Tag ihr Nasen!
Es ist doch manchmal erstaunlich, wie man bei relativ einfachen Fragestellungen vom hundertsten ins tausendste gerät, nicht wahr? Ich wurde nach meiner Meinung zu diesem Thema gefragt, und versuche daher mal, das ganze zu überblicken.
Vorangesetzt ist das Kürzel für die Mehrzahl der AKE, nicht »AKEs« sondern »AKEn«. Denn man schreibt ja »außerkörperliche Erfahrungen« und nicht »außerkörperliche Erfahrunges«. Das aber nur am Rande
Es gibt Hunderte Techniken, wie man eine außerkörperliche Erfahrung einleiten kann. Bücher, Blogs, Essays, Versuchslaboratorien, bis hin zu Akademien, in denen das Wissen zum Besten gegeben wird. Das Phänomen scheint so alt, wie die Menschheit selbst zu sein. Und doch scheitern die meisten Probanten, wenn sie es auf dem heimischen Sofa nachahmen wollen.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass das gegenwärtige Bildungswesen, und somit auch viele Individuen zwei Irrtümern unterliegen. Zum Ersten der Glaube, dass das Aneignen von theoretischem Wissen genügen würde, um es in die Praxis umzusetzen. Zum Zweiten, dass eine pauschale Technik auf individuelle Personen anwendbar sei.
Chirurgen können zwar das Wissen einer Herztransplantation anlernen, doch in der Praxis gibt es viele Faktoren, die angepasst werden müssen. Die Blutgruppe, die Größe des Brustkorbs, der derzeitige Gesundheitszustand, die mentale Verfassung, die Stärke des Narkotikums und so weiter.
Ähnlich verhält es sich mit der Umsetzung einer außerkörperlichen Erfahrung.
Nicht allein das Protokoll, was in welcher Reihenfolge zu tun ist, bestimmt über den Erfolg oder Misserfolg. Die Schwere der Zudecke, Raumtemperatur, elektromagnetische Felder im Schlafzimmer (Steckdosen, Handys etc.), körperliches Befinden, Müdigkeitsgrad, psychische Stabilität, Vorstellungsvermögen etc. sind Faktoren, die in einer Lektüre nicht berücksichtigt werden. Können sie auch gar nicht, denn woher soll der Autor des Buches wissen, ob du z.B. am Vorabend Chili Con Carne gegessen (ist wirklich hinderlich

) oder einen Gruselfilm geschaut hast?
Daher erübrigen sich meiner Meinung nach auch endlose Diskussionen in Foren und Blogs, darüber, welche der Techniken die beste oder erfolgreichste sei. Diese ist macht im Endeffekt nur 5% des Erfolges aus.
Nur weil Tim es mit Binaural-Beats besser gelingt, muss es nicht heißen, dass es bei Tom funktioniert. Denn möglicherweise ist er auf einem Ohr taub.
Aus diesem Grund gibt es Lehrer, die es der Einzelperson beibringen und es auf den individuellen Charakter anpassen. Dies geschieht in einer Form, wie sie über das Internet einfach nicht nachzuvollziehen ist.
An dieser Stelle kann als Beispiel das Monroe-Institute in Virginia erwähnt werden. Dort werden die Schüler in angemessenen Räumlichkeiten (z.B. Isolationskammern) ganz individuell unterrichtet -mit Erfolg!
Aber auch persönliche(!) Treffen mit erfahrenen »AKE-lern« kann dort Abhilfe schaffen. Da dieser im Gegensatz zum Probanten bei vollem Bewusstein ist, kann er dort unterstützen, wo die Situation einen überfordert. Zudem ist jemand da, der im Notfall angemessen eingreifen kann.
So individuell die Einleitung einer AKE ist, so individuell ist auch das Erleben Derselben. Manche sehen sich zunächst astral in der näheren Umgebung um. So schwebt man durch das Schlafzimmer und arbeitet sich durch die Wohnung. Dabei können einen viele unbekannte Eindrücke erschrecken. Viele Berichten, dass der Anblick des eigenen, schlafenden Körpers einem das Blut in den Adern gefrieren ließe. Andere sind mehr als verwirrt, wenn sie feststellen, dass sie durch die geschlossene Türe gehen können. Es gibt aber auch Schilderungen, dass der Astralleib plötzlich, wie von einem Magneten an die Zimmerwand angesaugt wird. Dort zappelt dieser dann hilflos zwischen Gips und Ziegel, bis die Panik einen wieder im Körper erwachen lässt. In diesem Fall ist es hilfreich den Sicherungskasten auszuschalten, da man von starken elektromagnetischen Feldern festgehalten werden kann. Das passiert aber wiederum nicht jedem.
