Tag Archiv für Selbstreflektion

Was will ich?

Diese simple Frage ist von größerer Tragweite, als sie auf den ersten Blick hin erscheinen mag. Ich beobachte nun schon seit fast zehn Jahren die Grenzwissen-Szene (virtuell und „real life“), und habe bestimmte Muster festgestellt:

Jemand kommt in die Grenzwissen-Szene und ist erstmal voller Neugier, Erstaunen, Ausprobierdrang  und vielleicht auch etwas eingeschüchtert. Dann wird alles verschlungen (konsumiert), was sich bietet, oder was zumindest den spezifischeren Interessen dieser Person entspricht. Bei manchen mag das Magie, Spiritualität, Lichtarbeit, Channeling etc. sein, bei anderen PSI, UFOlogie / Exopolitik, neue Energietechnologien, alternative Medizin, Wahrheitsbewegung usw. (oder in beliebig anderen Konstellationen). Das kann sich vom passiven Informationskonsum (Internet, Fachpublikationen, Videos…), über den Besuch von Stammtischen / Vorträgen / Kongressen, bis hin zur Teilnahme an verschiedensten Workshops erstrecken.

Doch was ist, wenn man eines Tages mal alles konsumiert und ausprobiert hat, was die Szene bis dato zu bieten hatte, und neues Material eigentlich immer nur noch ein Neuaufguss des alten ist? Ab diesem Punkt bleibt man entweder ein passiver Konsument, oder wird ein aktiver Macher. Viele verspüren inzwischen den letzteren Wunsch, jedoch steht ihnen da oft die größtmögliche Hürde im Weg: Sie selbst! Man sollte sich dieser Weggabelung daher ganz ernsthaft folgende Fragen beantworten:

  • Was will ich überhaupt konkret (für mich und für andere)?
  • Was kann ich beitragen / welche Fertigkeiten kann ich einbringen?
  • Wo sind meine Fachgebiete? Wo will ich mich weiterbilden?
  • Bin ich eher ein passiv Beteiligter (bis hin zum reinen Konsumenten) oder ein aktiver Macher?

Und da gibts meist erstmal ratlose Gesichter. Denn konkret stellen sich die Wenigsten diese Fragen, bzw. versuchen sie gar unbewusst zu umschiffen. Ich kenne es leider von inzwischen knapp einem dutzend ambitionierter Projekte, bei denen ich mitgemacht habe: Die meisten Beteiligten wissen nicht wirklich, was sie damit konkret für sich und für andere erreichen wollen. So hat man dann die Situation, dass alle darauf warten, bis irgendwer aus der Gruppe etwas macht bzw. den Ton angibt (erinnert das nicht irgendwie an eine Schafsherde?), statt das jedes Individuum selbst aktiv wird, und sein Ding durchzieht. Dass Ergebnis davon ist, das am Ende keiner etwas Konkretes macht, und alle ratlos fragend dastehen, warum das Projekt nicht in Gang kommt. Im besten Fall hat man ein oder zwei Alpha-Wesen, die konkret was in die Tat umsetzen. Aber dafür hätten diese dann auch keine große, passive Gruppe drumherum benötigt (die stellt sich dann in der Praxis sogar oft als Ballast heraus). Kurz darauf stagnieren und sterben solche Projekte dann auch wieder.

Doch die Gruppe will dann nicht selten auch was vom Kuchen abhaben, zu dem sie aber faktisch nichts beigetragen hat, sondern sich nur mit den fremden Federn schmücken will. Eine Konstellation, die man oft in großen Foren beobachtet (Forderung nach Demokratie / Mitspracherecht), obwohl diese Forderer weder rechtlich für das Forum haften, noch irgendeine signifikante Arbeit (Moderation, Pflege, Webdesign, Spenden…) dazu beigetragen haben. Man will Freiheit haben, ohne jedoch auch die Eigenverantwortung, welche mit echter Freiheit einhergeht, auf sich zu nehmen. Durch diesen Trugschluss (Abschieben von Eigenverantwortung) entsteht nämlich ironischerweise wieder Unfreiheit oder sogar freiwillige Versklavung.

