Differenzierungsvermögen

Unter Differenzierungsvermögen verstehe ich die Bemühung, vom schwarz-weißen Schubladendenken bzw. starker Polarisierung wegzukommen (sowohl im Grenzbereich, als auch in der alltäglichen Wirklichkeit). Jeder interessierte Forschergeist, der den Sprung zu den nichtalltäglichen Grenzbereichen macht, kommt aus individuell verschiedenen Bereichen bzw. Ausgangssituationen dorthin. Allerdings werden durch diesen Schritt nicht automatisch kleinkarierte und vorurteilende Muster im Denken beseitigt bzw. Weisheit erlangt. Um einen ergiebigen, persönlichen Forschungs- und Erfahrungsfluss zu erlangen, ist die Verfeinerung des Denkens in Richtung Differenzierungsvermögen beim Umgang mit diesen Dingen notwendig.

Differenzierungsvermögen

Hier mal zwei in der „Szene“ öfter anzutreffende Beispiele:

Esoterik / New Age:
Eine Person, offen, gefühlsbetont, aber relativ leichtgläubig und rechtshirnig polarisiert, stößt erstmals auf den Bereich der Esoterik / New Age.  Da sie in ihrem bisherigen Leben bzw. dessen angebotenen „Sinn-Inhalten“ (instituationalisierte Religionen etc…) keine Befriedigung mehr sah, rückt die Esoterik stark in den Mittelpunkt dieses Aspektes. Esoterik bedeutet eigentlich „Innenschau“, was auf Selbstreflektion und Selbsterkenntnis deutet. Wenn sich der Blick nach innen vertieft („inneres Bewußtsein“), schärft sich zugleich der Blick nach Außen (äußere Umwelt bzw. „äußeres Bewußtsein“). Gerade das setzt allerdings eine ganzheitliche Beschäftigung mit sich selbst und der umgebenden Wirklichkeit vorraus. Hinderliche Aspekte sind hier ungeprüfter Glaube und Verantwortungsabschiebung.

Da unsere Beispiel-Person allerdings noch in diesen alten Bewußtseinsmustern steckt, wird sie diese erstmal mit in ihre esoterische Beschäftigung übertragen. So wird die Innenschau mit dogmatischen Glaubenssätzen vermischt, und in ihrem Zweck verzerrt. Die Person blendet z.B. dunkle, unangenehme Aspekte ihrer Selbst aus, und konzentriert sich nur noch auf „Licht und Liebe“. Dadurch wird ihr allerdings irgendwann der dunkle, nunmehr ignorierte Aspekt (meist unbewußte, untransformierte Ängste und Unsicherheiten) in den Rücken fallen, und aus der esoterischen Suche einen Egotrip der Arroganz und Selbstbeweihräucherung machen, welcher nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Gedanken zu tun hat. Durch mangelnde Selbsterkenntnis bzw. die Verweigerung dieser (weil es oft unangenehm ist) wird die eigentliche Philosophie der Esoterik also pervertiert und in ein Dogma verwandelt. Das Resultat ist Stagnation (bei der Esoterik meist in Form von Passivität), und diese wird solange anhalten, bis die Person sich ganzheitlich der Selbsterkenntnis widmet, und nicht nur selektiv verwendet, was ihr durch die alten, mitgebrachten Muster paßt. Somit wird Esoterik zur so genannten „Fast Food“-Esoterik.

Infokrieg / Wahrheitsbewegung:
In diesem Beispiel haben wir eine Person, die logisch denkt, nur das glaubt, was sie mit im Außen mit äußeren Mitteln verifizieren kann, und insgesamt sehr linkshirnig polarisiert ist. Der Weg dieser Person hat sie nun von einem analytisch und nüchtern geprägtem Leben zur Hintergrundpolitik und alternativen Theorien (in den Massenmedien auch oft abfällig „Verschwörungstheorien“ genannt) geführt. Während sie immer tiefer in das große Bild eindringt, wird sie irgendwann auch mit Aspekten konfrontiert, die sie noch nie zuvor bewußt wahrgenommen hat. Darunter findet sich dann sehr schnell Mind Control, Okkultismus, finstere Rituale und letztlich das Thema „Bewußtsein“ an sich. An der Stelle tut sich für die Person, die sich noch nie mit ganzheitlichem Denken und Selbsterkenntnis beschäftigt hat, ein Problem auf: Sie entwickelt durch die im Äußeren gesammelten Informationen eine Reihe von Schubladen, in der sie die Welt in „gut“ und „böse“ einteilt. Was anfänglich noch ein nützlicher Wegweiser durch solche Themen ist (die manipulativen, gewissenlosen Kräfte im Hintergrund des Weltgeschehens erkennen), entwickelt sich in diesen wesentlich komplexeren Bereichen schnell zu ungeprüftem Schubladendenken.

