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Die schamanische Reise

Mit jedem Atemzug entspannt sich mein Körper immer weiter, mein Geist wird leichter und klarer. Die Tommelschläge sind mein Pferd, auf dem ich meinen Körper verlasse, um eine andere, verborgene Wirklichkeit zu betreten. Ich suche einen Durchgang, einen Weg, um in die Welt der Geister zu gelangen.

Endlich bemerke ich einen kleinen Riss in der Mauer. Mein Geist gleitet durch ihn hindurch und ich finde mich in einem Tunnel wieder. Die Luft ist kalt und modrig, unter meinen nackten Füßen spüre ich Staub und kleine Steine. Meine Fingerspitzen gleiten sanft über den groben Stein der Wände, spüren kühlen Staub und die Kraft der Erde.

Nur noch wenige Schritte und ich stehe am Eingang des Tunnels. Gleißendes Sonnenlicht lässt mich die Augen zusammenkneifen und ich brauche ein paar Sekunden, um mich daran zu gewöhnen.
Endlich bin ich angekommen.

Vor mir wogt hüfthohes Gras in einer lauen Brise hin und her. In der Ferne sehe ich einen einzigen Baum und ich weiß, dort finde ich meinen Lehrer.

Ich rufe meine Krafttiere und spüre ihre Präsenz so intensiv wie die Sonne auf meiner Haut. Langsam mache ich mich barfuß mit ihnen auf den Weg zu meinem Lehrer. Wenn die Sonne untergeht, werde ich mich auf den Rückweg machen, doch bis dahin werde ich eine wundervolle Zeit voller Lektionen und Freude mit meinen Freunden verbringen.

Um etwas vorweg zu nehmen:

  • Man reist nie ohne Grund. Ein Grund kann eine Frage sein, deren Antworten man sucht, oder ein Problem, das man lösen möchte.
    Auch der Wunsch, Geistführer oder Krafttiere oder sonstige Bewohner der NAW (nichtalltägliche Wirklichkeit) kennenzulernen zählen als Grund.
  • Der folgende Text spiegelt meine Erfahrungen wieder und auch nur meine. Andere Arten des Reisen können bestimmt genauso gut funktionieren, aber wissen kann ich es nicht, weil ich nur diese Art gelernt habe.
    Jeder soll seine eigenen Erfahrungen machen.

Ein paar Tipps:

  • Der Körper kühlt wärend des Reisens aufgrund von Bewegungsmangel aus. Deswegen deckt man sich am besten mit einer leichten Decke zu.
  • Aus der Trance gerissen zu werden kann zu starken Kopfschmerzen und anderen Unannehmlichkeiten, wie verlorenen Seelenteilen, führen. Deswegen Telefon, Türklingel und andere Störfaktoren abschalten.
    Sollte es dennoch einmal zu einer Unterbrechung kommen, kann man die Reise an der Stelle fortführen, an der man unterbrochen wurde.
  • Mit etwas Übung kann man beinahe alles bereisen, zB Zimmerpflanzen, Runen oder Tarotkarten.
    Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber die Privatsphäre alles Lebenden sollte immer beachtet werden.
  • Zu Beginn der Reise sollte man sich nocheinmal das konkrete Ziel vor Augen führen.
  • Manchmal hilft ein Schutzkreis oder ein hergebetener Wächter, wenn man sich nicht entspannen kann.
  • Wenn man sich auf einer Reise verläuft, kann man seiner Intuition folgen und sollte möglichst Angstfrei bleiben.
  • Jede Kleinigkeit, egal wie winzig, kann wichtig sein. Die Reise ist eine heilige Handlung, also gehört die Zeit, sich alles anzuschauen und zu merken dazu.
  • Nachdem man wieder in seinem Körper ist, kann es sein, dass die Muskulatur noch einen Moment braucht, bis sie wieder reagiert.
  • Notizen zu der eben gemachten Reise sind von unschätzbaren Wert. So kann man auch in einiger Zeit noch seinen Weg zurückverfolgen.

Die Welten:

  • Die Unterwelt: Der beliebteste Ausflugsort der Schamanen. Hier findet man seine Ängste, Krafttiere, Lehrer, Antworten auf viele Fragen etc.
  • Die Mittelwelt: Das ist eine Art Parallelwelt zu unserer und wir stehen unbewusst ständig mit ihr in Verbindung. Es ist die Welt der Geister, der Elementare, wenn man so will der Auren usw.
    Man kann hier nicht nur wunderbar entspannen sondern sich auch mir anderen Menschen treffen, allerdings sozusagen nackt, das heißt von der materiellen Ebene befreit.
  • Die Oberwelt: Sitz der Götter und Ort der Initiation. Hier tritt man in direkten Kontakt zu sehr mächtigen Wesen, mehr als ein Ort zum Arbeiten ist es ein Ort der Läuterung, des sich selbst Berührens und somit der Wandlung. Ein Ort tief greifender Erfahrung eben, vielleicht ein wenig erschreckend am Anfang, aber man findet hier große Weisheit.
Schamanen vertreten im Allgemeinen den Glauben das alles eine Seele hat (Animismus) und das alles miteinander verbunden ist, das große All-Eins-Sein. Es gibt andere Arten schamanisch zu leben, aber das ist die, die ich gewählt habe. Dieses All-Eins-Sein ermöglicht uns, uns mit allem zu verbinden was existiert, aber es gibt etwas zu beachten: Das Gleichgewicht muss immer gewahrt sein.

