Theorie einer szientistischen/wissenschaftlichen Magie

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Ramsay Bolton
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Beitrag von Ramsay Bolton »

Die Magie folgt, ebenso wie alles, das wirkt, einem bestimmten Mechanismus, Regeln, Naturgesetzen.
Nicht laut Definition. Merkmale von Magie bzw. magischen Phänomenen ist doch Transzendenz, Nichtlokalität und gescheiterte Versuche sie rational (mechanisch oder anhand Naturgesetzen) zu erklären.
Wenn ich von objektiven Erfahrungstatsachen spreche, meine ich, dass zwar jeder bspw. subjektiv ein für sich eigenes optisches Gebilde wahrnimmt, es dennoch eine objektive Erfahrungstatsache bleibt, das es etwas geben muss, das die Sinne affiziert, die überhaupt erst dazu führt, dass ein optisches Gebilde vor uns erscheint.
Einer der Sätze als Paradebeispiel für: "Man kann theoretisierende Subjektivitätsdebatten wirklich bis in's Unendliche führen und letztendlich häufen sich nur Widersprüche."

An der Stelle bin ich leider raus, weil ich nicht weiß, was man mit solchen Debatten überhaupt bezwecken möchte und sie teilweise echt nervig sind.
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Zuka
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Beitrag von Zuka »

Ramsay Bolton hat geschrieben: Nicht laut Definition. Merkmale von Magie bzw. magischen Phänomenen ist doch Transzendenz, Nichtlokalität und gescheiterte Versuche sie rational (mechanisch oder anhand Naturgesetzen) zu erklären.
Leider ist deine Prämisse im ersten Satz schon falsch. Die Aussage "Nicht laut Definition" impliziert, dass es eine eindeutige Definition des Begriffs "Magie" gäbe, dem ist aber nicht so. Genausowenig gibt es DIE eindeutigen Merkmale bzw. Eigenschaften ("Merkmal" heißt in Relation zu "magischen Phänomenen" das eine Eigenschaft immer auf "magisches Phänomen" zutrifft) Transzendenz, Nichtlokalität oder (angebliche) gescheiterte Versuche sie naturgesetzlich zu erklären in der Magie. Es gibt sehr viele Definitionen von Magie. Manche erklären Magie auch gerne einfach als Ereignisse, die zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht erklärbar waren und jetzt Wissenschaft sind.

Daher eine kleine Aufklärung:
Zunächst einmal: Wenn ich von Naturgesetzen spreche, rede ich nicht ausschließlich von physikalischen Naturgesetzen (obwohl die Verbindung zu diesen immer da ist, ansonsten würden sie nicht wirken). Es gibt astrale so wie mentale Naturgesetze. Die mentalen Naturgesetze werden durch Kants Transzendentalphilosophie zu einem großen Teil abgedeckt und lassen sich daher auch auf die astrale Natur übertragen bzw. herleiten (das ist es, was ich zurzeit mit der Theorie der Sensitometrie verfolge, wie ich ja schon in meinem Updatepost ganz oben beschrieben habe). Der letzte Schluss ist dann die Verbindung zur physikalischen Welt, was wiederum durch die apriorischen Gesetze passiert, die sich mit den objektiven Erfahrungstatsachen decken. Die physikalischen Effekte lassen sich natürlich weiterhin mit der Physik erklären. Was aber die exakte Ursache ist, da ist die Physik eben nicht mehr genug. Die Hermetik hat dieses Problem zu einem Großteil gelöst, aber sich zu sehr in religiösen und veralteten Modellen begeben, die zwar funktionieren, aber auch Modernisierung bedürfen. Bardon tat ja das selbe mit der Hermetik, weshalb ich auch oft von Bardonismus spreche, um die "klassische" Hermetik von Bardon abzugrenzen.