So wird in der Szene (teilweise zurecht) vor manipulativen und unterwanderten Aspekten der Esoterik / New Age-Bewegung gewarnt, was bei unserer Beispielperson dazu führt, das sie alles, was auch nur entfernt an diese Aspekte erinnert, in die Schublade „Manipulation“ steckt. Diese Schublade wandelt sich langsam zu einem Dogma, und bleibt dadurch immer mehr ungeprüft, bis die Person schließlich jede philosophische Beschäftigung mit sich selbst verweigert (aus Furcht, es würde sie vom wahren Weltgeschehen ablenken oder passiv machen).  Die Person schaut nur noch auf die scheinbaren Geschehnisse der Außenwelt, und läßt sich dadurch immer mehr definieren, weil sie sich mangels innerem Bewußtsein immer stärker von sich selbst entfremdet. Schließlich ist zu beobachten, das die Person immer mehr zu dem zu werden scheint, was sie vorgibt zu bekämpfen, weil sie ihr äußeres Bewußtsein mit diesen Dingen sättigt. Mangels innerem Bewußtsein fehlt die individuelle und bewußte Reflektion der äußeren Inputs, und die Person wird durch ihr Unterbewußtsein gesteuert. Da es unterbewußt ist, sind die Triebfedern nunmehr unreflektierte Ängste, Ungewißheiten, fehlende Erdung und daraus resultierend letztlich Irrationalität (manchmal bis hin zu krankhafter Paranoia).

Wenn sich diese Person parallel zur äußeren Informationsgewinnung mit ihrem inneren Bewußtsein (und wie dieses darauf resoniert) beschäftigt hätte, wäre die Polarisierung hin zum Schubladendenken und die völlige Steuerung durch unbewußte Aspekte warscheinlich vermieden oder stark reduziert worden. Denn man kann die Außenwelt nicht vollständig erkennen, wenn man sich nicht selbst kennt. Das kann man vereinfacht durchaus mit einer Grafikkarte vergleichen, der die richtigen Treiber fehlen, und die Grafik somit nur in groben, unvollständigen Modi darstellen kann. Das mögliche Gesamtbild geht verloren, und das Potential wird nicht genutzt (Stagnation). Konkrete Beispiele innerhalb der Infokriegbewegung sind Leute, die sich tief in Symbolik und Okkultismus hineingelesen haben, aber aufgrund mangelndem Wissen über ihr eigenes Bewußtsein ein unvollständiges Bild erhalten, und somit womöglich etwas in Dinge hineininterpretieren (oder überinterpretieren), die garnicht so sind (z.B. muß nicht jedes pyramidenförmige Grab von einem bestimmten Personenschlag sein, und nicht jeder dekorative Stern ist mit der okkulten Intention des Pentragramms produziert worden). Wenn bei solch anspruchsvollen Themen das Differenzierungsvermögen fehlt, kann dies oft in einem persönlichen „Mindfuck“ enden, der mit Fakten und Realität nicht mehr viel zu tun hat. Manchmal leider auch bis zu dem Punkt, wo die Person keine Freunde und Vertraute mehr hat, weil sie förmlich der ganzen Welt mißtraut, und ein völlig verrottetes Bild der Menschen (nicht nur derer, die es offensichtlich sind) aufgebaut hat. Unterbewußt läßt sich das grob gesagt darauf zurückführen, das die Person sich selbst nicht mehr trauen kann, aber es nicht merkt. Sie ist innerlich nicht mehr gefestigt, und geht mit den äußeren Inputs nur noch irrational und völlig selektiv um.

Diese beiden Beispiele, die letztlich auf das selbe Problemmuster hinauslaufen, zeigen die Notwendigkeit von einem gesunden Differenzierungsvermögen. Und dieses kann meiner Meinung nach nur erreicht werden, wenn ganzheitlich (sowohl innen, als auch außen, ohne Polarisierung) vorgegangen wird. Hier drei Threads, die diese Thematik detaillierter beleuchten sollen:

Persönliche Entwicklungsfaktoren
Gleichgewichtsprinzip (Parität)

Gleichgewicht – Fluss – Ganzheit

Autor: Wingman

7 Kommentare

  1. Evo sagt:

    hi wingman,
    wollte dich mal wissen lassen, dass dein kommentar auf infokrieg.tv ( http://infokrieg.tv/wordpress/?p=1489#comments ) einer der wenigen objektiven, differenzierten und bewussten war. wenn nicht gar der einzige der diese attribute erfüllt… jedenfalls kann ich das statement am ehesten nachvollziehen.
    weiß nicht ob da nicht irgendwie gewollt spaltung generiert werden soll, seitens ik.tv??? …hmm, jedenfalls kam mir schon öfter der gedanke.