Wo ist nun aber der konkrete Knackpunkt bei der Sache? Der Knackpunkt ist Selbstehrlichkeit. Will man ein aktiver Macher sein, oder ein passiver Konsument? Letzteres ist garnicht schlimm, wenn man es sich ehrlich eingesteht, und damit glücklich sein kann. Man braucht sogar einen gewissen Anteil an Konsumenten, bzw. jeder Neuling in der Grenzwissen-Szene ist zwangsläufig erstmal ein (Informations)Konsument. Aber wenn man so ein reiner Konsument ist, sollte man nicht glauben, zu dem Zeitpunkt etwas Anderes zu sein, sondern sich selbst realitisch betrachten. Und da hakt es leider bei vielen Leuten, aufgrund mangelnder Selbstehrlichkeit. Man muss sich erstmal selber konkret beantworten können, was man will. Solange dass nicht klappt, weiß man, das man sich selbst erstmal „konkretisieren“ muss, oder eben mit der passiven Rolle vorlieb nimmt. Egal welchen Weg man da wählen mag; es erfordert Mut, denn man muss dazu selbstehrlich sein.

Dort kommt auch der Punkt „Authentizität“ ins Spiel. Denn früher oder später merken die Leute, ob man selber wirklich weiß, was man will, und die Dinge Substanz haben, die man vertritt, oder ob man nur ein imposantes Luftschloss gebaut hat (und es dann nichtmal selber merkt bzw. merken will). Die einen leben ihr Thema durch Selbsterfahrung und aktive Auseinandersetzung authentisch, die anderen rezitieren nur (oft unkritisch) angelesene Informationen, oder verbreiten unreflektierte, bequeme Glaubenssätze, welche ihnen gerade in den Kram passen. Qualität und Produktivität kommt letztlich von den authentischen Machern, und das wird dann auch schnell erkannt.

Der alte Satz „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ ist da sehr treffend. Zugleich tauchen dann oft noch Kritiker oder Nörgler auf, die aber selbst nichts Substanzielles beizutragen haben. Offenbar wird das durch Neid genährt, weil sie selbst nicht die Courage aufbringen, authentische, aktive Macher, oder zumindest selbstehrliche Konsumenten auf ihren Gebieten zu sein. Zu diesem Aspekt fällt mir noch eine sehr passende bzw. schlicht geniale Szene aus „Rocky Balboa“ (Rocky VI) ein:

Rocky Balboa – Filmzitat (YouTube)

Fazit: Wer also an diesem Punkt seiner „Grenzwissen-Karriere“ angekommen ist, sollte die Selbstehrlichkeit nicht vernachlässigen, denn davon hängt letztlich alles in der eigenen Entwicklung ab. Ohne Selbstehrlichkeit gibt es nämlich letztlich auch keine Selbsterkenntnis, und ohne Selbsterkenntnis lebt man mit einer falschen Identität vor sich hin. Umso bitterer wird dann eines Tages die „rote Pille“, wenn der Selbstbetrug bzw. die Unauthentizität nicht mehr funktioniert. Und dafür wird die eigene Seele sorgen, denn Stagnation liegt nicht in ihrem Interesse.

Mein persönlicher Tipp: Macht einfach euer Ding und zieht es so durch, wie ihr euch das vorstellt, ohne zu deligieren oder darauf zu warten, das irgendjemand für euch den Startschuss gibt! Wenn die Sache Hand und Fuß hat, werdet ihr damit Resonanz auslösen, und die richtigen Leute zur Zusammenarbeit anziehen. Und wenn es diese Leute momentan nicht gibt, macht ihr es eben alleine. Aber hauptsache, ihr macht was, und wartet nicht nur, das die gewünschte Veränderung von außen herbeigeflogen kommt! 😉