Dann kann ich dir versichern, dass Magie nicht ausschließlich transzendent, nichtlokal ist. Bereits die Akkumulation des elektrischen Fluids (nicht gleichzusetzen mit der physikalischen Elektrizität, obwohl analog verwandt) kann einen physikalischen Effekt erzeugen, besonders wenn es stark verdichtet wird, sodass Hitze und Feuchtigkeit entsteht. Es ist also lokal erfassbar und sogar messbar. Das Problem aber liegt hier darin, dass du eine andere Definition von Magie im Kopf hast, als ich. Magie ist weder ausschließlich transzendent noch ist sie nur nichtlokal. Richtig ist, dass, wenn magische Wirkungen nichtlokal, d.h. transzendent ist, entweder auf einer höheren Ebene wirken (wie bspw. die Wunschverwirklichung, die fast nur auf der mentalen bzw. astralen Ebene als Idee und Form lebt) oder außerhalb von allen Ebenen existiert, d.h. im Reich des Akasha bzw. Äthers (Ursachen-Sphäre).

Eine Definition des Begriffs: "Magie" (so wie ich ihn verstehe) habe ich gegeben, hier zitiere ich aus meiner Nomenklatur:
Magie ist die Fähigkeit eines Noumenons mittelst seines Vernunftwillens (s.u.) in Übereinstimmung mit der Natur dieselbe zu überwinden und zu beeinflussen.
Magie überschneidet sich also hier auch mit dem Begriff Psi. Der Unterschied (zw. Magie und Psi so wie man sie allgemein kennt) liegt also hauptsächlich in der Anwendung, man spricht bei Psi dann auch häufig von "der Magie der leeren Hand". Wie gesagt, gibt es aber wirklich keinen Unterschied. Ein geübter Magier kann auch ohne Probleme mit Psi arbeiten, natürlich davon abhängig in welcher Tradition er steht (ein Hermetiker nach Bardon bspw. hätte keine Probleme damit. Wie es bei anderen magischen Traditionen aussieht weiß ich nicht). Wie bereits gesagt, sind bestimmte (nicht alle) Phänomene nichtlokal, bspw. wenn wir von Wunschverwirklichungen sprechen. Hier werden in regelmäßigen Abständen Rituale praktiziert, die zu dem gewünschten Effekt führen sollen. Dabei findet eine Überschneidung zwischen selektiver Wahrnehmung und unbewusster Beeinflussung nach außen statt, sodass dieser "Wunsch" nicht wirklich geortet werden kann, da er sich außerhalb der reinen Anschauungsformen von Raum und Zeit befindet, aber sehr wohl sequenziell noch erfassbar ist als Idee (sonst könnte er nicht gedacht werden), nämlich im mentalen Reich (bzw. mentale Ebene). Nur weil aber das Phänomen nichtlokal ist, heißt das nicht, dass es nicht durch Naturgesetze erklärt werden kann, denn Kants Transzendentalphilosophie in Kombination mit der Hermetik (alias die szientistische Magie) kann eben dies. Nur dort, wo alles außerhalb aller Ebenen ist, d.h. in der Ursachensphäre (Akasha bzw. Äther), nur dort können keine Modelle mehr über bestimmte Phänomene gemacht werden, weil dort alles nichtsequenziell ist, unendlich ist. Wer einmal im Akasha operiert hat, der wird dieses "Alles auf einmal" verstehen. Es kann nicht intellektuell erfasst oder allumfassend in Begriffe gestutzt werden, da für etwas, das nichtsequenziell ist, nur etwas sequenzielles herausgefiltert werden kann, aber das Sequenzielle trifft eben nie wirklich den Punkt, d.h. die echte intuitive Bedeutung der transzendenten Erfahrung. Aber dieser Punkt ist auch nicht mehr von Belang; Hier geht es hauptsächlich darum, das zu modellieren, was modelliert und beschrieben werden kann, wie Kant ja sagt: Bis an den Rand der reinen Vernunft. Die Physik nimmt sich ja auch nicht heraus eine metaphysische Position einzunehmen (obwohl das einige Physiker, ohne Rechtfertigung, trotzdem tun, aber sei's drum), sondern sie überlässt sie ja dem entsprechenden Fachgebiet. Die absolute Transzendenz (dort wo die Grenzen der reinen Vernunft überschritten werden) ist nicht mehr Aufgabe der Wissenschaft, sondern vielleicht der Spiritualität oder auch Religion.

