1. Handelt es sich dabei um zwei (oder mehr) individuelle Seelen in einem Körper, oder definiert sich das Otherkin-Gefühl eher durch sehr lebendige Erinnerungen an andere Seelenteile / Inkarnationen aus dem eigenen, höheren Selbst?
2. Sind Otherkin-Seelenteile schon von vorne herein als solche erschaffen (z.B. das man bereits als Drache, Dämon, Naturgeist oder sonstige Wesenheit ins Universum "hineingeboren" wird), oder definieren sie sich erst (genau wie bei physischen Inkarnationen, z.B. als Mensch) durch die Rollenerfahrungen in einer Inkarnationen?
Diese beiden Fragen hängen ja eigentlich systematisch zusammen, und vor allem bei der zweiten Frage gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich tendiere ja eher zu der These, das wir als neutrales Bewusstsein ins metaphysiche Universum "kommen", und unsere Rollen bzw. Seins-Formen erst durch gemachte Erfahrungen definieren. Aus diesen einzelnen Erfahrungen formiert sich dann nach und nach die Struktur, welche wir "Ich-Dort" oder "Höheres Selbst" nennen, und welche die Gesamtheit unseres Wesens bzw. aller gemachten Rollenerfahrungen darstellt.
Allerdings gibt es da wie gesagt auch die andere Meinung, nämlich das die eigentliche, unveränderliche Kernpersönlichkeit der Otherkin-Anteil ist, und es auch beim Mensch-Sein immer noch bleibt, obwohl er dabei temporär im menschlichen Körper lebt. Damit begründen manche Otherkins (so es denn welche sind), das sie sich im Mensch-Sein nicht heimisch fühlen. Vielleicht ist da was dran, aber oft ist es wohl auch zu stark simplifiziert.
Die weiterführende Frage, welche sich daraus ergibt, ist natürlich folgende: Gibt es Bewusstseine, die schon von vorne herein mit einer Bestimmung ins Universum "hineingeschaffen" werden, oder fängt jedes Bewusstsein neutral an, um das Universum auf eigene Faust zu erfahren? Beide Varianten erscheinen unter bestimmten Gesichtspunkten legitim, und vielleicht existieren sie ja auch in beiden Formen, oder gar in Hybrid-Formen. Persönlich präferiere ich allerdings immer noch die Variante, das man als neutraler Bewusstseinsfunke ins Universum kommt, und dann seinen eigenen Weg beschreitet. Das mag aber an dem kleinen Pioniergeist und Forscherdrang in mir liegen...
(Simplifizierte) Darstellung des Modells mit Rollenerfahrungen, statt Vorbestimmtheit des Kernselbst:

Übrigens, wie schonmal vor einigen Jahren geschrieben, scheint es in der Otherkin-Szene ja auch viele Wannabe's und Poser zu geben, was bisweilen natürlich das ganze Phänomen in ein zweifelhaftes Licht zu rücken vermag (bzw. psychologische Erklärungen bestärkt). Ich hatte ja Anfangs auch meine Vorbehalte (besonders gegenüber den "farbenfrohen" Fabelwesen-Deutungen), wie man auch in diesem Thread vor sieben Jahren lesen konnte.
Allerdings hatten wir inzwischen u.a. eine Remote Viewing-Session auf einen Otherkin (der uns dazu beauftragte, um was herauszufinden), und tatsächlich, es scheint schon was dran zu sein. Zwar konnte der Viewer kein fabelwesentypisches Aussehen feststellen, sondern nur einen wabernden, durchsichtigen "Energiekörper" (kommt auch bei Sessions auf AKEn vor), aber bei einem "Interview" wußte der Otherkin-Anteil Sachverhalte, die der Auftraggeber teils wußte (und somit verifizieren konnte), teils aber auch nicht. Er wurde vom Viewer auch als seperate "Person" im Target wahrgenommen.
Da gibt es sicherlich noch einigen Forschungsbedarf, und es spielt auch nahtlos in den Bereich der AKE-Themen (insb. Inkarnationen und Existenzen zwischen Inkarnationen) hinein. Aber es wird auch viel Ausschmückung, Wunschdenken und psychologische Kompensation bei dem Thema betrieben, weshalb da nochmal ein Batzen mehr Differenzungsvermögen gefragt ist, als bei anderen Grenzthemen. Was meint ihr dazu?