    herr b. war ja, wie er öfters erwähnt hat wochenlang zu gast bei rima laibow & gen. stubblebin…

    frau laibow hat ja früher selbst (vermeintliche?) ET entführungsopfer psychologisch betreut. http://greyhunter.blog.de/2008/10/24/interview-dr-r-laibow-4925748/
    da werden die doch sicherlich mal über das thema
    gesprochen haben, vermute ich.

    gruß, evo

  2. Thetawaves sagt:

    @ Evo:
    Danke sehr! 😉

    Ich persönlich habe nicht den Eindruck, das seitens Infokrieg.tv Spaltung erzeugt werden soll. Jedenfalls nicht vorsätzlich. Ob es da irgendwelche Faktoren gibt, wo Herrn B. von nahestehenden Bekannten etwas subtil eingeredet wird (Stichwort Laibow) vermag ich nicht zu beurteilen.

    Aber fest steht, das Herr B. noch sehr jung ist, und ziemlich stark am dualen Denken hängt. Er ist vor allem linkshirnig polarisiert (Logik, Rationalität), aber vernachlässigt den Rest (vor allem Intuition). Daher kommt meiner Meinung nach auch das fehlende Differenzierungsvermögen bei den metaphysischen Themen. Denn weil ihm dort intuitiver Zugang und Selbsterfahrung fehlen, schert er das alles über einen Kamm mit der (größtenteils) gewollt pervertierten bzw. manipulierten Esoterik / New Age-Bewegung (ich muß noch dazu sagen, das ich mich niemals mit Esoterik / New Age identifizieren konnte, seitdem ich aktiv diese Themen ergründe).

    Das ist leider bei vielen Infokriegern so, denn mangelndes Differenzierungsvermögen schafft Schubladendenken, bis man sich letztlich nur noch an Quellen und Informationen hält, die man für glaubwürdig erachtet. So entsteht selektive Wahrnehmung, und man klammert die zum Weltbild unpassenden Bestandteile einfach unbewußt aus.

    Wenn dann noch mangelnde Liebe, Selbstliebe und Paranoia hinzukommen (ist bei Herrn B. sicherlich nicht so, aber bei einigen Foren-Kaspern dort), wird es richtig dogmatisch, und man kann beobachten, wie jene „Infokrieger“ immer mehr zu dem werden, was sie eigentlich vorgeben zu bekämpfen. Man sieht in solchen Fällen öfters menschenverachtende Äußerungen (z.B. gegen Homosexuelle oder gar Leute außerhalb von religiösen Glaubenssystemen, die dann angeblich nur okkult sein können), wenn man diese Personen argumentativ an die Wand drängt. Dies sind dann meist Leute, die kaum soziale Kontakte, keine echten Freunde (welche, denen man sein Leben anvertrauen könnte, und umgekehrt) und vor allem kein Selbstbewußtsein haben.

    In manchen Fällen (ich will mal keine Namen nennen) wird das dann auch noch mit religiösem Fanatismus vermischt (meist „christlich“, obwohl das in dem Fall auch nur ein Label ist), und fertig ist der Infotroll, dem manchmal auch noch einige Infoschafe hinterherlaufen, denen Selberdenken und Eigenverantwortung offenbar genauso unbequem sind, wie den Mainstream-Zombies (sie haben nur das Dogma gewechselt). Wie sich sowas auf das Ansehen der Bewegung auswirkt, brauch ich ja nicht zu erklären.

    Das Herr B. dort in der Sendung Susan Blackmore in Bezug auf Nahtodeserlebnisse erwähnte, ist für die Differenzierungsproblematik symptomatisch. Denn die Dame könnte im Ernstfall keine Argumente eines guten Forschers in dem Bereich widerlegen (außer sie stempelt zigtausende von Menschen mit solchen Erlebnissen als Lügner ab). Vielleicht kommt sie einfach nicht mit dem Erlebnis klar, und ihre Überzeugungen führen jetzt in ihrem Geist einen Krieg gegen das Erlebnis, welches in keine ihrer Schubladen paßt. Ich kenne einen ähnlichen Fall…

    Noch ein gutes Beispiel für Nahtoderlebnisse, das man nicht mit den Standardargumenten widerlegen kann:
    http://www.youtube.com/watch?v=3L7kwJ6BjFg