Autor: Wingman

Licht und Liebe, Dualität und Verdrängung

In diesem Artikel möchte ich einen speziellen Aspekt der Bewußtheit und den Umgang mit Polaritäten beleuchten. Es geht im Wesentlichen darum, das viele Leute in der „Szene“ auf der Suche nach einem Zustand von „Licht und Liebe“ anfangen, ihre dunklen Aspekte bzw. negativen Emotionen zu verdrängen, anstatt sie für einen ganzheitlichen Transformationsprozess vollbewußt zu durchleben und zu beleuchten. Dies führt dazu, das jene Aspekte (die nunmal vermutlich jeder Mensch aufgrund der dualen Natur des Mensch-Seins besitzt) ins Unbewußte verdrängt werden. Das Individuum meint nun, nur noch aus Licht und Liebe zu bestehen, ohne jedoch die genannten Aspekte vollbewußt betrachtet, aufgearbeitet und transformiert zu haben. Ein unliebsamer Teil der Persönlichkeit wird also ausgeklammert.

Was dann geschieht ist, das die verdrängten Aspekte unbewußt aktiv werden, und in bestimmten Situationen die Herrschaft übernehmen. Häufig erlebt man es, wenn man die Glaubenssätze bzw. Überzeugungen einer solchen Person in Frage stellt, oder der Person etwas reflektiert, was mit ihren verdrängten Mustern in Resonanz geht. Aus den liebenswertesten, lichtvollsten Esoterikern werden dann plötzlich egomanischste, fanatische Eiferer, die mehr an das erinnern, was sie eigentlich verabscheuen, bzw. vorgeben zu bekämpfen. Sie werden, wie gesagt, in dem Moment von ihren verdrängten Aspekten dominiert, und sind sich dessen nicht bewußt. Ich bin dann schonmal versucht (in extremen Fällen), den Begriff „Licht und Liebe-Faschismus“ für das Verhalten einer solchen Person zu verwenden. Sowas kann dann soweit gehen, das Leute, die nicht mehr ins Bild passen, aus einer Gruppe herausgeekelt werden, obwohl die Gemeinsamkeiten objektiv gesehen alle Unterschiede überwiegen (beispielsweise militante Vegetarier / Veganer in der „Szene“, die Fleischesser für unnatürlich und weniger spirituell halten, da alles Andere nicht in ihr Dogma passt). Aus solcher Unbewußtheit entsteht Spaltung, und oft scheint auch genau an diesen Achillesfersen angesetzt zu werden, wenn jemand verhindern möchte, das gewisse Gruppierungen entstehen, die etwas verändern könnten.

Ob eine Gruppe nun etwas verändern will, oder einfach nur vollbewußt und ohne Stagnation leben möchte; Vorraussetzung ist meiner Ansicht nach, das jedes einzelne Individuum seine Selbsterkenntnis ganzheitlich und eigenverantwortlich betreibt. Man sollte nicht nur nur nach Außen, sondern gleichermaßen auch nach Innen schauen, und alle seine Aspekte für sich beleuchten (sozusagen „ins Licht“ bringt). Denn nur, wenn man sich seines eigenen Schattens bewußt wird, kann man diesen positiv nutzen, statt sich von „ihm“ unbemerkt benutzen zu lassen (was nichts anderes bedeutet, als das man einen Krieg mit sich selbst führen würde, was auf Dauer unweigerlich in Stagnation endet). Ansonsten werden sich auch alternative Gruppen / Bestrebungen wieder in verantwortungsabschiebende Schafe bzw. egomanische Anführer aufteilen, und so würde dann letztlich nichts Neues erreicht, sondern nur alte Unbewußtheit neu verpackt. Aus diesem Grunde auch eine historische Beobachtung, das sich dadurch immer mehr bestätigt: Nicht äußere Systeme (Dogmen, Bekenntnisse, gute Absichten…) können die Menschen ändern, sondern die Menschen nur sich selbst.