Um zu reisen, muss man nicht zwingend dem animistischen Weltbild angehören, aber dennoch gibt es Regeln, an die man sich halten sollte, da es zum Respekt vor dem Lebenden gehört:

  • Man sollte niemals etwas mit Gewalt nehmen.
  • Man sollte keinen Streit mit Wesen anfangen, die einem eigentlich helfen wollen. Es kann sein, das man Dinge erfährt, die nicht ins eigene Weltbild passen, aber das ist nunmal so.
  • Bitte und Danke gehören nicht nur zum guten Ton, sie sind sehr wichtig.
  • Ein kleines Dankeschön, und sei es nur ein Lächeln, ist auch mehr als nur eine nette Geste. Es sorgt dafür, dass man auch in Zukunft Hilfe erhält.
  • Geistwesen sind Freunde. Deswegen sollte man sie auch als solche behandeln und respektieren und die Freundschaft pflegen.
Jeder Reisende erlebt die NAW etwas anders, die einen sehen grelle Farben, die anderen keine, die nächsten verstädnigen sich telepathisch, andere reden "normal". Die Zeit läuft auch etwas anders ab als hier. Stunden können hier Minuten sein, Minuten können hier Stunden sein. Deswegen sollte man genug Zeit für eine Reise einplanen.

Nicht reisen sollte man, wenn man

  • Krank ist
  • in mieser seelischer Verfassung ist
  • bei extremen Emotionen wie Wut im Bauch oder nach extremen Erlebnissen
  • für westlich geprägte Menschen sollten auch Drogen für Reisen tabu sein, auch wenn es indigene Völker gibt, bei denen es dazu gehört. Die wissen aber was sie tun und greifen auf altes Wissen zurück. Wir Europäer gehen ein großes Risiko ein, da wir halt einfach anders sind.

Die Reisetechnik:

Um zu reisen bedient man sich der Trance. Um diese zu erreichen gibt es diverse Hilfsmittel:
  • Trommeln
  • Tanz
  • Rasseln
  • Singen
  • etc.
Die meisten Schamanen benutzen ihre Trommel, um durch die Trommelschläge in die NAW zu reisen.
Natürlich geht das auch mit einer gute Trommel CD. Ich persönlich mag da Michael Harner am liebsten.
Wer selber trommelt, oder trommeln lässt, sollte vorsichtig in Mietwohnungen sein: Live Trommeln ist richtig laut und Menschen, die Kriege miterlebt haben, assoziieren die Trommelschläge manchmal mit Bombenangriffen. Noch eine Kleinigkeit: Die eigene Trommel ist für einen Schamanen etwas Heiliges. Man benutzt sie nicht ungefragt, da in ihr einer der Hilfsgeister des Schamanen wohnt, das gleiche gilt auch für Rasseln oder ähnliche Ritualinstrumente.

Reise in die Unterwelt:

Zuerst sucht man sich einen Ort, von dem aus man die Reise beginnt. Das kann ein realer oder ein fiktiver Ort sein.  Benutzen kann man eine Felsspalte, eine Quelle, einen Brunnen einen hohlen Baum... alles was direkte Verbindung zur Erde hat.

Die bequemste Position ist einfach entspannt auf dem Rücken zu liegen.  Danach stellt man sich den Eingang so Detailreich wie möglich vor. Wenn man das Gefühl hat, wirklich dort zu sein, geht man langsam auf den Eingang zu, bis man direkt davor steht.

Wie man den Eingang benutzt ist vollkommen egal, meistens erlebt man direkt dahinter einen langen Tunnel, der in die Anderswelt mündet. Dort angekommen sollte die erste Aufgabe sein, sich mit der Welt vertraut zu machen und sein Krafttier zu finden.

Wenn man sein Krafttier oder ein anderes Wesen gefunden hat, kann man es fragen, ob es einem etwas zu zeigen hat.

Man kann sich dem Wesen vorstellen, einfach ein wenig mit ihm plaudern, es um Rat fragen etc.
Meist ergibt eins das andere. Um zurückzukehren geht man einfach denselben Weg zurück.
Sollte das nicht gehen, weil man z.B. den Wasserfall nicht hoch schwimmen kann, fragt man sein Krafttier und es wird einem den Weg weisen.

Die Reise in die Oberwelt funktioniert genauso, nur dass man als Eingang etwas aussucht das nach oben führt (einen Baum, eine Treppe nach oben, einen Berg etc.)

In die Mittelwelt reist man indem man sich einen Eingang auf dieser Ebene sucht, etwa eine Tür in ein anderes Zimmer.

(Juvi)
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