    In der Infokrieg-Bewegung sehe ich als Hauptproblem, das dort viele einen inneren Krieg mit ihrer linken Gehirnhälfte gegen die rechte führen (symbolisch gesprochen). Jedoch braucht man die Eigenschaften beider Gehirnhälften in einem ausgeglichenen Verhältnis, um bei so komplexen Themen differenzieren zu können. Wenn man bei so anspruchsvollen Themen nicht in seiner „Mitte“ ist, und sich selber nicht kennt, bzw. die Selbsterkenntnis gar scheut (könnte ja böse Esoterik sein, die einen passiv macht), ist man angreifbar für Manipulation bzw. Unterwanderung. Denn die so genannte Elite weiß sehr gut, wie die Menschen ticken, deshalb sollte die Gegenbewegung es auch lernen.

    MfG
    Wingman

  3. Evo sagt:

    moin wingman, 🙂
    jep, …stimmt schon, alex b. ist wohl etwas jünger wie wir.
    aber in anbetracht seiner intelligenz und dem potetential das er hat, ist schade, -da er (mit recht) viele leute erreicht- sich bisweilen nicht den authentischen o. seriösen alternativen interpretationen(was diese themen betrifft) öffnet. das zeigt sich halt in den undifferenzierten ik-radio aussagen sowie den artikeln.
    da ist eben aufgrund der hörer-fragen bedarf…
    …um das wissen bestmöglich zu vermitteln.

    naja, whatever, ist für uns alle nicht leicht.
    der backround eines jeden machts denk ich so verschieden…aber auch interessant.
    die motivation machts scho ….
    schätze was er macht aber auf jeden und finde es wichtig.

    …Wenn man bei so anspruchsvollen Themen nicht in seiner “Mitte” ist, und sich selber nicht kennt, bzw. die Selbsterkenntnis gar scheut (könnte ja böse Esoterik sein, die einen passiv macht), ist man angreifbar für Manipulation bzw. Unterwanderung. Denn die so genannte Elite weiß sehr gut, wie die Menschen ticken, deshalb sollte die Gegenbewegung es auch lernen.

    eigentlich müsste es gar keine „bewegungs-differenzen“ geben. mit etwas toleranz und verständniss hoffe ich das WIR -die BEWEGUNG mit freiheitlichen, friedlichen, mutter natur schätzenden, trotz unterschiede gemeinschaftlichen zielen- sein können. you know

    mfg, evo

  4. Harry sagt:

    Hei Wingman,

    ich kann nur dazu sagen, dass der Artikel sehr ausführlich die Wahrheit anspricht. Klasser Aufsatz!

  5. […] Desinformation, Unterwanderung und Pervertierung im Grenzwissen-Bereich gibt es auf jeden Fall, keine Frage (wie in ALLEN Bereichen, womit sich Menschen beschäftigen). Man denke nur an die leichtgläubigkeits- und konsumgestütze “Fast Food”-Esoterik oder die haarsträubenden  Auswüchse der New Age-Bewegung.  Aber in der Infokrieger-Szene wird sich frappierend oft und reflexartig engstirniger Weltbild-Schubladen gegen alle Arten von Bewusstseinsthemen bedient. Und jene, die daran rütteln (z.B. von Selbsterfahrungen berichten, seriöses Material aufzeigen etc…), werden schnell als Lügner, Spinner, Sektierer oder “Abwerber” verdächtigt. So braucht man sich offenbar nicht mit unbequemen Grenzbereichen abgeben, die das eigene, bequem gewordene Weltbild relativieren könnten (siehe auch HIER). […]

  6. JD sagt:

    Hallo Flügelmann,

    Ja das mit dem „DENKEN“ ist immer so eine Sache wenn die Software ungeprüfte Freeware ist, so wird Täglich neue Updates und Softwarepatches über Medien, Handys und sonstigen Schnickschnack in die Leute eingespült, was Sie freiwillig alles wie eine Rinderherde wahnsinniger in sich hinein fressen und durch sieben Mägen wiederkäuen. Die frage die sich dabei stellen mag ob diese denn überhaupt eine hälfte von Ihrem Gehirn verwenden. Oder kommt das alles aus dem Unterbewusstsein doch hervor, was dann in beide Rechenspeicher dann regulär gespiegelt wird?

    Mal im ernst ich habe nunmehr als 30 Jahre Informationstechnologien hinter mir gebracht und es ist immer dasselbe gewesen: erst sind die alle am und behaupten zu teuer, dann lachen sie dich aus, das man Pionier ist, dann bekämpfen sie dich das man dort den Wissensvorsprung hat. Zum Schluß kommen sie angerannt und wollen das wissen was man sich teuer erarbeiten musste auch noch abgreifen.