Zum Schluss noch eine mehr oder weniger sinnbildliche Betrachtungsweise der Polaritäten anhand eines Spektrums:

Spektrum - Finsternis

Völlig zur Finsternis hin polarisiert - die Welt ist dunkel

Das Individuum ist völlig zur Finsternis hin polarisiert. Die Welt liegt im Dunkeln (keine Perspektiven, keine Schöpfung, keine Energie, keine Transformation: Stagnation).

Spektrum - Licht

Völlig zum Licht hin polarisiert - Überstrahlung

Das Individuum ist völlig zum Licht hin polarisiert. Die Farben verblassen, die einzelnen Nuancen des Lebens werden mangels Erdung überstrahlt (keine Veränderung, kein Lernmotor, keine Weiterentwicklung: Stagnation).

Spektrum - Gleichgewicht

Im Gleichgewicht zwischen Finsternis und Licht - Entwicklung

Das Individuum ist im vollbewußten Gleichgewicht zwischen Dunkelheit und Licht. Es kann das gesamte Spektrum bewußt und mit kräftigen Farben, also in all seinen Facetten erleben. Entwicklung kann stattfinden, und das Potenzial sich vollkommen entfalten (echte Freiheit, welche jedoch auch echte und lückenlose Eigenverantwortung voraussetzt).

Persönliche Entwicklungsfaktoren
Animalisches Sub-Selbst, Ego und Selbstreflektion
Gleichgewichtsprinzip (Parität)
Gleichgewicht – Fluss – Ganzheit

Autor: Wingman

Fiktive Universen, und ihre Wirkung auf uns

Seit nunmehr fast zwei Monaten läuft James Cameron’s neuer Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ in den Kinos. Es ist wieder mal ein Blockbuster, welcher in finanzieller Hinsicht neue Rekorde aufstellt (sowohl die Kosten, als auch die Einnahmen). Doch abgesehen von der Vermarktung und dem Hype, scheint es für viele Menschen noch tiefere Aspekte in diesem Film zu geben. Es liegt hier offenbar eines der wenigen Werke zu vor, die eine starke, tiefergehende Resonanz in vielen Menschen auslösen. Warum das so ist, dürfte sich als komplexe Fragestellung herausstellen. Ebenso komplex, wie die Informationen, die in einem bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Film-Universum rübergebracht werden.

Viele Menschen sind von Avatar tief berührt, und haben sich regelrecht in die fiktive Welt des Planeten Pandora verliebt. Andere hingegen, können überhaupt nichts mit dem Film anfangen, und beschreiben ihn als klischeehaft, vorhersehbar und langweilig. Obwohl es leider gerne getan wird, kann man in diesem Fall die Leute nicht einfach gemäß ihren Reaktionen in Schubladen stecken (wie es vielleicht bei intellektuell anspruchsvollen Franchises funktionieren würde, wo die Massenkonsumenten nicht die erforderlriche Reife mitbringen). Was ist es also, das die Leute diesen Film auf so extrem unterschiedliche Weise wahrnehmen und beurteilen läßt? Wieso wird bei manchen sofort eine tiefe Resonanz erzeugt, und andere langweilen sich, oder erfreuen sich höchstens eine Weile an den Special Effects?

Bei genauerer Betrachtung betrifft es nicht nur das jüngste Beispiel „Avatar“, sondern diverse große Franchises. Gute Beispiele sind Star-Trek, Star-Wars, Herr der Ringe, Harry Potter, und in gewisser Weise auch Matrix. Natürlich wird in so komplexen, fiktiven Universen viel mit Archetypen und Mythologien gespielt, was an sich schon eine unterbewußte Resonanz auslöst. Ein bekanntes Beispiel ist die „Magie“ von Star-Wars. Aber auch hier gibt es erstaunliche Unterschiede bei den Reaktionen. Persönlich kann ich z.B. sehr gut die Magie von Star-Wars nachempfinden, gehe aber in Sachen Idealismus und Wertevermittlung eher mit Star-Trek konform (in vielen Aspekten eine gute Blaupause für die Zukunft). Herr der Ringe hingegen, löst bei mir überhaupt keine Resonanz aus, und ich empfinde ihn ebenso überlang und uninteressant, wie andere Leute Avatar. Das gleiche gilt für Harry Potter, obwohl dort noch der Aspekt des durchschnittlich jüngeren Publikums hinzukommt. Matrix (1) finde ich ebenfalls faszinierend, aber in einer beschränkteren Art und Weise. Jedoch hat er damals viele Leute auf tiefergehende Gedanken gebracht, und zu einem gewissen Erwachen beigetragen (die Frage „Was ist Realität?“).

