze auf die Realitätsgestaltung in entsprechend formbaren, nicht-physischen Ebenen. Himmel und Höllen für jeden Geschmack? Folgt dem Link…

Diskussion zum Thema “Glaubenssysteme”

Autor: Wingman