Solche individuellen, teils einmalige Erlebnisse können reelle Gefährdungen darstellen. Wenn wir ein Schock oder Trauma erleben und es nicht sachgemäß aufarbeiten, kann es zu psychischen, seltener physische Nachwirkungen führen. Der Verstand kann zum Beispiel fortan eine erneute AKE verweigern, weil er sie als Gefährdung erachtet.
Aber auch massivere Gefahren sind nicht auszuschließen. So mancher treibt sich nicht in der physischen Welt herum, sondern geht in weitgehend unerforschte, nichtphysische Gebiete. In diesen gilt zumeist, »alles was für den Probanten vorstellbar ist, ist möglich«. So kann es passieren, dass man in einen »ewigen Fall« gerät oder sich gar übellaunigen Dämonen gegenübersieht. Entsprechend der real wahrgenommenen Verletzungen, können diese Auswirkungen auf den physischen Leib haben.
Eine Reise zum Mars, hat schon so manchem dem Atem verschlagen. So sind sie mit Erstickungssymptomen in ihre Körper geflüchtet.
Gefahren gibt es im »dort« genauso, wie im »hier«! Welches Ausmaß diese erreichen können hängt wiederum vom Probanten selbst ab.
Das Alter spielt dabei keine Rolle, im Gegenteil gilt gegenwärtig die Annahme, dass sogar Kleinstkinder, gerne mal einen astralen Spaziergang wagen.
Doch wo sie offenbar intuitiv auf brenzlige Situationen reagieren können, tut sich der geprägte Mensch schwer. Er verfällt in Panik und verliert die Kontrolle über die Situation. Das liegt daran, dass das intuitive Fassungsvermögen durch Erziehung und Anpassung an die physische Welt verblasst. Hier gilt das Naturgesetz: Was nicht gebraucht wird, wird abgebaut.
Somit erklärt es sich von selbst, warum introvertierte Personen in AKEn eher die Kontrolle behalten können, als Extrovertierte.
Eine hanebüchene Behauptung? Nicht doch. Der (neurologisch gebürtige) Extrovertierte ist mehr auf das materielle Außen forciert und dort, mental besser ausgebildet als der Introvertierte. Dafür hat letzterer aufgrund seiner Neigung zu geistigen Prozessen, bei AKEn die Nase vorn.
Das bedeutet allerdings nicht, das neurologisch Extrovertierte untalentiert sind. Wie bereits erwähnt, sortiert die Natur nur die Fähigkeiten aus, die nicht gebraucht werden.
Um sich in einer AKE angemessen verhalten zu können und sich gegebenen Falls vor Gefährdungen schützen zu können, bedarf es der Geistesgegenwart.
Das Bedeutet, auch im Traum genau zu Wissen wer man ist, sich gewahr zu sein, dass man sich in einer AKE befindet. Das Wissen darum, sich jederzeit wieder in den Körper zurück ziehen zu können. Geistesgegenwart bedeutet auch sich seiner Selbst bewusst zu sein. All jene Dinge, die wir als Kinder konnten und mit der Zeit verloren haben, sollten AKE-ler wieder aufleben lassen.
Ohne das genannte Rüstzeug kann, muss aber nicht zwingend, man durchaus der Spielball der Situation werden, ohne sich derer wehren zu können.
Verfügt man über jenes Bewusstsein, stellen reelle Gefährdungen innerhalb einer AKE kaum mehr eine Herausforderung dar. Diese Fähigkeiten kann man sowohl für sich selbst, als auch im Austausch mit einer Community wiedererlernen.
Am Ende bleibt eines: Außerkörperliche Phänomene sind naturgegeben. Entsprechend sollten wir damit umgehen. Wenn wir eine AKE haben, dann oftmals deswegen, weil die natürlichen Voraussetzungen gegeben sind. Können wir uns nicht komplett vom physischen Körper lösen, hat auch das einen Grund, obgleich wir ihn nicht erkennen. So bleibt uns nichts anderes als uns dem zu fügen und die fehlenden Bedingungen zu erfüllen. Wenn wir insgeheim Angst vor der AKE haben, dann ist es ein guter Schutzmechanismus, teilweise am Körper gebunden zu bleiben. So haben wir die Möglichkeit uns zu vergewissern, dass alles okay ist, ohne dass wir einer vielleicht gegebenen Gefahr aussetzen. Wir können uns selbst vertrauen und es später erneut versuchen, wenn wir bereit dafür sind.
Der Mensch ist ein neugieriges Wesen und das ist gut so. Doch wir sollten diese Gier im Zaum halten, denn es gibt zahllose Beispiele, in denen sie, das was naturgegeben war, technisierten und bis zu Unkenntlichkeit verzerrten.
In diesem Sinne: »Geht es locker an!«
MFG
Bazur