Mit Mythologie und Archetypen kann vieles in Menschen bewegt und entfacht werden, aber das ist für mich noch keine ausreichende Erklärung für die teils extrem unterschiedlichen Reaktionen. Vielleicht liegt die Erklärung viel tiefer, als man denken würde. Das bringt uns nämlich zu der Frage, woher die Inspiration kommt. Zum Großteil ist es sicherlich eine kunstvolle Neukomposition der vorhandenen Mythen, Archetypen und Erlebnisse im kollektiven (Unter)Bewußtsein. Zum anderen gibt es jedoch auch inoffizielle Andeutungen, das ganz gezielt Informationen von „Außerhalb“ eingegeben oder verwendet wurden. „Außerhalb“ steht hier für metaphysische und spirituelle Informationsquellen, die man mit seinen regulären fünf Sinnen nicht anzuzapfen vermag.

Am häufigsten wird natürlich an das berühmte „Channeling“ gedacht, welches ebenso geheimnisvoll, wie umstritten ist. Beim Channeln nimmt eine Person in einer Art Trancezustand Verbindung mit nicht-physischen Wesen auf, und übermittelt die empfangenen Informationen physisch. Das heißt, verbal, schriftlich oder manchmal zeichnerisch (bis hin zu Musikkompositionen). Gerüchten zufolge hat Gene Roddenberry, der Schöpfer von Star-Trek, bei einem Medium Informationen channeln lassen, die ihm als Basis für seine Serie dienten. Die Quelle soll der so genannte „Rat der Neun“ gewesen sein. Vor allem der Aspekt einer interplanetaren Föderation, die aus verschiedensten Spezies besteht, schien dort eine große Bedeutung gehabt zu haben.

Der gewaltige Nachteil von Channelings liegt beim übermittelnden Medium. Sämtliche Informationen (sofern sie von Außen kommen) werden durch die Vorlieben und Ansichten des Mediums unterbewußt gefiltert, verzerrt und verschnörkelt. In manchen Fällen scheint eine Nachricht so von Licht und Liebe-Phrasen überzogen zu sein, das die eigentliche Aussage völlig entstellt oder verschwunden ist. Deshalb wird diese Methode in ausgeglicheneren Grenzwissen-Kreisen nur sehr bedingt als nützliche Informationsgewinnung gesehen. Was meist bleibt, ist warscheinlich nur die Inspiration, die der Leser aus den Inhalten ziehen kann, ohne sie zu wörtlich zu nehmen.

Im Fall von „Herr der Ringe“ gibt es Erzählungen, das dessen Schöpfer J.R.R. Tolkien (bewußt oder unbewußt) Erinnerungen aus einer anderen Inkarnation seiner selbst als Grundlage genommen haben soll. Erinnerungen an andere Inkarnationen können ebenfalls subjektiv verzerrt sein, und sind nicht objektiv nachprüfbar, sofern die Inkarnation nicht zeitnah auf der Erde stattfand, wo noch physische Charakteristika aus der Zeit jener Inkarnation vorzufinden sind (oder in Einzelfällen sogar Dokumente mit Personendaten). Aber sie haben offenbar die Eigenschaft, intensiver und vor allem persönlicher zu sein, als andere Informationsquellen (abgesehen von AKEn).