Es ist also eine Fehlannahme zu denken, dass astrale und mentale Phänomene, die oft bis in die physische Ebene hineinragen, ausschließlich außerhalb der reinen Vernunft agieren. Im Gegenteil, gerade mentale und astrale Ebene können naturgesetzlich noch sehr gut in den Grenzen der reinen Vernunft gehalten werden, nur eben nicht durch eine primär materialistische Wissenschaft. Erst Akasha, Äther, Quintessenz, wie immer man es nennen möchte, erst dort wird die echte Grenze der reinen Vernunft überschritten. Um das zu bestätigen, reicht es ja nur aus sich den Begriff "Gott" oder aus der Kabbalah "Ain Soph" anzuschauen. Hier spricht man von "Nichts", andererseits aber auch von "Alles in allem" und selbst diese beiden Begriffe treffen den Punkt nicht ganz.
Einer der Sätze als Paradebeispiel für: "Man kann theoretisierende Subjektivitätsdebatten wirklich bis in's Unendliche führen und letztendlich häufen sich nur Widersprüche."

An der Stelle bin ich leider raus, weil ich nicht weiß, was man mit solchen Debatten überhaupt bezwecken möchte und sie teilweise echt nervig sind.
Und daran merke ich, dass du das Thema nicht verstehst bzw. nicht verstehen willst und daher einen falschen Schluss ziehst, dass es sich um eine "Subjektivitätsdebatte" handelt, was aber nicht tut, wie ich dir ja schon erklärt habe. Nervig ist daher vorallem, wenn Personen sich nicht wirklich mit diesem Thema auskennen und daher auf sophistische Verklärungen zurückgreifen müssen um das ganze als "subjektiv" zu bezeichnen.

Das optische Gebilde nimmt jeder subjektiv so wahr, wie es seine Organisation des Leibes vorgibt. Da es aber Objektivrelationen gibt (und geben muss), bedeutet das dennoch, dass ganz gleich, wie subjektiv das optische Gebilde eines Ichs wahrgenommen wird, es sich IMMER mit den objektiven Erfahrungstatsachen decken muss. Einfaches Beispiel: Person X nimmt Farbe "rot" als grün wahr, während Person Y Farbe "rot" als gelb wahrnimmt. Ganz gleich jedoch wie subjektiv beide Personen die Qualia der Farbe wahrnehmen; Die objektive Erfahrungstatsache bleibt gleich, da beide Personen von Geburt an gelernt haben die bestimmte Farbe mit "rot" zu bezeichnen. D.h. Person X und Y sehen zwar verschiedene Farben, bezeichnen sie aber gleich. Oder auch in Bezug auf Messinstrumente, Elektromagnetisches Spektrum. Auch dieses bleibt immer gleich, selbst wenn die Personen subjektiv eine andere Farbe wahrnehmen würden. Dadurch entstehen eben keine Widersprüche, sie lösen sich wunderbar auf; so wie gut alle angeblichen Widersprüche in Bezug auf Objektiv-Subjektiv im wunderbaren Kantianischen System. Kurzum: Es gibt keine Debatte in Bezug darauf. Die Lösung ist längst bekannt, und sie liegt uns auf der Hand; wie bereits erklärt. Diese Wahrheit zu begreifen kann natürlich durchaus nervig sein für Menschen (wie dir), die lieber alten Denkgewohnheiten von reinem Subjektivismus (wie der "radikale Konstruktivismus". Sie ist eine sophistische Falle. Es ist ironisch, dass es doch gerade dieser radikale Konstruktivismus ist, der sich tatsächlich in echte Widersprüche (wie ganz oben gezeigt) verstrickt im Gegensatz zum Kantianischen System) angehören wollen. Aber ganz gleich wie "nervig" diese Tatsachen (für dich) auch sind. Sie bleiben nunmal Tatsachen. Da bringt es auch nichts, wenn du "an dieser Stelle" raus gehst.

MfG,
Zuka.
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