    Hey mal im ernst: ich schicke diese Babys mit Rasierklingen zum Spielen mit förmchen wieder in den Sandkasten. So habe ich wenigstens meine Ruhe vor denen… haben die Menschen nichts aus der Geschichte gelernt? Nein, haben sie nicht, denn sie haben ja „kein bock“ darauf. Auch diese lasse ich mittlerweile eiskalt stehen, denn ich bin weder deren Mami noch der Vollpfosten vom Dienst der anderen wie im Nest denen alles vorverdaut in den Rachen wirft – das sollten sich mal unsere Hochschulabsolventen einmal genauer überlegen wem dort sie in die Finger arbeiten allesamt, nur damit sie Ihre Grillpartys schmeißen können.

    Das bemerkensweteste ist ja natürlich auch noch das sich allesamt einen vom Ast labern, was denn hier los sei, anstatt nach Möglichkeiten zu suchen wie man diese grenzdebilen relogiösen Fanatiker das Handwerk legen kann. Fakt ist nun einmal, daß wir keineswegs Heimatlos sind. Wir haben lediglich keine Eigene Vertretung für uns selbst. Das ganze Affentheater wird ja nach wie vor aufrecht erhalten mit mannigfaltigen Gordischen Knoten für das Einzelindividuum.

    Nun ja alles in allem kann man einfach nur noch sagen: „was wurde hier den Leuten immer wieder angetan?“ nun ich kenne die Hintergründe und vor allem was sich hinter dieser „Umerziehung“ genau verbirgt, aber das ist nicht von Bedeutung, solange das Volk nicht sich Souverän abbilden will wird es dieses auch nicht und keinen Souverän stellen, der diesen Flohzirkus aus dem Pelz denen Pulen wird, und der Souverän wird dann mehr machen müssen: der wird denen wieder erst einmal beibringen müssen was es heißt ein Freier Mensch zu sein.

    LG,

    JD

  7. Thetawaves sagt:

    @ JD:
    Ja, du sprichst mir aus der Seele. Vor allem das die ach so „freigeistigen“ Leute immer alles kindgerecht vorgekaut und bewiesen haben wollen, ohne sich auch nur eine Minute in eine komplexe Thematik einzuarbeiten (so schon oft in Diskussionen zum Thema „Remote Viewing“ erlebt, aber natürlich nicht nur da). Da wird dann erst belächelt, dann bekämpft und dann wird nach Instant-Beweisen gefordert, die es schon seit Jahrzehnten gibt, teils unter Laborbedingungen bewiesen (aber die dann einfach als Fake abgetan werden, egal wieviele unterschiedliche Quellen man angibt). Und falls man doch nochmal die Dummheit begeht, ihnen aktiv entgegenzukommen, wird es selektiv ausgeblendet, weil die kleinen Weltbild-Schubladen eh nicht drauf klarkommen.

    Fordert man hingegen zur Selbsterfahrung auf (im Fall von Remote Viewing z.B. mit Schnuppersessions), werden ebenfalls alle möglichen Ausreden erfunden, um sowas nicht tun zu müssen. Da wird dann z.B. mit Angst vor Suggestion / Mind Control argumentiert, was aber natürlich zugleich die innere Unsicherheit dieser Leute entlarvt. Sie trauen offenbar ihrer Selbsterfahrung weniger, als irgendwelchen vorgefertigten Schubladen und Dogmen, die sie sich durch externe Informationen zusammengeschaufelt haben. Und das ist wirklich traurig, denn es ist weit entfernt von geistiger Souveränität bzw. echter Freigeistigkeit.

    Das zeigt sich vor allem im Infokrieg, wo Leitfiguren der Szene irgendwann geradezu wortgetreu und unkritisch nachgeplappert werden, wenn die eigenen Schubladen mit einem Grenzthema nicht mehr klarkommen. Und schon haben wir etwas, das ich gerne „Infoschafe“ nenne ;). Aber in anderen Bereichen der Grenzwissen-Szene gibt es die Problematik natürlich genauso (deshalb gibts ja überhaupt Gurus und Sekten). Menschen bleiben erstmal Menschen, mit all ihren Fehlern, auch nachdem sie in die „Szene“ eingetaucht sind. Da kann man sich nur aus sich selbst heraus weiterentwickeln, vor allem durch Selbsterkenntnis.

    Eine schöne, alte CROPfm-Sendung (inzwischen schon 13 Jahre alt! :o), die diese Problematik auch anschneidet:

    http://cropfm.at/cropfm/jsp/past_shows.jsp?showid=claudius

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