Ein weiteres, interessantes Gerücht gibt es bezüglich Star-Wars. Der Grundaufbau soll auf einem realen, interstellaren Konflikt basieren, welcher vor mehreren Millionen Jahren stattfand, und als „Orion-Kriege“ bezeichnet wird. Wie genau George Lucas (der Schöpfer von Star-Wars) an diese Informationen gekommen sein soll, ist mir nicht bekannt. Aber interessant ist in dem Zusammenhang, das er die geheimnisvolle und auch umstrittene „Federazione di Damanhur“ in Norditalien besucht haben soll. Es handelt sich dabei um eine spirituelle Gemeinschaft, die (ohne Nachdrücklichkeit oder offensichtliche PR-Methodik) behauptet, über eine alternative, auf nicht-physischer Energie basierende Technologie zu verfügen, und damit sogar Zeitreisen zu unternehmen. Neben George Lucas sollen auch viele andere Autoren dort angereist sein, um sich inspirieren zu lassen. Das eröffnet natürlich viel Raum für interessante Spekulationen.

Wie es diesbezüglich mit dem aktuellen Beispiel „Avatar“ aussieht, weiß ich nicht. Aber der Film bewirkt auf jeden Fall in vielen Menschen die Sehnsucht nach einer stärkeren Verbindung zur Natur und mehr Lebendigkeit. Zweifellos Dinge, die in unserer „zivilisierten“ Welt fast verschwunden sind. Viele, die erstmals wieder diese Sehnsucht verspüren (und vorher für diese Empfindung unbewußt oder verschlossen waren) verfielen durch den Film sogar in eine Depression, da ihnen ihr wirkliches Leben plötzlich grau und sinnlos vorkam („Post Pandora-Depression“ oder „Na’vi-Blues“ genannt *g*). Andere, die sich schon länger dieses Naturaspekts bewußt sind, sind bewegt von der oppulenten Darbietung des Films, und der Personifizierung von Aspekten, die in unserer Gesellschaft meist garnicht oder nur geringfügig zu finden sind (durch die Na’vi, insbesondere Neytiri).

Es ist das Gegenteil der Oberflächlichkeit, die unsere Konsumgesellschaft durchdringt, und viele Leute eine falsche Identität leben läßt. In dem Bezug hat der Film scheinbar wirklich Aufweckpotential (wenn auch recht schmerzhaft für Neulinge auf dem Gebiet der Selbsterkenntnis und Bewußtwerdung). Solange es diesen Effekt ausübt, ist James Cameron hier wirklich ein guter Wurf gelungen (ob absichtlich oder unbewußt). Und solange das Individuum die gewonnene Inspiration für die eigene Entwicklung verwendet, und nicht in die fiktive Welt flüchtet, weil das reale Leben zu trist wirkt (was es nicht ist, wenn man wirklich unter die Oberfläche schaut). Der negative Effekt ist ja von MMORPG-Süchtigen bekannt. Diese haben vermutlich angefangen, Aspekte ihres realen Lebens als leer und illusionär zu verstehen, aber verkriechen sich dann in die bunte Onlinewelt, über die sie volle Kontrolle haben (statt konsequent weiterzugehen, und das reale Leben bzw. ihre Persönlichkeit authentischer zu leben). So oder so, die Auswirkungen solcher speziellen Franchises können äußerst komplex sein, und uns eine nützliche, aber vor allem auch freudige Inspiration bieten. Der Aspekt der Inspiration selbst bietet zudem für den Bewußtseins-Interessierten spannende Forschungsmöglichkeiten.

Warum gibt es jetzt aber die unterschiedlichen Auffassungen über solche Werke? Dort steigt man wohl wirklich tief in den Grenzbereich, wenn normale Erklärungen unzureichend sind. Hat es mit unserer persönlichen, spirituellen Herkunft bzw. inkarnationsübergreifenden Lebenserfahrung zu tun, ob wir dort eine Resonanz erfahren? Finden wir es nur ansprechend, wenn wir vertraute Aspekte (bewußt oder unterbewußt) wiedererkennen? Ist es vielleicht eine Art Nostalgie oder Sehnsucht, die sich auf längst entschwundene Erlebnisse und (positive) Erfahrungen bezieht? Wie kommt es z.B., das manche Leute eine grundsätzliche Abneigung gegen (fiktive) Aliens jeder Art haben, und sich auch sonst nicht für das physische Weltall interessieren, und andere (wie ich) ungemein fasziniert sind? Liegt es vielleicht an dem Interessensfokus, den wir in unseren bisherigen Erfahrungen entwickelt haben?

Ich könnte mir durchaus vorstellen das jemand, der zum ersten Mal physisch inkarniert, und bisher nur in nicht-physischen Welten existiert hat, eine gewisse Abneigung bzw. Desinteresse für den physischen Variantenreichtum (darunter natürlich auch andere Planeten und Lebensformen) hat. Jemand, der hingegen schon lange physisch unterwegs ist, und vielleicht schon viele Planeten bewohnt hat, könnte dadurch eine große Faszination mit diesen Aspekten entwickelt haben. Allerdings kann man dort auf keinen Fall pauschalisieren, denn die Gesamtheit einer Existenz ist einfach zu komplex, um das aus dem aktuellen Bezugsrahmen heraus beurteilen zu können. Es wird warscheinlich ein unglaublich komplexer Mix aus positiven und negativen Erfahrungen, Schlussfolgerungen und Vorlieben sein. Nur schade für die besonders ernsten Filmkritiker, die ein subjektives Empfinden objektivieren wollen, was letztlich nicht zielführend sein kann… 😉

CROPfm-Sendungen mit Bezügen zum Thema:

CROPfm – The truth is out there
CROPfm – Realitätscheck mit Bernhard und Dr. Nachtstrom

Autor: Wingman

Animalisches Sub-Selbst, Ego und Selbstreflektion

Viele spüren zur Zeit eine besonders ausgeprägte Tendenz, bei der alte, unbewußte Muster an die Oberfläche des Bewußtseins gelangen. Dazu können alte Konflikte, Traumata, Dogmen oder sonstige „Leichen im Keller“ gehören. Bisweilen wird man von der Intensität dieser Muster überwältigt, und läßt sich vom Ego steuern. Das Ego ist dabei in einer Art Alarmzustand, bei dem verschiedene psychische Verteidigungs- bzw. Vermeidensmuster verwendet werden. Daraus erwächst in erster Linie Zündstoff für Streits und Konflikte zwischen den Menschen. In Extremfällen treffen  bei beiden Konfliktparteien ähnliche, alte Muster aufeinanderzutreffen, so das jeder Teilnehmer mit einer Art verzerrtem Spiegelbild konfrontiert wird. Was er darin erkennt, wird folglich als Gefahr eingestuft, denn es springt auf die eigenen, unreflektierten Konfliktmuster an.

Es stellt sich allerdings die grundsätzliche Frage, wie solche Konfliktmuster entstehen, oder zumindest, warum sie so zerstörerisch werden können. Eine Möglichkeit könnte das Konzept des „animalischen Sub-Selbst“ (ASS) sein, wie es von Robert Monroe in seinem dritten Buch beschrieben wurde. Das ASS setzt sich aus den instinktiven Bereichen unseres Gehirns zusammen, und beinhaltet immer noch die Instinktmuster aus Urzeiten (der Bereich wird auch manchmal als „Reptiliengehirn“ bezeichnet). Während diese Muster für weniger komplexe Lebensformen eine überlebensnotwendige und vollkommen verläßliche Lösung bieten, entstehen im menschlichen Geist hingegen extreme Widersprüche.

So kann der Herdentrieb der individuellen Vernunft im Wege stehen, wenn man es vorzieht, ohne Eigenverantwortung und Selbstdenken dem Gruppenkonsens zu folgen. Dieser kann geradewegs ins Verderben führen, was durch ein individuelles Selbstdenken der Gruppenmitglieder hätte verhindert werden können. Der eine, ausschlaggebende Gruppenimpuls wurde nicht hinterfragt, und somit keine Selbstreflektion betrieben. Ein anderes Beispiel ist die Gier und der Glaube an endlose Expansion. Während der grundlegende Impuls sicherlich mal eine vernünftige Einrichtung zum Überleben war (z.B. Vorräte für den Winter anlegen), ist er in unserer Gesellschaft völlig verzerrt und bis zur Absurdität pervertiert worden.

Der lebensnotwendige Instinkt von früher wurde mit der Zeit zu Materialismus und Geldgier, und leider sogar zu einem erstrebenswertem und anerkannten Ziel in der Gesellschaft. Es ist der Trieb, der Milliardäre, die sich nie wieder Geldsorgen machen müßten, mit rücksichtslosen Mitteln immer noch mehr Kapital anhäufen läßt. Zur Rechtfertigung wird dann gerne dass „Survival of the fittest“-Prinzip herangezogen (mündend in Sozialdarwinismus), damit die millionen Verhungernden, welche keine derartigen Möglichkeiten („Intelligenz“, Umstände…) oder die passende Rücksichtslosigkeit hatten, nicht das Gewissen des „Gewinners“ belasten. Ein vernichtender Teufelskreis, bestehend aus  absurder Aneignung und ungerechter Verteilung, ist entstanden. Weitere Beispiele wären Staatenbildung, Kontrollbedürfnisse und disharmonischer Raubbau an der Natur. Kurz gesagt; Leben im Ungleichgewicht.

Man kann durch Selbstbeobachtung feststellen, dass alle Schichten des Wachbewußtseins ausnahmslos das ASS durchlaufen, und durch dessen Impulse beeinflußt werden. Was für Tiere lebensnotwendig ist, hat sich für die Menschen zum warscheinlich größten Problem (oder am Ende zum größten Entwicklungsmotor; wie man es nimmt) entwickelt. Es kann nicht abgeschaltet werden, weil es fester Bestandteil unseres Wachbewußtseins und des Egos ist. Aber man kann versuchen, den Einfluss auf sich selbst zu verringern. Dazu hilft allerdings nur Selbstreflektion und Selbsterkenntnis. Warum reaigere ich in Situation X auf die Weise Y? Wieso löst Muster Z bei mir Konfliktreaktionen aus?

Sind die mir legitim erscheinenden Reaktionen wirklich berechtigt, oder entpuppen sie sich bei objektiver Betrachtung als Irrtum? Solche Fragen sollte man sich in konflikthaften Situationen stellen, und versuchen, den eigenen Standpunkt aus einer komplett anderen Sicht wahrzunehmen. Auch Schuldzuweisungen und Wertungen führen in eine Sackgasse, selbst wenn sie erstmal legitim erscheinen. Das Ego besteht in der Regel auf Geltung und die Zuerkennung des eigenen Rechts. Dies ist auch ein wichtiger Schutzmechanismus in unserer Welt, aber man sollte ihn stets hinterfragen, und schauen, ob man sich im Kreis bewegt. Wenn ewig nach dem „Auge um Auge“-Prinzip vorgegangen wird, ist die Menschheit am Ende völlig blind.

Das Ego ist also scheinbar immer noch ein effektiver und (mit Vorbehalt) „notwendiger“ Wachhund in unserer Zeit. Es kann (wenn es ungehindert agieren kann) verdammt hart und ungerecht zubeißen, weshalb es immer an der Hundeleine namens „Selbstreflektion“ gehalten werden sollte. Ansonsten wird das Lernspiel namens „Irdisches Lebenssystem“ frustrierend und kommt letztlich zum Stillstand (was in letzter Konsequenz wohl auch das Ende der menschlichen Spezies bedeuten würde).

Zum Schluss noch ein spezieller Dank an eine bestimmte Person, die mich zu diesem Artikel inspirierte.

Autor: Wingman